Lade Login-Box.
Corona Newsletter Gemeinsam handeln
Topthemen: #GemeinsamHandelnCoronavirus in ThüringenCorona-HilfsbörseFreies Wort hilft

 

Wie die Deutschen ihr Geld anlegen

Auch wenn die Zinsen aktuell sehr niedrig sind, bleiben die Deutschen auch im Jahr 2016 sehr sparfreudig. Das zeigen diverse Zahlen von Banken, Börse und Versicherern.



Sparen als zeitloser Anlagetrend
Wenn es darum geht, Geld anzulegen, wählen die Deutschen trotz niedriger Zinsen weiterhin am liebsten solide Sparoptionen. Foto: Andrea Warnecke  

Die Sparzinsen sind im Keller - doch die meisten Deutschen scheuen bei der Geldanlage das Risiko. Was tun die Menschen mit ihrem Geld? Ein Überblick:

AKTIEN - Der Absturz der «Volksaktie» Telekom und das Platzen der New-Economy-Blase am Neuen Markt um die Jahrtausendwende haben viele Kleinanleger nachhaltig verschreckt. Zwar erhöhte sich die Zahl der Besitzer von Aktien und/oder Aktienfondsanteilen in Deutschland im vergangenen Jahr um 560 000 auf gut neun Millionen. Das ist der höchste Stand seit 2012. Dennoch sind nur 14 Prozent der über 14-Jährigen am Aktienmarkt engagiert - und damit deutlich weniger als in anderen Ländern. Nach Bundesbank-Zahlen machten Aktien zum Ende des zweiten Quartals 2016 gerade einmal ein Zehntel (540,7 Mrd Euro) der 5401 Milliarden Euro Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland aus.

BARGELD und BANKEINLAGEN - Bargeld und Einlagen bei Banken sind nach den Bundesbank-Zahlen mit gut 2128 Milliarden Euro nach wie vor der größte Posten des Geldvermögens der privaten Haushalte. Tagesgeldkonten als Parkplatz für Liquidität stehen nach wie vor hoch im Kurs, obwohl sie kaum noch Zinsen abwerfen.

BAUSPAREN - Die Deutschen sind eifrige Bausparer. Nach Zahlen des Verbands der Privaten Bausparkassen gab es 2015 knapp 30 Millionen Bausparverträge in Deutschland. Damit komme auf jeden zweiten Haushalt mindestens ein Vertrag. 2,7 Millionen Verträge wurden im vergangenen Jahr neu abgeschlossen. Allerdings versuchen etliche Bausparkassen Kunden loszuwerden, die noch besonders hochverzinste Altverträge haben.

GOLD - Privatleute in Deutschland besitzen mittlerweile die Rekordmenge von 8672 Tonnen des Edelmetalls - davon gut die Hälfte (4705 Tonnen) in Form von Barren und Münzen, knapp 4000 Tonnen sind Schmuck. Diese Zahlen haben Forscher der Steinbeis-Hochschule für die Reisebank zusammengetragen. Von 2014 bis 2016 wuchs der Goldschatz der Privathaushalte demnach um 477 Tonnen. Wert zum Zeitpunkt der Studie im August 2016: 375 Milliarden Euro. Drei Viertel (2014: 67 Prozent) der erwachsenen Bundesbürger besitzen der Studie zufolge Gold in Form von Schmuck, Barren, Münzen oder Wertpapieren.

IMMOBILIEN - Die niedrigen Hypothekenzinsen heizen die Nachfrage nach Häusern und Wohnungen an. In den ersten neun Monaten 2016 wurden so viele Wohnungen genehmigt wie seit 1999 nicht mehr. Auch viele Investoren spekulieren auf weitere Preissteigerungen und investieren in «Betongold». Noch sieht die Bundesbank keine gefährlichen Übertreibungen am deutschen Immobilienmarkt. Allerdings verlocken die niedrigen Zinsen auch zum Schuldenmachen. Die Bundesbank warnt vor einem Schock bei steigenden Zinsen: «Finanzierungen, die unter den aktuellen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen, könnten sich dann als nicht nachhaltig herausstellen.»

LEBENSVERSICHERUNGEN - 91 Millionen Lebensversicherungsverträge zählte der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) Ende vergangenen Jahres bundesweit. Damit hat rein rechnerisch jeder Bundesbürger mindestens eine Lebensversicherung - ein Altersvorsorge-Klassiker. Doch neue Verträge sind schon lange nicht mehr so attraktiv verzinst wie noch um die Jahrtausendwende.

SPARBUCH - Das gute alte Sparbuch hat seinen Reiz bei den sicherheitsorientierten Deutschen trotz aktuell mickriger Zinsen keineswegs verloren. 44 Millionen Sparkonten zählten allein die seinerzeit 413 Sparkassen bundesweit zum Jahresende 2015. Gut 603 Milliarden Euro hatten die privaten Haushalte im 2. Quartal 2016 nach jüngsten Bundesbank-Zahlen als Spareinlagen und Sparbriefe angelegt.

Veröffentlicht am:
28. 12. 2016
05:06 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bausparkassen Deutsche Bundesbank Deutsche Börse AG Deutsche Telekom AG Deutscher Sparkassen- und Giroverband Europäische Zentralbank Milliarden Euro Neuer Markt Statistisches Bundesamt Steinbeis-Hochschule Versicherungsunternehmen Wertpapierbörse
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Weltspartag

30.10.2019

Welche Bedeutung hat der Weltspartag im Zinstief

Steigende Gebühren, Negativzinsen, gekündigte Prämienverträge - Banken und Sparkassen locken ihre Kunden derzeit nicht unbedingt. Fürs Sparen wird dennoch tapfer geworben - aus guter Tradition. » mehr

Börse in Frankfurt

14.02.2017

Warum Aktien bei den Deutschen so wenig gefragt sind

Sparen, sparen - nur wie, in Zeiten extrem niedriger Zinsen? Um die Börse machen die meisten Deutschen einen weiten Bogen. Ist das wirklich eine gute Idee? » mehr

Dax-Kurve

26.09.2018

Anleger profitieren vom guten Börsenjahr 2017

Die Welt wird immer reicher. Vor allem Aktionäre profitieren. Deutschlands Sparer halten einigermaßen mit. » mehr

Lebensversicherung

02.12.2019

Die Luft für Lebensversicherungen wird wieder dünner

Die Hoffnung Millionen Versicherter auf ein Ende der Zinstalfahrt bei Lebensversicherungen hat sich zerschlagen. Gesunkene Zinsen am Kapitalmarkt setzen den Altersvorsorgeklassiker unter Druck. » mehr

Geldgeschäfte Corona Bank Vollmacht

06.04.2020

Banken verlangen meist eigene Vollmachten

Wer wegen des Coronavirus derzeit daheim bleiben muss, kann auch viele Geldgeschäfte nicht selbst erledigen. Die können im Prinzip auch andere übernehmen. Dafür sind aber Vollmachten nötig. » mehr

Geldanlage per Computer

02.09.2019

Warum automatisierte Geldanlagen kaum angenommen werden

Automatisierte Investments im Netz versprechen einfache, breit gestreute Geldanlagen. Doch bisher halten sich Sparer zurück - auch weil viele Banken lieber eigene teure Fonds verkaufen. » mehr

Autor

Von

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
28. 12. 2016
05:06 Uhr



^