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Die goldenen Regeln des Spendens

Weihnachten ist ein Fest des Gebens. Viele wollten dann Gutes tun und spenden. Doch bei wem ist das Geld am besten aufgehoben?



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Spender können sich informieren, wie am meisten von ihrem Geld ankommt - egal, ob sie bar oder mit einer Überweisung spenden wollen.   Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/dpa-tmn » zu den Bildern

Notleidenden unter die Arme greifen oder das Aufforstungsprojekt unterstützen - Herzensprojekte gibt es viele. Worauf sollten Verbraucher achten, damit nicht nur Geld fließt, sondern die Hilfe auch ankommt? Vier goldene Regeln.

1. Sich Klarmachen: Was will ich?

Spenden ist «eine sehr persönliche Entscheidung», sagt Burkhard Wilke vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) . Das heißt: Jeder sollte selbst bestimmen, was er wie unterstützen möchte. Das könne eine Organisation sein, aber auch ein einzelner Bettler.

Ähnlich sieht das Max Mälzer vom Deutschen Spendenrat: Umweltschutz, Kulturförderung, Entwicklungshilfe, Linderung von Armut, Schutz von Kindern - eine Vielzahl von Anliegen könne wichtig sein. Es helfe, sich bewusst zu machen, welches Ziel man verfolgen möchte. «Dann fällt einem die Entscheidung, zu spenden, leichter, und man grübelt im Nachhinein nicht, ob es das Richtige war», sagt Mälzer.

2. Vertrauenswürdigkeit einschätzen

Wenn eine Organisation als gemeinnützig anerkannt wurde, ist das ein erstes Indiz für Vertrauenswürdigkeit, sagt Mälzer. «Das Finanzamt führt zwar keine umfassende Kontrolle durch, aber prüft, dass es eine zweckgerichtete Geschäftsführung gibt.» Wichtig sei aber auch, dass transparent mit wichtigen Informationen umgegangen wird.

«Seriöse Organisationen veröffentlichen regelmäßige Tätigkeits- oder Jahresberichte», sagt Mälzer. Darin werden die Gremien, Finanzen und konkrete Projekte beschrieben. «Ich sollte nach dem Querlesen des Jahresberichts das Gefühl haben, dass ich die Organisation besser kenne, dass ich weiß, wie viel Geld sie einnimmt und wofür sie das Geld aufwendet», erklärt Wilke.

Ein Pluspunkt sei, wenn die Selbstverpflichtung der Initiative Transparente Zivilgesellschaft unterzeichnet wurde, so Wilke. Sie sieht vor, dass bestimmte Grunddaten öffentlich gemacht werden, darunter Satzung, Tätigkeitsbericht und Personalstruktur der Organisation. Mehr als 1200 Organisationen bekennen sich dazu.

Auch die mehr als 60 Mitglieder des Deutschen Spendenrats verpflichten sich zu Transparenz. Nach der Prüfung durch Wirtschaftsprüfer können sie zudem ein Spendenzertifikat erhalten.

3. Siegel als Pluspunkt

Orientierung bieten zudem Siegel. Besonders bekannt ist das Spendensiegel , das die DZI an seriöse Organisationen vergibt. Derzeit tragen es rund 230. Voraussetzung dafür sind unter anderem funktionierende Planung und Kontrolle, eine zweckgerichtete, wirksame und sparsame Mittelverwendung sowie sachliche und wahre Werbung.

Allerdings werden nur Organisationen geprüft, die in den beiden jüngsten abgeschlossenen Geschäftsjahren mehr als 25.000 Euro pro Jahr eingenommen haben. Zudem muss die Organisation für die jährliche Prüfung zahlen. Trägt eine Initiative das Spendensiegel nicht, heißt das also nicht automatisch, dass sie unseriös ist.

Auf der DZI-Homepage gibt es auch zu Spendensammlern ohne Siegel Informationen. Vor manchen warnt die aus öffentlichen Mitteln finanzierte Stiftung.

Projekte untersucht und zeichnet auch Phineo aus, eine Beratung für gesellschaftliches Engagement. Konkret geht es dabei um das Potenzial von Projekten, wirkungsvoll zur Lösung eines konkreten Problems beizutragen. Rund 300 von 1000 untersuchten Organisationen haben das Wirkt-Siegel verliehen bekommen.

4. Zweckbindung schränkt Organisation ein

Spendenorganisationen können mit einer Zweckbindung dazu verpflichtet werden, die Spenden für einen ganz bestimmten Zweck einzusetzen. Spender haben damit eine gewisse Kontrolle. Aber: «Zweckbindungen sind zumindest dann schwierig, wenn ein Zweck gegebenenfalls schnell erfüllt ist», erklärt Mälzer.

Zum Beispiel: Wenn für die Behandlung einer seltenen Krankheit bei einem Kind gespendet wird, für die die Krankenkasse dann doch aufkommt. Dann müssen die Gelder zurückgezahlt werden. «Selbst wenn bis dahin auch ein anderes Kind das Geld gebrauchen könnte.»

Veröffentlicht am:
06. 11. 2019
06:22 Uhr

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dpa

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06. 11. 2019
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