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Wo Verbraucher den Rotstift ansetzen können

Jobverlust, Kurzarbeit - in Krisenzeiten müssen Haushalte mit weniger Geld auskommen als bislang. Das gilt für einige auch in der Corona-Krise. Es gibt jedoch Möglichkeiten zu sparen.



Sparschwein
Wer regelmäßig spart, kann die Rate reduzieren. Das kann bei finanziellen Engpässen Luft verschaffen.   Foto: Christin Klose/dpa-tmn » zu den Bildern

Kurzarbeit, Jobverlust, Einnahmeausfälle: Die Corona-Krise macht sich bei vielen finanziell bemerkbar. Die Ausgaben lassen sich aber mit einfachen Methoden unter Kontrolle bringen. Eine davon: öfter mit Bargeld einkaufen.

Warum kann das helfen? Der Grund ist relativ simpel: Wer an der Kasse regelmäßig mit seiner Karte zahlt, verliert schneller den Überblick. Auch läuft man Gefahr, eher Spontankäufe zu tätigen. Das kann dazu führen, dass man sich später beim Blick auf den Kontoauszug über unnötige Ausgaben ärgert. Für manch einen kann es besser sein, mit Bargeld zu zahlen.

«Das ist aber eine Frage des Typs», sagt Sally Peters vom Institut für Finanzdienstleistungen (iff) in Hamburg. Sinnvoll kann etwa auch sein, sich selbst beim Einkaufen ein bestimmtes Limit zu setzen. Und vor allem: bewusst einkaufen und bewusst konsumieren. «Wer dies tut, vermeidet unnötige Ausgaben und spart Geld», ergänzt Thomas Mai von der Verbraucherzentrale Bremen. Fünf Tipps:

Verträge checken: Strom, Gas oder Smartphone können Monat für Monat viel Geld verschlingen. Wer hier sparen will, schaut sich bestehende Verträge genau an. Passt alles noch zur aktuellen Lebenssituation? Gibt es womöglich Anbieter mit günstigeren Konditionen? «Oft rechnet es sich, mehrere Angebote einzuholen und sie mit einem bestehenden Vertrag zu vergleichen», sagt Peters.

Geht es etwa um die Energiekosten, kann ein Haushalt durch den Wechsel zu einem günstigeren Anbieter die Haushaltskasse entlasten: Nach Angaben des Vergleichsportals Verivox können zum Beispiel Kunden mit einem durchschnittlichen Stromverbrauch von 4000 Kilowattstunden mit einem Wechsel durchschnittlich 256 Euro pro Jahr sparen.

Auch Handys und Festnetzgebühren gehören regelmäßig auf den Prüfstand. Das muss nicht immer einen Wechsel nach sich ziehen. «Oft gibt es die Option, beim bisherigen Anbieter den Tarif zu wechseln und Geld zu sparen», so Peters.

Sparrate anpassen: Regelmäßig sparen ist in guten Zeiten sinnvoll. In einer Krise wird das aber schnell zu viel. Wer einen Bank- oder ETF-Sparplan hat, sollte sich fragen, ob er die Rate nicht reduzieren kann. «Aber auch bei anderen Sparprodukten ist es oft möglich, die Sparrate anzupassen», erklärt Peters.

Altersvorsorgeprodukte können in der Regel befristet beitragsfrei gestellt werden, erklärt Mai. Hier gilt: Verbraucher sollten Kontakt mit dem Anbieter aufnehmen. Möglicherweise kann dieser die Rate auch stunden. «Aber Vorsicht, irgendwann wird das Geld fällig und dafür müssen Verbraucher dann gewappnet sein», sagt Mai.

Wichtig zu beachten: Attraktive Sparverträge sollten nicht zu schnell aufgelöst werden. «Dadurch könnten Boni verloren gehen», warnt Peters. Anders sieht es aus, wenn der Vertrag nur wenig Rendite bringt oder eher teuer ist. «Hier sollte über eine Kündigung nachgedacht werden», rät Mai.

Kontogebühren prüfen: Die Zeit der kostenlosen Girokonten geht allmählich vorbei. Immer mehr Banken verlangen Kontoführungsgebühren. Die Spanne ist dabei nach Erkenntnissen der Stiftung Warentest erheblich: Sie reicht von gratis bis zu knapp 250 Euro pro Jahr. Mehr als 60 Euro pro Jahr sollte ein Konto bei Online-Nutzung allerdings nicht kosten, raten die Warentester.

Um sich einen Überblick zu verschaffen, hilft ein Blick in die Entgeltaufstellung. Darin müssen die Banken sämtliche Kosten, Gebühren und Zinsen aufführen. Bankkunden können dann zunächst einmal bei ihrem Institut nachschauen, ob es ein günstigeres Konto gibt.

Wer da nichts findet, sollte über einen Wechsel nachdenken. «Aber Vorsicht», sagt Peters. Verbraucher sollten auf die Leistungen achten, die eine andere Bank bietet, und diese mit denen der derzeitigen Bank vergleichen. Wer zum Beispiel zu einer Direktbank wechselt, zahlt vielleicht weniger Gebühren, muss unter Umständen aber weite Wege zum nächsten Geldautomaten in Kauf nehmen.

Kredite umschulden: Der Dispokredit ist bequem, aber teuer. «Die Zinsen beim Dispokredit sind teils unverschämt hoch», sagt Mai. Bis zu 13 Prozent Zinsen sind je nach Bank möglich.

Diejenigen, die immer wieder mit ihrem Guthaben auf dem Girokonto ins Minus rutschen, sollten über einen Ratenkredit nachdenken. «Das kann finanziell weitaus günstiger sein», so Mai.

Ein Vergleich: Nach Angaben der FMH Finanzberatung liegt der Dispozins derzeit durchschnittlich bei 9,24 Prozent. Für einen Ratenkredit mit einer Laufzeit von 36 Monaten werden hingegen im Schnitt nur 3,96 Prozent fällig. Selbst bei einer Laufzeit von 60 Monaten liegt der Zins für den Ratenkredit im Schnitt immer noch bei 4,03 Prozent (Stand: 22.07.2020).

Im Zweifel beraten lassen: Reichen Einkommen und Vermögen dauerhaft nicht mehr aus, um die Rückstände auszugleichen, spricht man von Überschuldung. In diesem Fall ist es sinnvoll, sich Hilfe zu holen. Eine Möglichkeit: Das Thema zuerst mit Freunden oder der Familie besprechen. Wenn sich hier keine Lösungen finden, können Beratungen bei Verbraucherzentralen oder Schuldnerberatungen helfen. Je eher die Probleme gelöst werden, desto besser.

© dpa-infocom, dpa:200728-99-952315/5

Veröffentlicht am:
29. 07. 2020
14:23 Uhr

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dpa

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29. 07. 2020
14:23 Uhr



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