Topthemen: Der NSU-ProzessMobilität und EnergieGebietsreformFußball-Tabellen

 

Stromlieferant hat für Nachforderung drei Jahre Zeit

Eine Schlussabrechnung ist nicht immer endgültig. Denn eine solche Abrechnung schützt nicht vor berechtigten Nachforderungen. Stellt sich nämlich heraus, dass die erste Rechnung zu niedrig war, kann sie auch später noch korrigiert werden.



Späte Forderung
Ist die Schlussrechnung eines Energieversorgers zu niedrig, darf sie im Nachhinein korrigiert werden. Kunden müssen solche berechtigten Nachforderungen auch nach Jahren noch bezahlen.   Foto: Kai Remmers/dpa-tmn

Die Endabrechnung eines Stromanbieters schließt Nachforderungen nicht aus. Und zwar auch nicht nach längerer Zeit, wie eine Entscheidung des Amtsgerichts München (Az.: 264 C 3597/17) zeigt.

Nach Ansicht des Gerichts müssen Verbraucher zumindest innerhalb der üblichen Verjährungsfrist von drei Jahren damit rechnen, dass eine irrtümlich zu niedrige Stromrechnung korrigiert wird. Über das Urteil berichtet die «Neue juristische Wochenschrift».

In dem verhandelten Fall hatte ein Kunde seinem Stromanbieter gekündigt. Laut der Schlussrechnung musste der Verbraucher noch 12,85 Euro zahlen, was dieser auch tat. Zwei Jahre später erhielt der frühere Kunde aber erneut eine Rechnung. Die Forderung belief sich diesmal auf 868,50 Euro. Betitelt war das Schreiben mit «Rechnungskorrektur».

Zwar stimmten die der korrigierten Rechnung zugrundegelegten Zählerstände. Der frühere Kunde wollte aber trotzdem nicht zahlen. Seine Begründung: Zuerst hätte die ursprüngliche Rechnung angefochten werden müssen.

Das sah der zuständige Richter allerdings anders: Bei der irrtümlich zu niedrigen ersten Rechnung handele es sich um eine Wissenserklärung ohne rechtsgeschäftlichen Erklärungswert. Die Rechnung könne somit nicht dahingehend ausgelegt werden, dass für den betreffenden Abrechnungszeitraum eine endgültige Abrechnung erstellt werden sollte, die auch dann gilt, wenn sich nachträglich herausstellt, dass diese fehlerhaft war.

Auch waren die Ansprüche des Stromlieferanten nicht verwirkt. Zwischen der ersten Rechnung und der Korrektur lag ein Zeitraum von etwas mehr als zwei Jahren. Diese Zeitspanne liege noch unterhalb der dreijährigen Verjährungsfrist, innerhalb derer jeder Schuldner damit rechnen müsse, noch in Anspruch genommen zu werden.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
07. 12. 2017
17:12 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Amtsgerichte Schuldner Schutz und Sicherheit Stromversorger Verbraucherinnen und Verbraucher Verhandlungen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Sammelbox für Batterien

12.07.2018

Nur jede zweite Gerätebatterie wird recycelt

1998 wurden in Supermärkten die ersten Boxen zum Recycling von Altbatterien aufgestellt. Doch dort landet nur knapp die Hälfte des Mülls. Warum bringen Verbraucher nicht mehr zurück? » mehr

Einkaufen mit Plastiktüte

07.06.2018

Verbraucher in Deutschland nutzen weniger Plastiktüten

Manchmal können 15 oder 20 Cent eine große Wirkung haben. Zum Beispiel bei Plastiktüten: Die verwenden die Deutschen viel weniger, seit sie kaum mehr gratis zu haben sind. » mehr

Sepa-Überweisung

30.05.2018

Verbraucher melden Probleme mit Kontonummer IBAN

Eigentlich sollte die internationale Kontonummer IBAN den Zahlungsverkehr erleichtern. Doch offenbar verursacht sie bei grenzüberschreitenden Überweisungen und Lastschriften oft Probleme. Das zeigen Zahlen der Sepa-Besch... » mehr

Zahlen mit Karte

16.05.2018

Geldkarten beim Bezahlen im Blick behalten

Aufgepasst beim bargeldlosen Zahlen. Verbraucher sollten ihre Zahlkarten nicht aus den Augen verlieren. Doch in Restaurants nimmt der Kellner die Karte auch mal mit. Verbraucher sollten dann zwei Dinge tun. » mehr

Mobiles Bezahlen

03.05.2018

Neue Techniken könnten mobiles Bezahlen bald ablösen

Per Smartphone-App bezahlen bisher nur wenige Bundesbürger. Berater glauben nun, dass sich die Technik erst gar nicht flächendeckend durchsetzt. Denn es nahen schon neue Verfahren. » mehr

Bestatter

21.03.2018

Vorsorge für die eigene Beerdigung

Wer seine Beerdigung selbst planen und bezahlen will, kann mit seinem Bestatter einen Vorsorgevertrag abschließen. Doch hier lauern Risiken. Worauf Verbraucher achten müssen. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
07. 12. 2017
17:12 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".