Topthemen: Gebietsreform: Das ändert sich in SüdthüringenMobilität und EnergieFußball-Tabellen

 

Große Spannbreite bei Kita-Gebühren

Da lohnt sich fast ein Umzug: Je nach Wohnort zahlen Eltern ganz unterschiedlich hohe Kitagebühren. Doch günstige Kita bedeutet nicht automatisch gute Kita.



Im Kindergarten
Am wenigsten zahlen Eltern laut IW-Studie in Berlin: Hier ist die Kita-Betreuung seit diesem Sommer generell kostenlos.   Foto: Friso Gentsch

Der eine zahlt hunderte Euro, der andere überhaupt nichts: In Deutschland entscheidet der Wohnort, wie tief Eltern für die Kita in die Tasche greifen müssen. Die Spannbreite der Gebühren liegt nach einer neuen Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) Köln bei mehreren Hundert Euro.

In der Regel werden die Elternbeiträge für die Kitas von den Kommunen festgelegt. Meist sind sie nach Alter des Kindes, Betreuungszeit und Jahreseinkommen der Eltern berechnet - mit dem sogenannten Gute-Kita-Gesetz ist eine solche Staffelung künftig vorgeschrieben.

Am wenigsten zahlen Eltern laut IW-Studie in Berlin: Hier ist die Kita-Betreuung seit diesem Sommer generell kostenlos - unabhängig davon, wie viel die Eltern verdienen und wie lange das Kind am Tag in die Kita geht. Ab dem zweiten Geburtstag gilt das auch in allen rheinland-pfälzischen Städten. In Hamburg ist zumindest eine Betreuung von fünf Stunden am Tag kostenlos.

Andere Orte wie Düsseldorf, Hannover, Münster, Kiel oder Erfurt nehmen bei einem geringen Einkommen von 30.000 Euro noch keine Beiträge, sondern setzen erst später an. Wieder anderswo sind zumindest die letzten Kitajahre vor der Einschulung kostenlos.

Am meisten zahlen den Daten zufolge Duisburger Eltern, wenn sie im Jahr mehr als 90.000 Euro verdienen und ihr 18 Monate altes Kind jeden Tag 9 Stunden betreuen lassen. In diesem Fall schlagen laut IW-Studie 630 Euro zu Buche. Familien mit einem mittleren Einkommen von 50.000 Euro zahlen bei einer Betreuungzeit von 25 oder 35 Stunden in Köln am meisten. Bei einer Betreuungszeit von 45 Wochenstunden bittet Saarbrücken sie am stärksten zur Kasse. 

Das Institut hat die Gebührenordnungen der städtischen Kitas in allen Orten mit mehr als 250.000 Einwohnern und den kleineren Landeshauptstädten ausgewertet. Dabei wurden Familien mit unterschiedlichen Einkommen, Kinder unterschiedlichen Alters und unterschiedliche Betreuungsumfänge betrachtet. Generell gilt: Je jünger die Kinder, je wohlhabender die Eltern und je länger die Betreuungszeit, desto höher die Gebühren. 

Nicht berücksichtigt ist allerdings die Qualität der Kita-Betreuung, also zum Beispiel um wie viele Kinder sich eine einzelne Erzieherin kümmern muss. Einer Studie der Bertelsmann Stiftung zufolge sind die Unterschiede hier groß: In westdeutschen Krippengruppen betreut eine Fachkraft im Schnitt 3,6 Kinder, in ostdeutschen 6 Kinder. Außerdem gelten die städtischen Gebührenordnungen nicht in allen Bundesländern auch für Kitas in freier Trägerschaft, die bundesweit rund zwei Drittel der Einrichtungen ausmachen.

Die Studienautoren gehen davon aus, dass Eltern mit mittlerem Gehalt oft ein Zehntel ihres Nettoeinkommens für die Kita ausgeben müssen. Auf manche Familie könne das abschreckend wirken, so dass sie ihre Kinder erst relativ spät in den Kindergarten schickten. 

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
31. 12. 2018
12:14 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bertelsmann AG Bertelsmann Stiftung Eltern Euro Institut der deutschen Wirtschaft Kindertagesstätten
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Geldanlage

19.02.2019

Wirkungsorientiertes Investieren breitet sich langsam aus

Viele Start-ups widmen sich sozialen und ökologischen Problemen - und können dabei auf eine wachsende Zahl von Investoren bauen, die diese Werte teilen. In Deutschland war das bislang eine Nische. Hat sich das geändert? » mehr

Kinder in einer Kita

21.11.2018

Kindergeld kommt in armen Familien bei den Kindern an

Mehr Kindergeld gleich mehr Zigaretten und Alkohol für die Eltern? Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung räumt mit diesem Vorurteil auf. Wirtschaftsforscher haben sich die Konsumzahlen von Familien seit 1984 genau angesch... » mehr

Geldbeutel

18.08.2017

Mehrarbeit rentiert sich für Geringverdiener nicht immer

Arbeiten Beschäftigte in unteren Einkommensgruppen mehr, bleibt ihnen nicht unbedingt mehr Geld übrig. Im schlimmsten Fall können Sozialabgaben, Transferleistungen und Einkommenssteuern gar zu Verlusten führen. Gutverdie... » mehr

Altersarmut

26.06.2017

Altersarmut trifft besonders alleinstehende Frauen

Das Thema Rente und Altersarmut wird ein Mega-Thema im Bundestagswahlkampf. Dass die Zahl der Betroffenen zum Teil dramatisch ansteigt, zeigt eine Studie der Bertelsmann-Stiftung. Sie fordert mehr Engagement für die Risi... » mehr

«Mix ohne Fix»

17.03.2018

Ratgeber-Bestseller: «Mix ohne Fix» direkt auf Platz eins

Neu in den Top Ten und sofort auf dem ersten Platz - das gelingt selten. Corinna Wild schafft das in dieser Woche mit ihrem Kochbuch «Mix ohne Fix». Insgesamt gibt es vier Neueinsteiger in die Charts der Ratgeberbücher. » mehr

Kinder bei der Einschulung

12.07.2018

Welche Ausgaben mit der Einschulung auf Eltern zukommen

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen. Dieses Sprichwort lässt sich auch auf andere Bereiche übertragen. Zum Beispiel auf die Ausgaben. Mit der Einschulung müssen Eltern jedenfalls mit neuen Posten re... » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
31. 12. 2018
12:14 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".