Lade Login-Box.
Topthemen: Landtagswahl 2019Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

 

Lohnt sich eine Ausbildungsversicherung?

Ausbildungsversicherungen sind bei Großeltern oder Eltern durchaus gefragt. Schließlich versprechen die Policen, die Ausbildung der Kinder zu finanzieren. Das klingt bequem. Aber ist das wirklich die beste Art, finanziell für den Nachwuchs vorzusorgen?



Blick auf einen Hörsaal
Mit der Einschulung beginnt oft eine lange Bildungskarriere. Damit diese auch finanziert werden kann, bieten Versicherungen entprechende Produkte an.   Foto: Bodo Marks

Die Einschulung ist oft der Anfang einer langen Bildungskarriere. Denn nach der Schule zieht es viele junge Leute an die Hochschulen. Damit Eltern ihren Kinder das finanzieren können, gibt es Ausbildungsversicherungen.

Doch in der Praxis zahlt sich so ein Vertrag eher selten aus, erklärt Simone Weidner von der Stiftung Warentest im Interview mit dem dpa-Themendienst.

Warum sind Ausbildungsversicherungen nicht geeignet?

Simone Weidner: In der Regel handelt es sich um eine kapitalbildende Lebens- oder Rentenversicherung, häufig mit Fondsinvestment. Die Police kombiniert Versicherungsschutz und Geldanlage. Als Sparvertrag ist das bei einem Garantiezins von aktuell 0,9 Prozent nicht geeignet.

Zu bedenken ist auch, dass ein Teil der eingezahlten Beiträge für die Todesfallabsicherung und ein Teil für Abschlusskosten verwendet wird. Das reduziert den Sparanteil für die Ausbildung. Wollen Eltern für den eigenen Todesfall vorsorgen, sollten sie ihre Kinder besser mit einer Risikolebensversicherung absichern.

Welche Alternativen gibt es, um die Ausbildung zu finanzieren?

Weidner: Die Ausbildung der Kinder ist nicht in erster Linie eine Frage der Versicherung, sondern der Geldanlage. Eltern oder Großeltern können zum Beispiel einen Sparvertrag auf den Namen des Kindes abschließen. Ist das Geld auf den Namen des Kindes angelegt, dürfen Eltern nicht mehr eigenmächtig darüber verfügen. Ab dem 18. Geburtstag hat das Kind Zugriff auf das Konto.

Soll das Geld ohne jedes Risiko angelegt werden und zu 100 Prozent dem Kind gehören, bietet sich für eine höhere Einmalsumme, zum Beispiel 10.000 Euro oder mehr, eine sichere Anlage mit garantierten Zinsen an. Für eine Festgeldanlage mit zehn Jahren Laufzeit gibt es etwa 1,5 Prozent jährlich. Banksparpläne sind wegen der zur Zeit niedrigen Zinsen nicht empfehlenswert.

Allen, die das Risiko nicht scheuen, empfehlen wir, mit einem ETF-Sparplan auf den Weltaktienmarkt für die Ausbildung der Kinder zu sparen und ein Depot auf den Namen des Kindes anzulegen. Angesichts des langen Anlagehorizonts von zum Beispiel 18 Jahren sind die Risiken von Fondssparplänen, die auf einen weltweiten Aktienindex setzen, überschaubar. In der Vergangenheit brachten Aktienfonds im langjährigen Durchschnitt Renditen von 6 bis 8 Prozent pro Jahr ein.

Brauchen Schulkinder überhaupt eigene Versicherungen?

Weidner: Nein, in der Regel nicht. Der Versicherungsschutz läuft in den meisten Fällen über die Eltern, zum Beispiel in der gesetzlichen Krankenversicherung oder der Haftpflichtversicherung. Sinnvoll kann aber eine Kinderinvaliditätsversicherung sein. Sie zahlt, wenn ein Kind durch Krankheit oder Unfall dauerhaft invalide wird, entweder eine lebenslange monatliche Rente oder einmalig eine hohe Summe. Eltern können den Schutz meist ab dem ersten Lebensjahr des Kindes abschließen, seltener schon ab der sechsten Lebenswoche. Die Verträge laufen oft nur bis zum 18. Geburtstag. Die Versicherung kostet aber zwischen 150 und 500 Euro im Jahr.

Veröffentlicht am:
31. 07. 2019
05:34 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Eltern Gesetzliche Krankenversicherung Gesetzliche Rentenversicherung Hochschulen und Universitäten Krankenversicherung Risikolebensversicherungen Schulen Schulkinder Stiftung Warentest Versicherungen Versicherungsschutz
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Lohnt sich das?

31.07.2019

Lohnt sich eine Ausbildungsversicherung?

Ausbildungsversicherungen sind bei Großeltern oder Eltern durchaus gefragt. Schließlich versprechen die Policen, die Ausbildung der Kinder zu finanzieren. Das klingt bequem. Aber ist das wirklich die beste Art, finanziel... » mehr

Geld

30.10.2019

Rentner können Zuschuss zur Krankenversicherung beantragen

Hilfe für Rentner: Die gesetzliche Rentenversicherung kann Geld für die Krankenversicherung beisteuern. Ob dafür ein Antrag erforderlich ist, hängt von der Art der Versicherung ab. » mehr

Untersuchung beim Arzt

18.10.2019

Privatversicherte müssen Beiträge im Alter planen

Die Beiträge zur privaten Krankenversicherung steigen regelmäßig. Versicherte sollten dies bei der Finanzplanung beachten. » mehr

Antrag auf eine Lebensversicherung

04.12.2019

Immobilienkauf als Grund für Risiko-Lebensversicherung

Wer seine Familie für den Fall des eigenen Todes absichern will, hat dafür viele Möglichkeiten. Eine ist der Abschluss einer Risiko-Lebensversicherung. Wann entscheiden sich Versicherte dafür? » mehr

Sorgenfreies Alter?

12.11.2019

Betriebsrentner werden von Krankenkassenbeiträgen entlastet

Bei der Auszahlung von Betriebsrenten gibt es für viele Senioren ein böses Erwachen: Der volle Beitrag zur Krankenkasse wird fällig. Künftig soll ein Freibetrag den Effekt deutlich abmildern. » mehr

Krankenkassen-Test

16.07.2019

So sinkt der Krankenkassen-Beitrag trotz mehr Extras

Wem spezielle Leistungen wichtig sind, der sollte Krankenkassen vergleichen. Ein Wechsel kann die gewünschten Extras bringen und gleichzeitig Geld sparen. » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
31. 07. 2019
05:34 Uhr



^