Lade Login-Box.
Fotowettbewerb 2020 zum Digital-Abo
Topthemen: Freies Wort hilftCoronavirus in ThüringenFolgen Sie uns auf Instagram

 

Nachhaltigkeit hat viele Facetten

Nachhaltigkeit liegt im Trend. Auch Geldinstitute haben Produkte mit einem klimafreundlichen, sozialen oder ethisch-ökologischen Ansatz im Angebot. Doch nicht jedes grüne Investment ist auch gut.



Nachhaltige Geldanlage
Nachhaltige Geldanlage ist ein Trend. Anleger sollten aber genau hinschauen. Die Anlagekriterien unterscheiden sich zum Teil deutlich.   Foto: Christin Klose/dpa-tmn » zu den Bildern

Bahn fahren statt fliegen, plastikfrei einkaufen, weniger Fleisch essen: In vielen Bereichen lässt sich eine nachhaltige Lebensweise umsetzen. Auch Geld kann man so anlegen, dass man etwas Gutes für Mensch, Klima und Umwelt bewirkt.

Ein Geschäftsmodell, auf das sich sogar manche Geldinstitute komplett stützen. «Nachhaltige Banken haben klare ethische, soziale und ökologische Kriterien, nach denen sie Kredite vergeben, ihre Eigenanlagen und das Geld ihrer Kunden investieren», sagt Gesa Vögele vom Corporate Responsibility Interface Center (CRIC), einem Verein zur Förderung von Ethik und Nachhaltigkeit bei Geldanlagen.

Nach Angaben des Internetportals geld-bewegt.de der Verbraucherzentralen Bremen und Hamburg gibt es derzeit in Deutschland 14 Banken mit entsprechenden Standards. In der Summe bieten sie dieselben Produkte wie herkömmliche Geldinstitute: Girokonto, Fest- und Tagesgeld, verschiedene Formen von Sparanlagen, Investmentfonds und Rentenversicherungen.

Kriterien der Anbieter miteinander vergleichen

«Nachhaltigen Banken wenden recht umfassende Ausschluss- beziehungsweise Positivkriterien an und sind insofern eine gute Wahl, wenn man eine nachhaltige Geldanlage wie Girokonto, Sparbuch oder Tagesgeld sucht - also Anlagen, bei denen die Bank das Geld selbst verwaltet», sagt Heidi Pätzold von der Verbraucherzentrale Hamburg.

Die einzelnen Nachhaltigkeitskriterien der Banken - und damit auch ihre Arbeitsweise - sind aber nicht deckungsgleich. Denn anders als «bio» bei Lebensmitteln sind Begriffe wie «nachhaltig», «ökologisch», «ethisch» und «fair» nicht gesetzlich definiert. Sprich: Jeder Anbieter kann darunter etwas anders verstehen. Entsprechend müsse sich jeder Anleger mit den Kriterien der jeweiligen Bank befassen, um zu wissen, ob sie den eigenen Nachhaltigkeitsansprüchen genügen, so Pätzold.

Schwerpunkte werden unterschiedlich gesetzt

«Kirchenbanken haben eher einen stärkeren ethisch-sozialen Schwerpunkt, Umweltbanken setzen häufig mehr aufs Klima», erklärt Vögele. Die Finanzexpertin empfiehlt daher, sich vor dem Wechsel genau über die Arbeitsweise der Bank zu informieren - zum Beispiel über das Portal der Verbraucherzentralen, Fachmagazinen wie Ökotest oder Nichtregierungsorganisation. So gibt es beispielsweise einen Fair Finance Guide für Banken.

Das gilt auch für nachhaltige Geldanlagen im Allgemeinen. Denn nicht nur alternative Banken, sondern auch konventionelle Geldinstitute haben nachhaltige Finanzprodukte wie Investmentfonds im Angebot und bewerben sie entsprechend - manchmal auch mit Siegeln. In der EU gibt es zahlreiche ESG-Labels, die auf Grundlage der Environmental Social Governance (ESG) Orientierung versprechen. Die Staatengemeinschaft selbst erarbeitet derzeit Kriterien für ein Siegel mit dem Schwerpunkt Klimafreundlichkeit.

