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Die Investition in Whisky ist etwas für Kenner

Whisky als Geldanlage? Warum eigentlich nicht. Schon kleine Investitionen in spezielle Sorten können sich auszahlen. Dafür muss man aber erst mal viel Wissen anhäufen. Und wenn es nicht klappt mit der Wertsteigerung, kann man den Whisky immer noch trinken.



Whysky
Whisky gibt es in vielen Sorten. Manche eignen sich sogar zur Geldanlage. Allerdings setzt eine erfolgreiche Investition viel Wissen voraus.   Foto: Christoph Schmidt » zu den Bildern

Whisky ist gut für Überraschungen: Je mehr man sich mit dem Getränk auseinandersetzt, desto spannendere Geschichten findet man - von verlorenen Destillen bis zu wiederentdeckten alten Beständen. Liebhaber werden früher oder später auch mal daran denken, eine Rarität zu erwerben.

Statt sie zu trinken, kann es sich auszahlen, die Flasche aufzubewahren und auf Wertsteigerungen zu spekulieren. Allerdings müssen sich Käufer auskennen. «Tatsächlich mag die Geldanlage in Alkohol sehr unkonventionell klingen», sagt Stephan Witt von der Finum Private Finance AG in Berlin. Doch kann sich eine Investition durchaus lohnen. «Besondere Voraussetzungen an den Anleger sind dabei kaum zu beachten, und schon mit vergleichsweise wenig Kapital lässt sich eine recht ansehnliche Rendite erzielen.»

Das sieht auch Marco Jansen von der Oberbanscheidt & Cie. Vermögensverwaltungsgesellschaft und Gesellschafter von Whisky Investments so. Trotz der jüngst gestiegenen Preisen bewertet er die Aussichten für die Anlageklasse weiterhin als gut. «Wachsende Nachfrage speziell aus Asien trifft auf eine begrenzte Angebotsmenge.» Doch das Investment setzt viel Wissen voraus. Daher ist Whisky aus Sicht des Vermögensberaters Gunther Hemmann von der Isfinance AG in Dessau-Roßlau für Kleinanleger eher bedingt geeignet.

Das Wichtigste: Der Wert von Whisky steigt mit seinem Alter, jedoch ist es schwierig, alten Bestand zu finden. «Es gibt zwar viele der alten Brennereien noch, auch wenn 90 Prozent über die Jahre kaputt gegangen sind», erklärt Horst Lüning, Marketing- und IT-Manager bei Whisky.de und Betreiber eines Videoblogs zu dem Getränk. Deren Flaschen sind allerdings längst in Sammlerhänden. Davon noch eine zu finden, eine Ferintosh (Ben Wyvis bis 1893) zum Beispiel, «so was ist nahezu unmöglich».

Wertvoll sind auch Tropfen von sogenannten «lost destilleries», den verlorenen Brennereien wie etwa die 1983 geschlossene Port Ellen auf der schottischen Insel Islay. Von ihren Lagerbeständen werden seit Jahren limitierte Abfüllungen verkauft. Hemmann nennt Whiskys solcher Destillen «sicher eine gute Wertaufbewahrung für freie Liquidität», preislich aber seien diese schon sehr weit oben.

In der Tat, hier gibt es die kühnsten Preissteigerungen - und die tollsten Geschichten. Die vielleicht spannendste stammt aus der Antarktis. Der Polarforscher Ernest Shackleton errichtete sich dort eine Basishütte für eine seiner Expeditionen. Mit dabei waren ein paar Flaschen Whisky, die jedoch 1909 genauso wie die Hütte aufgegeben wurden. 2007 fand man unter dieser zwei zurückgebliebene Kisten Mackinlay-Whisk y.

Zwar gehören sie nun zum Nationalerbe, aber es war möglich, Proben zu ziehen und darauf basierend einen Whisky nachzukreieren. «Diese Abfüllung war limitiert - das war eine hundertprozentige Nummer für Preissteigerungen», sagt Lüning. «Die Story steigert die Preise.»

Besondere Tropfen sind auch Erstabfüllungen einer Brennblase. «Das ist der erste Whisky, der aus der Brennblase in ein Fass lief», erklärt Lüning. Sie werden von den Brennereien mittlerweile schon versteigert. Daran kommt gerade Einsteiger ohne gute Kontakte in die Szene also kaum ran. Es kann sich laut Lüning daher lohnen, nach jüngeren Abfüllungen zu schauen. Sie sind noch verhältnismäßig günstig, also erschwinglich mit Preisen ab 70 Euro.

Gute Investitionen hängen nicht allein von dem Namen ab, sondern von Abfüllungen. Ein solcher Whisky weist zum Beispiel eine Limitierung auf, es war also ein Fass oder eine kleine Menge von Fässern - die small batches, erklärt Lüning. Vor allem Jahresflaschen können sich lohnen, also Abfüllungen zu besonderen Anlässen wie einem Jubiläum oder der Verabschiedung eines Blendmasters. Oder Sonderabfüllungen.

«Aber die Brennereien geben relativ wenig von den Flaschen raus, so dass die rund um den Globus reißende Abnehmer finden», erklärt Lüning. «Wenn Sie in ein Geschäft gehen und sagen, ich hätte gerne sechs Flaschen davon, sagt Ihnen der Verkäufer: ich auch. Wenn man eine dieser Flaschen ergattert hat, hatte man richtig Glück.»

Also gibt es kaum Chancen für neue Anleger? Doch, denn Sammler verkaufen immer mal wieder, etwa in Fachgeschäften oder auf Auktionsplattformen. Fachmessen der Destillen sind ein Tipp von Hemmann. Lüning rät zur Suche nach neuen Destillen. Denn es tauchen derzeit viele kleine neue Brennereien auf. «Und da ergibt sich immer wieder die Chance, von diesen Erstabfüllungen etwas zu kaufen.»

Und wenn man doch ausgerechnet zu der Hälfte der Fehlinvestitionen gegriffen hat, ist es auch nur halb so schlimm. «Das Schöne am Whisky-Sammeln ist ja, die Hälfte dürfen Sie genießen.»

Veröffentlicht am:
08. 08. 2018
05:03 Uhr

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dpa

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08. 08. 2018
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