Lade Login-Box.
Topthemen: Gebietsreform: Das ändert sich in SüdthüringenMobilität und EnergieFußball-Tabellen

 

Reichen sieben Aktientitel im Depot?

Wer mit Aktien Geld verdienen will, kann sich unter dem Motto «klein, aber fein» auf wenige Titel konzentrieren. Er kann aber auch sein Investment breit streuen. Nicht jede Strategie funktioniert für jeden Anleger.



Rendite versus Risiko
Wer auf Einzelaktien setzt, muss sein Investment beobachten. Denn nur dann kann man bei Kursrückgängen schnell reagieren.   Foto: Kai Remmers/dpa-tmn » zu den Bildern

Wer sein Risiko bei Aktienanlagen mindern will, sollte sein Investment breit streuen. So lautet eine gängige Empfehlung. Vermögensverwalter Michael Thaler schlägt einen anderen Weg vor. Ihm zufolge reichen sieben Aktientitel im Depot. Doch ist das nicht riskant?

Der Finanzexperte aus dem oberbayerischen Starnberg sieht das nicht so: Bei Aktien von sieben Unternehmen hält er das sogenannte unsystematische Risiko für weit genug eingeschränkt. Vereinfacht gesagt mache es bei einem derartigen Portfolio nichts aus, falls es bei einem der sieben Unternehmen mal schlecht laufe, sagt Thaler.

Dass sieben verschiedene Titel im Depot genügen können, hält auch Jürgen Kurz für möglich. «Es ist aber sehr abhängig davon, was das für Aktien sind», schränkt der Experte der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) ein. Das Risiko muss gestreut sein, die Aktien sollten also unterschiedliche Branchen und Weltregionen abbilden.

Zyklische und nicht-zyklische Branchen

Wie das aussehen könnte, erläutert Thaler. Ein wichtiger Faktor sei die Empfindlichkeit von Unternehmen gegen Konjunkturschwankungen. Man unterscheidet hier zwischen zyklischen und nicht-zyklischen Branchen. Zykliker wie Maschinenbauer profitieren im Aufschwung oft von einem Auftragsplus, ihr Aktienkurs steigt. Bei einer Flaute fällt er wieder. Antizyklische Firmen etwa aus dem Pharma- und Lebensmittelbereich sind diesen Schwankungen weniger stark ausgesetzt. Man sollte eine Mischung von beiden in seinem kleinen Siebener-Portfolio haben, rät Thaler.

Wer sich ein ausgewogenes Portfolio mit nur einer guten Handvoll Titel zusammenstellen möchte, braucht dafür laut Kurz eine Strategie, Grundwissen und vor allem Interesse. «Man muss Spaß daran haben und sich damit auseinandersetzen», sagt der DSW-Experte.

Gemütlich sein Investment laufen lassen und nur alle paar Jahre einmal schauen, wie es sich entwickelt - das ist vielleicht bei einem breit gestreuten Indexfonds (ETF) denkbar, bei Einzeltiteln allerdings kaum ratsam, wie Kurz betont.

Gewinne mitnehmen

Läuft es bei einem Unternehmen gut, kann es sinnvoll sein, Teile dieser Aktien zu verkaufen, um Gewinne mitzunehmen. Läuft es schlecht, muss sich der Anleger entscheiden: aussitzen oder abstoßen? «Da machen viele Leute den Fehler, dass sie zu emotional sind und zu sehr an einer Aktie hängen.»

Auch das Investment in Einzeltitel sollte eher als langfristige Anlage gedacht werden, sagt Thaler. Mit dieser Form könnten «überdurchschnittliche Renditen» erzielt werden, aber Anleger brauchen «ein gewisses Durchhaltevermögen».

Kritisch sieht dagegen Verbraucherschützer Thomas Mai ein Portfolio mit nur sieben Akten. «Bei wenigen Aktien hat man das Risiko eines Totalausfalls, etwa durch eine Insolvenz», sagt der Finanzexperte der Verbraucherzentrale Bremen. Selbst eine ordentliche Streuung über die Branchen hinweg schützt nicht zwangsläufig vor großen Verlusten. Hat man beispielsweise in den vergangenen Jahren auf Aktien von Bayer, Commerzbank und E.ON gesetzt, habe man zwar im Pharma-, Banken- und Energiesektor gestreut - und dennoch drei Mal danebengegriffen.

Prinzipiell hält der Verbraucherschützer Investitionen am Aktienmarkt aber für sinnvoll. Wer sich nicht in Details vertiefen und sein Risiko möglichst breit streuen wolle, könne zum Beispiel auf ETFs setzen. «Wer breit streut, ist immer unter den Gewinnern - zumindest langfristig.»

Veröffentlicht am:
03. 07. 2019
04:37 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Aktien Aktienbörse Aktienkurse Commerzbank Eon AG Finanzexperten Finanzinvestoren und Anleger Insolvenzen Lebensmittelwirtschaft Vermögensanlage Wertpapierbesitz Wirtschaftsbranche Energieerzeugung und -Versorgung
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Den Überblick bei EFTs behalten

26.06.2019

Drei wichtige Kriterien bei der Wahl von ETFs

Börsengehandelte Indexfonds (ETFs) sind das Finanzprodukt der Stunde: transparent, günstig, einfach zu verstehen. Das Angebot wächst und wächst. Wie behalten Anleger da den Durchblick? » mehr

Niels Nauhauser

24.04.2019

Warum sich Dividenden meist auszahlen

Bei Aktien kommt es nicht nur auf die Kursentwicklung an. Rendite erzielen Anleger auch über Dividenden. Allerdings kommt es nicht allein auf eine hohe Ausschüttung an. Worauf sollten Anleger achten? » mehr

Thomas Hentschel

12.06.2019

Das taugen Bundesländer-Anleihen

Wer als Anleger auf Sicherheit setzt, kann Anleihen erwerben - zum Beispiel der Bundesländer. Der Nachteil: Die Rendite ist mager. Lohnt es sich dennoch? » mehr

Thorsten Krause

29.05.2019

Reich werden mit dem Robo-Advisor?

Die Digitalisierung macht vor nichts Halt - nicht einmal vor der Geldanlage. Robo-Advisor versprechen jedem Anleger Zugang zu den Kapitalmärkten - transparent und einfach. Aber ist das wirklich so einfach? » mehr

Dirk Ulbricht

18.07.2018

Starker Dollar, schwacher Dollar - Was Anleger wissen müssen

Am US-Dollar kommt kaum jemand vorbei. Nach wie vor zählt er als wichtigste Währung der Welt. Müssen Anleger sich Sorgen machen, wenn der Dollar nachgibt? Oder bietet das vielleicht sogar Chancen? » mehr

Beratung und Taschenrechner

12.07.2018

So kann Vermögensaufbau gelingen

Geld haben wollen eigentlich fast alle. Sich um ihr Geld kümmern, wollen aber die wenigsten. Dabei ist das gar nicht so zeitaufwendig und kompliziert, wie man denkt. » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
03. 07. 2019
04:37 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".