Topthemen: Gebietsreform: Das ändert sich in SüdthüringenMobilität und EnergieFußball-Tabellen

 

Bei Testamenten auf die richtigen Formulierungen achten

Um einen Erbstreit zu vermeiden, sollte ein Testament wenig Deutungsspielraum lassen. Im Zweifelsfall entscheidet sonst das Gericht, wie das Schriftstück zu verstehen ist. So befasste sich etwa das Kammergericht Berlin mit einer missverständlichen Eingangsformel.



Testament
Missverständliche Formulierungen im Testament können zu unterschiedlichen Interpretationen führen. Formeln wie «für den Fall, dass ich heute tödlich verunglücke» sind besser zu vermeiden.   Foto: Jens Büttner

Bei Testamenten kommt es auf die richtigen Formulierungen an. Das gilt insbesondere für Eingangsformeln.

Heißt es etwa am Anfang «für den Fall, dass ich heute tödlich verunglücke» stellt sich die Frage, ob das Testament auch gültig sein soll, wenn die Erblasser zu einem anderen Zeitpunkt sterben. In diesem Fall muss der Text ausgelegt werden, wie ein Fall vor dem Kammergericht (KG) Berlin zeigt (Az.: 6 W 10/18), auf den die Arbeitsgemeinschaft Erbrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) hinweist.

In dem verhandelten Fall hatte die Erblasserin geschrieben: «Testament! Für den Fall, das ich heute, am 26.11.99 tödlich verunglücke, fällt mein gesamter Nachlass (Haus, Auto, Konto und persönliche Sachen) zu gleichen Teilen an: ... Aufgesetzt bei bester Gesundheit und vollem Bewusstsein». Die Frau starb aber erst Jahre später. Nach ihrem Tod stritten die gesetzlichen Erben mit den im Testament genannten Erben darüber, ob der letzte Wille gültig ist.

Nach Ansicht des Kammergerichts hat das Testament in diesem Fall Bestand: Die Eingangsformulierung enthalte keine Bedingung, von deren Eintritt die Wirksamkeit des Testamentes abhängen sollte. In ihr werde lediglich der Anlass für die Testamentserrichtung mitgeteilt. Es ging der Erblasserin nur um die allgemein bestehende Möglichkeit, einen Unfalltod auch am besagten Tag zu haben. Es ist auch kein Grund ersichtlich, warum sie die verfügte Abweichung von der gesetzlichen Erbfolge nur an diesem einen Tag vornehmen will.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
01. 08. 2018
04:22 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Erben Erbschaftsrecht Erbschaftsstreits Testamente
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Testament

30.11.2018

Erbstreitigkeiten nehmen zu

Schätzungen zufolge vererben die Deutschen Jahr für Jahr 200 bis 300 Milliarden Euro Privatvermögen. Nicht immer ist der Nachlass im Vorhinein geregelt. Darum gibt es unter Erben oft Streit. » mehr

Erbrecht

05.12.2018

Wann wird ein Ersatztestamentsvollstrecker ernannt?

In einigen Testamenten ist die Ernennung eines Ersatztestamentsvollstreckers festgelegt. Bei Notwendigkeit muss das Gericht das Amt des Testamentsvollstreckers dann neu vergeben. Lehnen Richter dies ab, müssen sie ihre E... » mehr

Handschriftlich verfasstes Testament

29.11.2018

Worauf es bei Testamenten ankommt

Ein Testament soll Klarheit schaffen - doch manchmal erreichen Erblasser auch das Gegenteil, weil sie die falschen Worte wählen. Wer formale Fehler macht, kann sogar das ganze Testament ungültig machen. Wie lässt sich da... » mehr

Überall anders

17.10.2018

Was bei Tod im Ausland erbrechtlich zu beachten ist

Sonne statt Schnee, Strand statt Schrebergarten: Viele Rentner verlagern ihren Lebensmittelpunkt in warme Gefilde. Im Todesfall kann das für ihre Erben aber Unwägbarkeiten bringen. Deshalb sollte man zu Lebzeiten Vorkehr... » mehr

Auflagen im Testament

24.01.2018

Was Erblasser bei Auflagen im Testament beachten müssen

In einem Testament können den Erben bestimmte Auflagen gemacht werden. Deren Einhaltung ist aber nicht immer gewährleistet. » mehr

Richterhammer

16.01.2019

Im Ausland verstorben: Deutsches Gericht für Erbe zuständig

Der Tod eines Verwandten stellt Betroffene vor rechtliche Herausforderungen. Stirbt ein Angehöriger im Ausland, kann es Unklarheiten bezüglich der Erbreglungen geben. Im Falle der gerichtlichen Zuständigkeit schafft das ... » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
01. 08. 2018
04:22 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".