Lade Login-Box.
Topthemen: Landtagswahl 2019Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

 

Immobilienkredite bleiben günstig

Die EZB verschärft ihre ultralockere Geldpolitik. Früher oder später werden das auch Verbraucher merken - schon jetzt verführen niedrige Zinsen zum Hauskauf. Von Hektik raten Experten jedoch ab.



Geld für den Hausbau
Goldene Zeiten für Bauherren: Immobilienkredite gibt es aktuell günstig wie nie. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn   Foto: dpa

Für Banken wird es teurer, wenn sie Geld bei der Notenbank parken. Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) hat am Donnerstag beschlossen, den Strafzins für Bankeinlagen von 0,4 Prozent auf 0,5 Prozent zu erhöhen.

Experten rechnen damit, dass in der Folge die Zinsen sinken werden, die Kleinsparer auf ihr angelegtes Geld erhalten. Wer einen Hauskauf plant oder bald eine Anschlussfinanzierung braucht, kann sich dagegen freuen.

Immobiliendarlehen sind bereits jetzt günstig wie nie: Ein Kredit über eine Laufzeit von zehn Jahren kostet nach Angaben der unabhängigen FMH-Finanzberatung in Frankfurt am Main derzeit im Schnitt 0,69 Prozent. Bei einer Laufzeit von 15 Jahren liegt der durchschnittliche Zinssatz bei 0,98 Prozent (Stand jeweils: 11. September).

Vor drei Wochen waren es noch 0,71 Prozent bei einer Laufzeit von 10 Jahren und 1,04 bei 15 Jahren (Stand: 22. August). Die genauen Zinssätze hängen allerdings unter anderem von der finanziellen Situation des Kreditnehmers ab.

Experte: Baufinanzierung wird günstiger

Der Strafzins soll Institute dazu anregen, mehr Kredite zu vergeben. «Der Druck wird größer, die Banken wollen ihr Geld loswerden, weil die EZB ihnen zu teuer wird. Als eine Lösung bieten sich große Baufinanzierungsvolumen an, die selbst bei niedrigen Zinsen so gut wie ohne Risiko vergeben werden können», erklärt FMH-Experte Max Herbst die Situation der Banken und Sparkassen. Er rechnet deshalb damit, dass diese Institute ihre Zinssätze weiter senken.

Mit Minuszinsen im Hypothekenbereich rechnet Herbst aber nicht. Er rät Kreditnehmern, die bald eine Anschlussfinanzierung brauchen, sich über die aktuellen Konditionen zu informieren. «Aber ich sehe keine Notwendigkeit, jetzt schon zu unterschreiben», so Herbst.

Beim Hauskauf spielt nicht nur der Zins eine Rolle

Ähnliches empfiehlt Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale Bremen: «Je weiter das Vertragsende entfernt ist, desto wichtiger ist es jetzt natürlich, die Zinsentwicklung im Blick zu behalten.» Wer über einen Neuabschluss nachdenke, für den gelte: «Beim Neukauf nicht verlocken lassen. Der niedrige Zins allein rechtfertigt nicht den Kauf einer Immobilie.»

Der Nutzen der Niedrigzinsen ist sowieso relativ, gibt Oelmann zu bedenken: «Im Moment sind die Preise in vielen Regionen explodiert. Das hebt natürlich den Zinsverlust auf.»

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
12. 09. 2019
14:52 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Banken Bankguthaben Europäische Zentralbank Hauskauf Kreditnehmer Niedrige Zinsen Sparkassen Zentralbanken Zinsen Zinssätze Zinsänderungen und Zinsentwicklung
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Immobilienkredit

23.08.2019

Bei Immobilienkredit nicht von Niedrigzins verleiten lassen

Niedrige Zinsen auf Einlagen verunsichern Verbraucher. Bei Krediten ist es umgekehrt: Die niedrigen Zinsen verführen vielleicht sogar zum Hauskauf. Von Hektik raten Experten jedoch ab. » mehr

Stefanie Laag

10.07.2019

Das sind die Alternativen zum Dispokredit

Steht das Girokonto im Minus, ist ein Dispokredit finanziell nicht immer die günstigste Variante. Die gute Nachricht: Verbraucher haben Alternativen. » mehr

Weltspartag

30.10.2019

Welche Bedeutung hat der Weltspartag im Zinstief

Steigende Gebühren, Negativzinsen, gekündigte Prämienverträge - Banken und Sparkassen locken ihre Kunden derzeit nicht unbedingt. Fürs Sparen wird dennoch tapfer geworben - aus guter Tradition. » mehr

Kontoführungsgebühren

14.10.2019

Studie: Nur wenige Banken erhöhen die Gebühren

Trotz schwächelnder Gewinne setzt einer Studie zufolge im Augenblick nur eine Minderheit der Kreditinstitute in Deutschland auf Gebührenerhöhungen. » mehr

Alter Sparvertrag

14.05.2019

Darf die Bank den Sparvertrag kündigen?

Je länger, desto besser - mit solchen Slogans warben Geldinstitute für langfristige Sparverträge. Viele Kunden haben tatsächlich lange durchgehalten. Für die Anbieter wird das zunehmend zu einem Problem. » mehr

Geld und ein Sparschwein

02.10.2019

Bankkunden sollten Zinsanpassung prüfen

Schwankende Zinssätze, die Kunden nicht nachvollziehen können? Die Justiz gibt vor, was bei Sparverträgen erlaubt ist. Halten sich Banken nicht daran, bekommen Kunden eventuell viel Geld zurück. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
12. 09. 2019
14:52 Uhr



^