Lade Login-Box.
Sommerausklang in Südthüringen zum Digital-Abo
Topthemen: Freies Wort hilftCoronavirus in ThüringenFolgen Sie uns auf Instagram

 

Haushaltshilfe immer anmelden

Wer zu Hause für Tätigkeiten wie Putzen und Kochen eine Haushaltshilfe beschäftigt, sollte sie anmelden. Das erspart im Ernstfall viel Ärger. Das Verfahren ist denkbar einfach.



Illegale Haushaltshilfe
Haushaltshilfen arbeiten oft schwarz. Das kann im Zweifel aber teuer werden - vor allem für den Arbeitgeber.   Foto: Christin Klose/dpa-tmn » zu den Bildern

Partnerschaft, Karriere, Kinder. Und nebenbei muss auch noch der Haushalt gestemmt werden. Fürs Putzen, Bügeln, Kochen und dergleichen mehr holen sich viele gegen Bezahlung Unterstützung in die Wohnung.

Rund vier Millionen Haushaltshilfen gibt es schätzungsweise in Deutschland. Doch viele davon arbeiten schwarz. Wer seine Haushaltshilfe nicht anmeldet, begeht eine Ordnungswidrigkeit.

«Spätestens wenn die Haushaltshilfe beim Putzen etwa von der Leiter fällt und schwer verletzt ins Krankenhaus muss, fliegt die Schwarzarbeit auf», sagt Mareike Bröcheler von der Deutschen Gesellschaft für Hauswirtschaft (dgh).

Der behandelnde Arzt muss den Unfall immer dem zuständigen Unfallversicherungsträger melden. Besteht für die verletzte Person kein Versicherungsschutz, kann der Auftraggeber dazu verpflichtet werden, die Behandlungs- und Rehakosten zu zahlen. «Dann wird es richtig teuer», betont Bröcheler.

Es spricht also viel dafür, die Haushaltshilfe mit einem Verdienst von bis zu 450 Euro im Monat bei der Minijob-Zentrale anzumelden. Das Verfahren ist einfach: Auf der Webseite ist der sogenannte Haushaltscheck abrufbar, der von Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam ausgefüllt und unterschrieben werden muss.

Der Arbeitgeber erteilt der Minijob-Zentrale eine Einzugsermächtigung für alle Abgaben. «Ansonsten muss sich der Arbeitgeber um nichts kümmern, die Minijob-Zentrale regelt alles weitere und meldet den Beschäftigten bei den Sozialversicherungen an», betont Elke Wieczorek vom Berufsverband der Haushaltsführenden (DHB).

Der Arbeitgeberanteil für Renten- und Krankenversicherung, für eine Pauschalsteuer und für eine Unfallversicherung beträgt etwa 14 Prozent. Der Arbeitnehmer selbst muss nichts zahlen.

«Wichtig ist, dass der Arbeitgeber den Minijobber fragt, ob er oder sie noch andere Minijobs hat», betont Wolfgang Buschfort von der Minijob-Zentrale. Ist dies der Fall, darf der Gesamtverdienst nicht über 450 Euro liegen. Sonst kann die Haushaltshilfe nicht bei der Minijob-Zentrale angemeldet werden.

Das würde bedeuten, dass sie auf Lohnsteuerkarte beschäftigt werden muss. Die Folgen: Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen sich die Sozialversicherungsbeiträge, die Haushaltshilfe muss Steuern zahlen.

Welchen Stundenlohn die Haushaltshilfe bekommt, müssen Arbeitgeber und Arbeitnehmer untereinander aushandeln. «Üblich sind Stundensätze zwischen 10 und 15 Euro», erklärt Wieczorek. Nach oben hin sind natürlich keine Grenzen gesetzt - bei einem Minijob darf nur der Verdienst von 450 Euro pro Monat nicht überschritten werden.

Ein Arbeitsvertrag, in dem aufgelistet ist, welche Aufgaben die Haushaltshilfe hat, bietet Sicherheit. «Gerade wenn es zum Streit kommt, hilft es, wenn man vorher die Leitlinien der Beschäftigung gemeinsam festgelegt und unterschrieben hat», erläutert Buschfort.

Der Arbeitgeber kann die Haushaltshilfe von der Steuer absetzen. «Bis zu 510 Euro im Jahr bekommt man vom Fiskus zurück», sagt Buschfort. Die Vorteile für die Haushaltshilfe: Sie zahlt in die Rentenkasse ein. Und sie hat Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. «80 Prozent dieser Kosten bekommt der Arbeitgeber über die Minijob-Zentrale erstattet», so Bröcheler.

Die Unfallversicherung der Haushaltshilfe kommt für Unfälle bei der Arbeit, aber auch auf dem Hin- und Rückweg auf, erklärt Eberhard Ziegler von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Der Unfallschutz umfasst eine umfassende Heilbehandlung, ohne dass in der Regel Eigenanteile des Versicherten anfallen. Falls erforderlich, kommt die Versicherung auch für eine berufliche und soziale Rehabilitation auf.

Veröffentlicht am:
09. 08. 2017
05:10 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Arbeitgeber Arbeitgeberbeiträge Arbeitnehmer Gefahren Gesetzliche Unfallversicherung Kochen und Kochrezepte Lohnfortzahlung im Krankheitsfall Lohnsteuerkarte Schwarzarbeit Sozialversicherungssysteme
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
René Hissler

15.04.2020

Welche Versicherungen für Vereine sinnvoll sind

Einen Verein zu gründen, ist im Prinzip nicht schwer. Wer ein solches Projekt umsetzt, sollte auch an die passenden Versicherungen denken. Welche Policen sinnvoll sein können. » mehr

Vermögenswirksame Leistungen

12.08.2020

Spar-Optionen mit Vermögenswirksamen Leistungen

Es ist Geld, das sich Arbeitnehmer nicht entgehen lassen sollten: Vermögenswirksame Leistungen. Den Betrag können Beschäftigte unterschiedlich anlegen - ein Überblick über die Möglichkeiten. » mehr

Ein Jahr solidarisches Grundeinkommen

04.08.2020

Ein Jahr solidarisches Grundeinkommen in Berlin

Nach langem Vorlauf und kontroversen Debatten betrat Berlin vor einem Jahr Neuland in der Arbeitsmarktpolitik. Kann das solidarische Grundeinkommen eines Tages Hartz IV ersetzen? Eine Zwischenbilanz. » mehr

Günstige Zinsen und wenig Formalien

08.05.2019

Günstige Zinsen und wenig Formalien beim Arbeitgeberdarlehen

Es muss nicht immer ein herkömmlicher Bankkredit sein. Viele Arbeitgeber bieten ihren Beschäftigten zinsgünstige Darlehen an. Die Konditionen hierfür sollten aber in jedem Fall vertraglich vereinbart werden. » mehr

Altersentlastungsbetrag

23.06.2020

Wann sich der Altersentlastungsbetrag auszahlt

Steuerpflichtigen steht ab dem Jahr, in dem sie 65 werden, ein Altersentlastungsbetrag zu. Damit sollen Einkünfte im Alter gerechter besteuert werden. Er sinkt allerdings von Jahr zu Jahr. » mehr

Geldanlage

05.08.2020

Geschlossene Fonds setzen Erfahrung voraus

Geschlossene Fonds stellen oft satte Renditen in Aussicht. Doch Anleger sollten sich nicht blenden lassen. Das Risiko, alles zu verlieren, ist hoch. » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
09. 08. 2017
05:10 Uhr



^