Laut Gesa Vögele können Siegel für eine Vorauswahl von Finanzprodukten sehr hilfreich sein. Dazu gehört zum Beispiel das FNG-Siegel des Fachverbands für Nachhaltige Geldanlagen (FNG). Auch das «Österreichische Umweltzeichen» zeichnet nachhaltige deutsche Finanzprodukte aus. «Das Österreichische Umweltzeichen ist ein staatliches Siegel, ähnlich dem Umweltzeichen Blauer Engel», so die CRIC-Vertreterin.

Label können nicht immer helfen

Heidi Pätzold hält von Labels nichts. «Verbraucher sollten sich bei einer nachhaltigen Geldanlage nicht auf ein Siegel verlassen», warnt die Finanzberaterin. «Meistens sagt es nur etwas über die Ökologie aus, aber nichts über die Wirtschaftlichkeit und Sicherheit einer Geldanlage.» Selbst das FNG-Siegel sieht sie kritisch: «Die Marktdurchdringung ist nicht sehr tief.»

Wer sein Geld nachhaltig anlegen will, dem bleibt aus ihrer Sicht nichts anderes übrig, als sich selbst genau zu informieren. Gesa Vögele empfiehlt für die Suche die Fondsdatenbank von nachhaltiges-investment.org: «Die Datenbank bietet einen guten Überblick und man kann sie nach vielen Ausschlusskriterien filtern.»

Nachhaltigkeit und Rendite sind kein Widerspruch

Grundsätzlich müssen nachhaltige Geldanlagen nicht unbedingt schlechter abschneiden als herkömmliche. «Die Performance von nachhaltigen Geldanlagen vor allem im Aktiensegment ist sehr gut untersucht», sagt Gesa Vögele. «Die Studien zeigen, dass Nachhaltigkeit und Rendite kein Widerspruch sein müssen. Einige kommen sogar zu dem Schluss, dass Nachhaltigkeit ein Vorteil sein kann, weil das Rendite-Risikoprofil dadurch verbessert werden kann.»

Veröffentlicht am:
25. 03. 2020
04:53 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Banken Europäische Union Finanzinvestoren und Anleger Klimaschutz Nachhaltigkeit Sparanlagen Staaten Termineinlagekonto Umweltzeichen Vermögensanlage und Vermögensbildung
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Mit Disziplin Vermögen aufbauen

16.09.2020

Sparplan mit Disziplin Vermögen aufbauen

Geldanlage ist für die meisten ein lästiges Thema. Dabei ist Vermögensaufbau eigentlich ganz einfach - zum Beispiel mit einem Sparplan. Der Aufwand ist gering, das Ergebnis oft überzeugend. » mehr

Finanzberatung

07.10.2020

Kann ich einem Finanzberater beim Vermögensaufbau vertrauen?

Finanzberatung ist Vertrauenssache. Doch denken Berater wirklich stets nur an die Bedürfnisse ihrer Kunden? Klar ist: Nicht immer zahlen sich Empfehlungen aus. Als Kunde muss man daher kritisch sein. » mehr

Anlegen bei Niedrigzinsen

26.02.2020

Lohnt sich Festgeld als Kombiprodukt?

Sicherheit ist für viele Sparer das oberste Gebot. Mit den Zinsen lässt sich derzeit zugleich wenig Rendite rausholen. Manche Geldinstitute bieten nun Kombiprodukte mit Festgeld - bringt das was? » mehr

Magisches Dreieck

02.09.2020

Magisches Dreieck hilft bei Geldanlage

Wer Geld anlegen will, kommt am magischen Dreieck nicht vorbei. Mit Zauberei hat das zwar wenig zu tun. Orientierung können die drei Werte Sicherheit, Rendite und Verfügbarkeit aber geben. » mehr

Börse

26.08.2020

Bei Aktienkauf in die Zukunft blicken

Um Aktien machen viele lieber einen Bogen. Doch die Börsen bieten auch Chancen - vor allem in Zeiten niedriger Zinsen. Für den Erfolg braucht man vor allem eine Strategie. » mehr

Geldanlage

05.08.2020

Geschlossene Fonds setzen Erfahrung voraus

Geschlossene Fonds stellen oft satte Renditen in Aussicht. Doch Anleger sollten sich nicht blenden lassen. Das Risiko, alles zu verlieren, ist hoch. » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
25. 03. 2020
04:53 Uhr



^