Lade Login-Box.
Topthemen: Gebietsreform: Das ändert sich in SüdthüringenMobilität und EnergieFußball-Tabellen

 

Was steckt in der Wohngebäudeversicherung?

Mit der eigenen Immobilie geht für viele Menschen ein Traum in Erfüllung. Der Schutz des teuer bezahlten Zuhauses gehört mit ins Budget. Die Wohngebäudeversicherung deckt eine Reihe von Schäden am Gebäude ab. Manches Risiko muss aber extra versichert werden.



Wenn die Ziegeln wegfliegen
Ein Unwetter kann an einem Hausdach schwere Schäden anrichten. Eine Wohngebäudeversicherung kommt in der Regel für die Kosten auf. Foto: Marijan Murat   Foto: dpa » zu den Bildern

Die Wohngebäudeversicherung ist zwar kein Muss. Aber sie deckt Schäden ab, die Hausbesitzer ruinieren können. Wohnungseigentümer sind der Regel über die Eigentümergemeinschaft versichert.

Die Policen umfassen in der Regel die Gefahren Feuer, Sturm, Hagel, Blitz und Explosion. Ebenfalls enthalten sind Schäden infolge defekter Wasserleitungen. Das ist der Grundschutz. Ersetzt wird - wenn erforderlich - das komplette Gebäude einschließlich der Technik. Terrasse, Garage und Gartenhäuschen können ebenfalls eingeschlossen sein, sofern sie im Vertrag stehen. Sauna und Solarium gehören dagegen nicht zum Standardprogramm, sondern können zugebucht werden.

Die Versicherungssumme richtet sich unter anderem nach Wohnort, Umgebung, Nutzung und Alter des Hauses. Den Ausschlag gibt meistens der Wert. Versichert wird grundsätzlich der Neuwert der Immobilie. Um den Wiederaufbauwert zu ermitteln, gibt es unterschiedliche Methoden.

Gängig ist das Verfahren Versicherungswert 1914. «Die Entschädigungsleistung wird jährlich mit Hilfe des Baupreisindex an das aktuelle Preisniveau angepasst», informiert der Bund der Versicherten (BdV) aus Hamburg. Basis ist der Baupreisindex von 1914.

Die Berechnung ist kompliziert. Deshalb sollten Eigentümer es ihrer Versicherung überlassen, das Haus einzuschätzen. Wer es alleine machen will, dem hilft der Wertermittlungsbogen des Versicherers. Bausachverständige und Versicherungsberater unterstützen Eigentümer gegen Honorar.

Schäden durch Hochwasser, Starkregen, Erdrutsche oder Schneelasten bleiben beim Grundschutz außen vor. Diese Elementarschäden müssen extra versichert werden. Das kann sinnvoll sein. «Bei Starkregen nützt mir Schutz vor Leitungswasserschaden nichts», erläutert Gabriele Zeugner von der Verbraucherzentrale Bremen. Verbraucher haben die Möglichkeit, sich im Internet über Standortrisiken zu informieren, um die Notwendigkeit eines zusätzlichen Schutzes vor Elementarschäden zu kalkulieren. Grundsätzlich bieten Assekuranzen solche Policen nur im Paket mit der Wohngebäudeversicherung an.

Unabhängig von individuellen Kriterien wie Risikostandort, Denkmalschutz, hohen Bäumen oder Schwimmbad sollten nach Erfahrung der Verbraucherschützerin einige Dinge in jedem Vertrag enthalten sein. Dazu gehört etwa die Regulierung von Schäden, die durch grobe Fahrlässigkeit entstehen - zum Beispiel durch vergessene Herdplatten oder brennende Kerzen.

Überspannungsschäden an Heizungselektronik und Smarthome-Installationen sollten drin sein. Der üblicherweise enthaltene Blitzschutz erfasse dies manchmal nicht. Probleme, die etwa ein Kaminfeuer verursacht, sind unter dem Stichwort Nutzungswärme häufig im Beitrag inklusive.

