Lade Login-Box.
Fotowettbewerb 2020 zum Digital-Abo
Topthemen: Freies Wort hilftCoronavirus in ThüringenFolgen Sie uns auf Instagram

 

Sparer sollten offene Brexit-Finanzfragen klären

Der geplante Austritt Großbritanniens aus der EU stellt Verbraucher vor viele Fragen. Wer auf der Insel einen Kredit aufgenommen oder eine Versicherung abgeschlossen hat, sollte spätestens jetzt handeln.



Folgen des Brexits für die Börse
Der Brexit beeinflusst auch die Börsen.   Foto: Frank Rumpenhorst/dpa-tmn

Noch ist unklar, welche Auswirkungen der Brexit haben könnte. Wer finanzielle Verbindungen zu Großbritannien hat, sollte offene Fragen rund um den geplanten Austritt Großbritanniens aus der EU jetzt rasch klären. Dazu rät Finanzexpertin Karolina Wojtal vom Europäischen Verbraucherzentrum Deutschland (EVZ) in Kehl.

Sollte jetzt handeln, wer in Großbritannien angelegt hat?

Karolina Wojtal: Die Entwicklung ist ein Blick in die Glaskugel. Aber klar ist, dass das Pfund seit dem Votum dramatisch an Wert verloren hat. Auch wie Sparer künftig im Fall einer Bankpleite gesichert sind, ist unklar. Bislang sind aufgrund einer EU-Richtlinie 75.000 britische Pfund pro Sparer vereinbart. Wird das britische Pfund abgewertet, ist mit einer weiteren Absenkung des Schutzniveaus zu rechnen. Nach einem Brexit fällt die EU-Einlagensicherung erst einmal weg und müsste durch eigene Instrumente ersetzt werden.

Eine Zeit lang war es auch gang und gäbe, dass Verbraucher Kredite im Vereinigten Königreich aufgenommen haben. Ihre Unsicherheit wird nun teilweise ausgenutzt. Einige Unternehmen drängen dazu, umzuschichten. Aber ein Verbraucher, der von sich aus kündigt, kommt nicht kostengünstig aus dem Vertrag. Provision und Abschlussgebühren sind in der Regel nicht erstattungsfähig. Zum Teil steckt dahinter eine Betrugsmasche: Unseriöse Unternehmen wollen an Ausweiskopien und Finanzdaten kommen.

Werden Überweisungen nach Großbritannien künftig schwieriger?

Wojtal: Bei einem Brexit ohne Abkommen vermutlich wirklich. Das Vereinigte Königreich arbeitet derzeit mit dem Euro-Zahlungsraum SEPA zusammen. Inwiefern es Teil des SEPA-Raumes bleibt, lässt sich nicht absehen. Von einer günstigen SEPA-Überweisung profitieren Bankkunden aber schon jetzt nur, wenn Ausgangs- und Empfängerkonto in Euro geführt werden. Sonst fallen Wechselgebühren zum Tageskurs an. Da die Gebühren stark schwanken, lohnt es sich, vorher Informationen von der Bank einzuholen.

Frage: Was ändert sich für Verbraucher mit britischer Versicherung?

Wojtal: Vor allem Lebensversicherungen britischer Anbieter waren lange steuerlich attraktiv. Für Kunden sollte das Thema aber mittlerweile geklärt sein: Die meisten Unternehmen haben Tochterunternehmen oder Niederlassungen in Luxemburg, Deutschland oder Frankreich gegründet.

Betroffene Kunden wurden schon bald nach Bekanntwerden der Brexit-Pläne darüber informiert, dass der Vertrag unverändert auf diese Unternehmen übergeht. Wer noch nicht informiert wurde, sollte schriftlich anfragen, welche Maßnahmen der Versicherer ergriffen hat.

ZUR PERSON: Karolina Wojtal ist Juristin und Projektleiterin mit dem Schwerpunkt Versicherungen und Finanzen beim Europäischen Verbraucherzentrum Deutschland (EVZ) mit Sitz in Kehl.

Veröffentlicht am:
09. 10. 2019
04:34 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bankkunden Brexit Europäische Union Kunden Steuern und staatliche Abgaben Versicherungen Versicherungsunternehmen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Zahntechnikerin mit Modell

29.09.2020

Zahnzusatzpolice sollte sich auf Rechnung beziehen

Zahnersatz kann teuer werden. Zahnzusatzversicherungen helfen, das Loch im Geldbeutel nicht zu groß werden zu lassen. Doch der Teufel steckt im Detail. » mehr

Versicherungsstreit

09.09.2020

Wie der Ombudsmann bei Streit mit der Versicherung hilft

Landet der Streit mit der Versicherung vor Gericht, wird es für Verbraucher meistens teuer. Dabei ist der juristische Weg nicht immer notwendig. Der Versicherungsombudsmann kann oft schlichten. » mehr

Versicherungen richtig kündigen

26.08.2020

Wie Sie Versicherungen richtig kündigen

Zu teuer, zu wenig Leistung oder schlicht ein überflüssiger Schutz: Es kann sich aus verschiedenen Gründen lohnen, Versicherungen zu wechseln oder zu kündigen. Was Sie dabei beachten müssen. » mehr

Bianca Boss

12.02.2020

Von ungeliebten Lebensversicherungen trennen

Im Notfall lässt sich eine Lebensversicherung immer kündigen. Versicherte kommen so meist schnell an ihr Geld. Doch es gibt bessere Methoden. Worauf Sie dabei achten sollten. » mehr

Eine Versichertenkarte steckt in einem Portemonnaie

vor 5 Stunden

Höhere Beiträge: PKV-Versicherte können Tarif wechseln

Steigende Beiträge in der privaten Krankenversicherungen können das persönliche Budget belasten. Doch Versicherte haben die Möglichkeit, in einen günstigeren Tarif zu wechseln. » mehr

Lebensversicherungen als Altersvorsorge

23.06.2020

Was taugen Lebensversicherungen als Altersvorsorge?

Lebensversicherungen galten lange als attraktive Altersvorsorge. Die niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt bringen die Versicherungsunternehmen aber zunehmend in Schwierigkeiten. Was Versicherte wissen müssen. » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
09. 10. 2019
04:34 Uhr



^