Lade Login-Box.
Corona Newsletter Gemeinsam handeln
Topthemen: #GemeinsamHandelnCoronavirus in ThüringenCorona-HilfsbörseFreies Wort hilft

 

Verkauf von vielen Artikeln nicht immer gewerblicher Handel

Auf Verkaufsplattformen wie Ebay oder Etsy bieten viele Privatpersonen ihre Ware an. Doch gilt jemand, der mehrere Artikel verkaufen möchte, automatisch als gewerblicher Händler?



Europäischer Gerichtshof
Wer auf einer Online-Plattform mehrere Verkaufsanzeigen platziert, gilt nicht automatisch als gewerblicher Händler. Das stellte der EuGH klar.   Foto: Thomas Frey

Ob man bei Online-Verkäufen als gewerblicher Händler eingestuft wird, darf nicht allein an der Zahl der angebotenen Artikel festgemacht werden.

Ausschlaggebend sei dagegen, ob die Verkäufe Teil einer «gewerblichen, handwerklichen oder beruflichen Tätigkeit» seien, entschied der Europäische Gerichtshof (EuGH).

Es ging um den Fall (Az. C-105/17) einer Frau aus Bulgarien. Ein Verbraucher hatte bei ihr über eine Online-Plattform eine gebrauchte Armbanduhr erworben, war aber nicht zufrieden und wollte den Kauf rückgängig machen. Die Verkäuferin weigerte sich - wozu sie als Privatperson berechtigt wäre. Die bulgarische Verbraucherschutz-Kommission stufte sie danach aber als gewerbliche Händlerin ein, weil sie feststellte, dass die Frau noch acht weitere Verkaufsanzeigen veröffentlicht hatte. Entsprechend wurde sie mit Geldbußen belegt.

Die Frau zog dagegen vor Gericht - und das stellte beim EuGH die Frage, ob jemand als Gewerbetreibender eingestuft werden könne, weil er «eine vergleichsweise hohe Zahl» von Verkaufsanzeigen einstellt. Der EuGH betonte, stattdessen müssten Gerichte von Fall zu Fall entscheiden, ob eine Person als gewerblicher Verkäufer handele. Anhaltspunkte dafür seien unter anderem, «ob der Verkauf planmäßig erfolgte, ob er eine gewisse Regelmäßigkeit hatte oder mit ihm ein Erwerbszweck verfolgt wurde, ob sich das Angebot auf eine begrenzte Anzahl von Waren konzentriert». Zudem müssten die Rechtsform sowie die technischen Fähigkeiten des Verkäufers berücksichtigt werden.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
05. 10. 2018
16:33 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Armbanduhren Bußgelder Europäischer Gerichtshof Frauen Gewerbetreibende Händler Rechtsformen Verkaufsanzeigen Webportale eBay
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Payback

13.03.2020

Wenn der Einkauf belohnt wird: Payback wird 20

Rabattprogramme nutzen die menschliche Neigung zur Schnäppchenjagd mit großem Erfolg aus - Kundendaten gegen Preisnachlass. » mehr

Manuela Stengl

26.02.2020

Gutes Geld für alte Schätze

Ob Flohmarktstand oder Online-Plattform: Gebrauchtes lässt sich oftmals noch zu Geld machen. Neben der Präsentation spielt auch der Preis eine Rolle beim Verkauf. » mehr

Online-Handel

12.02.2020

Mehr Schutz von Verbrauchern bei Online-Handel notwendig

Online-Marktplätze und Vergleichsportale vermitteln immer häufiger Warenkäufe und die Buchungen von Dienstleistungen. Rein rechtlich gesehen bewegen sich die Verbraucher dabei aber oft auf wackeligem Boden. Das soll sich... » mehr

Online-Shop

13.01.2020

Warum im Netz immer mehr Marktplätze entstehen

Online-Marktplätze wie Amazon oder Ebay sind für die Verbraucher wegen des großen Angebots attraktiv. Deshalb öffnen inzwischen auch immer mehr Handelsketten ihre Online-Shops für Drittanbieter. Doch die Hürden für einen... » mehr

SEPA-Überweisungsträger

09.09.2019

Vorerst kein Ende der SEPA-Lastschrift

Ein EuGH-Urteil sorgt für Aufsehen: Auch Kunden aus dem Ausland müssen das Lastschriftverfahren nutzen können. Händler befürchten steigende Kosten - gibt es deshalb bald gar keine Lastschrift mehr? » mehr

Online-Shopping

20.05.2019

Mode und Elektronik kaufen Verbraucher immer öfter online

Die deutschen Verbraucher geben ihr Geld immer öfter im Internet aus. Darunter leiden viele stationäre Händler. Doch in drei Branchen ist die Lage besonders dramatisch. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
05. 10. 2018
16:33 Uhr



^