Lade Login-Box.
Topthemen: Landtagswahl 2019Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

 

Stromkunden können bei Preiserhöhung fristlos kündigen

Die Umlage zur Förderung von Ökostrom in Deutschland soll im kommenden Jahr um 5,7 Prozent auf Jahr 6,405 Cent pro Kilowattstunde sinken. Dennoch rechnen Branchenkenner mit etwas höheren Strompreisen. Diese Rechte haben Verbraucher:



Steigender Strompreis
Steigt der Strompreis, haben Verbraucher das Recht, ihren Vertrag zu kündigen.   Foto: Jens Büttner

Trotz der Entlastung bei der Ökostrom-Umlage könnten die Strompreise für Privathaushalte im kommenden Jahr insgesamt nach Darstellung von Branchenexperten leicht steigen. Preiserhöhungen müssen Verbraucher aber nicht hinnehmen.

Stromkunden können den Vertrag - bis die höheren Preise wirksam werden - fristlos kündigen. Der Grund für die Preiserhöhung spielt dabei keine Rolle, wie die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen mit Verweis auf ein Urteil des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe erklärt (Az.: VIII ZR 163/16). Wenn sie in den Vertragsklauseln das Sonderkündigungsrecht des Kunden bei Preiserhöhungen aufgrund von staatlichen Faktoren - also etwa der EEG-Umlage oder Steuern - ausschließen, sei das unzulässig.

Die großen Stromnetzbetreiber gaben bekannt, dass die sogenannte EEG-Umlage zur Förderung von Ökostrom im kommenden Jahr leicht sinken wird. Dennoch könnten die Strompreise aus Expertensicht etwa wegen erwarteter höherer Netzentgelte leicht steigen. Doch das seien ebenfalls keine Gründe, warum die Netzbetreiber das Recht auf Sonderkündigung ausschließen könnten, stellt Michelle Jahn von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen klar. «Stromanbieter sind schließlich nicht verpflichtet, die Erhöhungen weiterzugeben.»

Die Kündigung sollte man per Einschreiben schicken und darin die Preiserhöhung als Kündigungsgrund angeben. So wird deutlich, dass man von seinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch macht. Die unabhängige Schlichtungsstelle Energie ist bei Problemen eine Anlaufstelle (www.schlichtungsstelle-energie.de).

Die Umlage zur Förderung von Ökostrom in Deutschland sinkt. Die Abgabe zur Förderung der erneuerbaren Energien (EEG-Umlage) beträgt im kommenden Jahr 6,405 Cent pro Kilowattstunde und ist damit 5,7 Prozent niedriger als im Vorjahr. Das teilten die Betreiber der großen Stromnetze mit.

Nach Berechnungen von Check24 zahlt ein Vier-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 5000 Kilowattstunden 2019 aufgrund der sinkenden EEG-Umlage 23 Euro weniger. Im Gegenzug stiegen aber die Netznutzungsentgelte, die ebenfalls rund ein Viertel des Strompreises ausmachen. Ein Grund dafür ist, dass der Ausbau der Stromnetze nicht richtig vorankommt. Engpässe verursachen Kosten.

Zugleich gaben die großen Stromnetzbetreiber die sogenannte Offshore-Netzumlage für 2019 bekannt. Sie beträgt 0,416 Cent pro Kilowattstunde. Die Kosten für den Anschluss von Windkraftanlagen vor den Küsten an das Hauptstromnetz werden über diese Netzumlage von den Verbrauchern getragen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
15. 10. 2018
17:33 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Branchenexperten Förderung Kilowattstunden Kommende Jahre Preiserhöhungen Stromkunden Stromnetzbetreiber Strompreise Verbraucherzentralen Ökostrom
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Strompreise 2020

06.12.2019

Wechsel des Stromanbieters ist meist noch möglich

Ob die Strompreise 2020 steigen, liegt im Ermessen der Netzbetreiber. Doch viele Anbieter haben bereits angekündigt, die Erhöhung der EEG-Umlage weiterzugeben. Noch können viele Kunden reagieren. » mehr

Windrad neben einem Strommast

06.08.2018

EEG-Umlage treibt Strompreis 2019 laut Experten nicht hoch

Die Ökostrom-Förderung ist nicht der einzige Bestandteil des Strompreises, aber ein wichtiger. Kritik an Höhe und Verteilung der EEG-Umlage gibt es deswegen viel. Nun haben Experten eine gute Nachricht für Stromkunden. » mehr

Strompreise

01.04.2019

Strom ist so teuer wie nie

Die Strompreise kennen derzeit nur eine Richtung: aufwärts. Kaum ein Versorger, der nicht an der Preisschraube gedreht hat. Von der Strombörse kommen aber gegenläufige Signale. » mehr

Stromzähler

15.11.2019

Viele Haushalte bleiben dem örtlichen Stromlieferanten treu

Stromkunden werden in Deutschland kräftig umworben. Nachdem die Stadtwerke in den vergangenen Jahren Boden verloren haben, hat sich ihr Marktanteil stabilisiert. Durch einen Wechsel können die Verbraucher sparen, rechnet... » mehr

Strom abgestellt

25.10.2019

Welche Maßnahmen bei nicht bezahlten Strom-Rechnungen drohen

Im vergangenen Jahr wurden weniger Menschen wegen säumiger Zahlung der Strom abgedreht als noch 2017. Wie soll man sich verhalten, wenn der Stromanbieter mit einer Sperre droht? » mehr

Strommast

15.10.2019

Sonderkündigungsrecht bei Strompreiserhöhung

2020 erhöht sich die EEG-Umlage für Stromversorger. Haushalte müssen damit rechnen, bald Ankündigungen für steigende Stromkosten zu erhalten. Was können sie dann tun? » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
15. 10. 2018
17:33 Uhr



^