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Sparkassen: Zahlungsmoral in der Krise bislang unverändert

Geschäftsrückgang und Kurzarbeit: Die Corona-Krise hat für viele Menschen in Deutschland auch wirtschaftliche Folgen. Doch bisher wirkt sich das kaum auf ihre Solvenz aus. Was ist für die kommenden Monate zu erwarten?



Helmut Schleweis
Laut dem Sparkassen-Präsident Helmut Schleweis ist weder bei der Rückzahlung von Darlehen noch bei der Inanspruchnahme von Dispokrediten eine auffällige Zunahme zu erkennen.   Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Die Zahlungsmoral der Verbraucher in Deutschland hat nach Einschätzung der Sparkassen in der Corona-Krise bislang nicht gelitten. «Wir sehen derzeit keine außergewöhnliche Entwicklung, weder bei der Rückzahlung von Darlehen noch bei der Inanspruchnahme von Dispokrediten», sagte Sparkassen-Präsident Helmut Schleweis.

«Die Sparquote wächst derzeit noch. Die Menschen treffen mehr Vorsorge. Bestimmte Ausgaben, zum Beispiel für Reisen werden, in der Pandemie zurückgestellt», erläuterte Schleweis.

Finanzinstitute konnten Kunden, die wegen der Krise in Not geraten sind, vom 1. April an die Zahlung von Zins, Tilgung oder Rückzahlung von Krediten für drei Monate stunden. Schleweis zufolge gewährten Sparkassen teilweise eine längere Frist von sechs bis neun Monaten. Insgesamt ermöglichten die Sparkassen bis Ende Juli 367.000 Kunden einen Zahlungsaufschub, davon 198.649 Privatkunden und 180.005 Gewerbekunden.

Mittelständische Unternehmen sieht der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) in der Summe auch für eine längere Durststrecke gerüstet. «Die Krisenresistenz der meisten Firmen ist dank guter Kapitalpolster noch sehr ordentlich», sagte Schleweis. Nach jüngsten Daten des Verbandes liegt die durchschnittliche Eigenkapitalquote bei den mittelständischen Unternehmen bei 39 Prozent. Dazu wertet der DSGV Geschäftsbilanzen und Kreditkennzahlen von mittelständischen Firmenkunden mit einem Jahresumsatz von bis zu 250 Millionen Euro aus. Einige Branchen wie Hotellerie und Gastronomie stünden allerdings deutlich unter Druck.

Zwar rechnet Schleweis im kommenden Jahr mit steigenden Insolvenzzahlen. Das könnten die Sparkassen aber gut verkraften. «Die Sparkassen haben die letzten Jahre, die praktisch ohne Kreditausfälle waren, genutzt, um die Rücklagen immer weiter aufzustocken. Sie sind gerüstet für Ausfälle über das bisherig Maß hinaus.» Insgesamt sei die Kreditwirtschaft seit der Finanzkrise 2008 widerstandsfähiger geworden. «Die Finanzinstitute haben mehr Eigenkapital und die Regulierung hat einiges bewirkt, dass Banken widerstandsfähiger geworden sind».

Mit einem steilen Aufschwung nach dem Konjunkturabsturz in der Corona-Krise - ein sogenanntes V-Szenario - rechnet Schleweis eher nicht. Er erwartet, dass es langsam wieder aufwärts geht, «also eher ein breites U. Ich gehe davon aus, dass wir noch nicht am Ende sind.»

© dpa-infocom, dpa:201012-99-913146/2

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Veröffentlicht am:
12. 10. 2020
12:14 Uhr

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12. 10. 2020
12:14 Uhr



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