Lade Login-Box.
Fotowettbewerb 2020 zum Digital-Abo
Topthemen: Podcast: Offen gesagtCoronavirus in ThüringenCorona-HilfsbörseFolgen Sie uns auf Instagram

 

Inflation auf tiefstem Stand seit fast vier Jahren

Tanken und Heizen sind zuletzt spürbar günstiger geworden. Viele Volkswirte gehen davon aus, dass die rückläufige Entwicklung bei den Verbraucherpreisen vorerst anhalten wird.



Inflation in Deutschland
Die Inflation in Deutschland ist im Mai in der Corona-Krise auf den niedrigsten Stand seit fast vier Jahren gesunken.   Foto: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa

Gute Nachrichten für Verbraucher: Der massive Rückgang der Energiepreise in der Corona-Krise dämpft die Teuerung in Deutschland deutlich. Seit nunmehr drei Monaten schwächt sich der Preisauftrieb ab.

Im Mai sank die Inflation auf den tiefsten Stand seit fast vier Jahren: Die Verbraucherpreise lagen um 0,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag bestätigte. Ein so niedriger Wert war zuletzt im September 2016 ermittelt worden. Von April auf Mai 2020 sanken die Verbraucherpreise um 0,1 Prozent.

Und die Inflation könnte sich noch mehr der Nullmarke annähern: Sollte die jüngst von der Bundesregierung beschlossene Senkung der Mehrwertsteuer vollständig an die Konsumenten weitergegeben werden, dürfte dies nach Berechnungen der Wiesbadener Statistiker einen Rückgang der Verbraucherpreise um rein rechnerisch 1,6 Prozent verursachen.

Keine Entlastung bei Wohnungsmieten

Allerdings weisen die Experten zugleich darauf hin, dass die Preisentwicklung auch von vielen anderen Effekten bestimmt wird. Zudem seien zum Beispiel Wohnungsmieten, die etwa ein Fünftel der Konsumausgaben der privaten Haushalte ausmachen, nicht von der Steuersenkung begünstigt.

Nach dem Gesetzentwurf von CDU/CSU und SPD soll eine reduzierte Mehrwertsteuer dafür sorgen, dass viele Einkäufe im Supermarkt, Möbelhaus oder Elektromarkt für ein halbes Jahr günstiger werden. Der Steuersatz soll vom 1. Juli bis zum 31. Dezember von 19 auf 16 Prozent verringert werden. Der ermäßigte Satz, der zum Beispiel für viele Lebensmittel gilt, wird von 7 auf 5 Prozent reduziert. Das Gesetz soll nun im Eilverfahren beschlossen werden.

Im Mai verbilligten sich Haushaltsenergie und Sprit im Vergleich zum Vorjahresmonat nach Angaben des Bundesamt um insgesamt 8,5 Prozent. Der Rohölpreis ist seit Monaten unter Druck. Mit dem weitgehenden Stillstand der Wirtschaft in vielen Ländern infolge der Corona-Pandemie sank die Nachfrage nach dem Rohstoff, der Preisverfall verschärfte sich.

Heizöl bis zu 30,5 Prozent günstiger als im Vorjahr

An Heizöl zum Beispiel kamen Verbraucher in Deutschland im Mai 30,5 Prozent günstiger als vor Jahresfrist, die Kraftstoffpreise sanken um 20,7 Prozent. Nahrungsmittel hingegen verteuerten sich überdurchschnittlich um 4,5 Prozent.

Die Inflationsrate ist ein wichtiger Gradmesser für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Notenbank strebt für den gesamten Euroraum mit seinen 19 Ländern mittelfristig eine Jahresteuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an - weit genug entfernt von der Nullmarke. Denn dauerhaft niedrige oder auf breiter Front sinkende Preise könnten Unternehmen und Verbraucher verleiten, Investitionen aufzuschieben. Das kann die Wirtschaft bremsen.

Im Euroraum rutschte die Inflation nach jüngsten Daten des Statistikamtes Eurostat im Mai Richtung Nulllinie: Die Verbraucherpreise lagen nur um 0,1 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Das ist die niedrigste Inflationsrate seit Juni 2016.

Volkswirte rechnen trotz milliardenschwerer Rettungspakete von Regierungen und Zentralbanken nicht damit, dass sich daran schnell etwas ändert. Eines ihrer Argumente: Die Corona-Krise dürfte die Lohnentwicklung und die Konsumnachfrage dämpfen. Die EZB prognostiziert für das Gesamtjahr 2020 einen drastischen Konjunktureinbruch im Euroraum infolge der Corona-Krise und eine Teuerung von gerade einmal 0,3 Prozent.

Veröffentlicht am:
16. 06. 2020
11:32 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bundesbehörden und Bundesämter (Deutschland) Energiepreise Europäische Zentralbank Eurostat Heizöl Inflation Regierungseinrichtungen der Bundesrepublik Deutschland SPD Spritpreise Statistisches Bundesamt Steuersenkungen Zentralbanken Ölpreis
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Verbraucherpreise

14.05.2020

Verbraucherpreise steigen kaum noch

Obst und Gemüse kosten mehr. Sprit und Heizöl sind im April dagegen deutlich billiger. Die Corona-Krise hinterlässt Spuren bei den Verbraucherpreisen. » mehr

Jahresinflationsrate 2019

16.01.2020

Inflation auf tiefstem Stand seit drei Jahren

Das Leben in Deutschland ist auch 2019 teurer geworden. Doch die Verbraucherpreise ziehen nicht mehr so stark an wie in den Jahren zuvor. » mehr

Inflation sinkt in der Coronakrise

30.03.2020

Inflation sinkt in der Corona-Krise

Niedrigere Preise für Sprit und Haushaltsenergie entlasten die Budgets der Menschen in Deutschland. Der Anstieg der Verbraucherpreise schwächt sich insgesamt ab. Doch nicht alle Produkte werden günstiger. » mehr

Was bringt 2020 Anlegern?

04.12.2019

Was bringt 2020 Anlegern?

Das Hin und Her um den Brexit, Trumps Tweets zum Handelsstreit mit China, dazu die expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank - 2019 war für Anleger nicht langweilig. Was kommt 2020? » mehr

Preisverfall bei Benzin und Heizöl

23.03.2020

Billiges Heizöl löst Kaufrausch bei Verbrauchern aus

Rohöl ist so günstig wie zuletzt vor Jahren - nicht allein wegen des Coronavirus. Tanken ist deutlich billiger geworden, doch beim Heizöl ist es fast schon paradox: Die Nachfrage ist so stark gestiegen, dass der Preisver... » mehr

Euro-Münzen

03.01.2020

Inflation dürfte sich abgeschwächt haben

Eins ist sicher: Das Leben in Deutschland ist auch im vergangenen Jahr teurer geworden. Zuletzt hatten sinkende Energiepreise die Teuerungsrate zumindest gebremst. Was bedeutet das für die Menschen? » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
16. 06. 2020
11:32 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.