Eigentümer sollten besonders beachten, ob und in welchem Umfang Schäden infolge defekter Abwasserrohre eingeschlossen sind. Abhängig von der kommunalen Abwassersatzung kann es ihnen passieren, dass sie sogar für gebrochene Leitungen außerhalb ihres Grundstückes geradestehen müssen. Da wäre es unglücklich, wenn dies in der eigenen Wohngebäudepolice fehlt.

Ein Fallstrick lauert beim Schutz vor Überschwemmungsrückstau: Eventuell steht im Kleingedruckten, dass der Versicherer den Einbau einer Rückstauklappe plus der erforderlichen Wartung verlangt.

Auf die Zusatzliste setzt Versicherungsberater Andreas Kutschera aus Mönchengladbach die Kostenübernahme für Aufräumarbeiten und die eventuelle Boden-Dekontamination nach einem Brand. Vermietende Hauseigentümer können sich zudem gegen Mietausfall absichern. In der Police sollte der Bruttojahresmietwert festgeschrieben sein anstelle der ortsüblichen Miete, so Kutschera. Häufig müssen Eigentümer für Besonderheiten sowie für mehr Risiken höhere Prämien bezahlen.

Von Häuslebauern verlangt die finanzierende Bank meistens den Abschluss einer Wohngebäudeversicherung, mindestens aber einer Feuerschutzpolice. Vor einem Anbieterwechsel will das Kreditinstitut gefragt sein, solange es im Grundbuch steht. «Die Bank muss dem Wechsel förmlich zustimmen», sagt Bianca Boss vom Bund der Versicherten .

Vorschäden aus den vergangenen fünf Jahren sind beim Wechsel anzugeben. «Höhe, Zahl, Grund», zählt Kutschera auf. Mit mehr als drei Schäden könne es schwierig werden, einen neuen Anbieter zu finden. Um das zu vermeiden, sollten Immobilienbesitzer kleinere Missgeschicke aus der eigenen Tasche zahlen.

Veröffentlicht am:
25. 07. 2018
10:12 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Defekte Eigenheim Schäden und Verluste Starkregen Versicherungskunden
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Arm im Alter?

17.04.2019

Warum Selbstständige selbst fürs Alter vorsorgen müssen

Für das Alter vorzusorgen, ist für viele Selbstständige bisher keine gesetzliche Pflicht. Die Folge: Etliche sind unterversichert. Private Vorsorge sollte daher Standard sein. » mehr

Georg Thurnes

13.02.2019

Was bedeuten die Probleme bei Pensionskassen für die Rente?

Betriebliche Altersvorsorge ist eine sichere Sache. Doch Warnungen der Bafin sorgten bei Versicherten jüngst für Sorgen. Viele stellen sich die Frage: Ist ihre Altersvorsorge gefährdet? » mehr

Krankenkassen

06.02.2019

Worauf Versicherte beim Krankenkassenwechsel achten müssen

Viele gesetzliche Krankenkassen haben zuletzt den Zusatzbeitrag gesenkt oder Extraleistungen ausgeweitet. Wer mit seiner Kasse unzufrieden ist, kann sich eine neue suchen. Doch wie gelingt der Wechsel? » mehr

Bianca Boss

10.10.2018

So können privat Krankenversicherte sparen

Mit Beitragserhöhungen wollen private Krankenversicherungen höhere Kosten auffangen. Ist ihnen der Anstieg zu hoch, haben Versicherte Möglichkeiten, gegenzusteuern. Dabei sollten sie alles gut durchrechnen. » mehr

Mathias Zunk

27.09.2018

In welcher Höhe zahlt die Versicherung im Schadensfall?

Ist ein Schadensfall eingetreten und die Versicherung haftet, zahlt sie entweder den Zeit-, den Neu- oder den Wiederbeschaffungswert. Wann gilt was? Und warum sollten Verbraucher den Wert ihrer Gegenstände belegen können... » mehr

Hochwasser in Nordhessen

28.07.2017

Starkregen und Orkan: Was sagen die Versicherungen?

Gibt es mehr verheerende Unwetter als früher? Die Versicherer sind bei ihrer Antwort zurückhaltend. Sie wissen anhand der Schäden aber: Die Intervalle zwischen Jahren mit Wetterextremen werden kürzer. Und: In extrem kurz... » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
25. 07. 2018
10:12 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".