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Greenpeace: Apple Spitze bei Nutzung erneuerbarer Energien

Cloud- oder Streaming-Dienste sind große Strom-Verbraucher. Deshalb schaut sich Greenpeace regelmäßig an, ob die Dienste mit erneuerbaren Energien versorgt werden. Etliche Internet-Firmen agieren vorbildlich - doch es gibt auch schwarze Schafe.



Ökostrom
Manche US-Technologie-Unternehmen setzen auf erneuerbare Energien. Laut Greenpeace seien vor allem Apple, Facebook und Google vorbildlich. Foto: Roland Weihrauch  

Greenpeace hat den US-Technologieriesen Apple, Facebook und Google gute Noten beim Einsatz erneuerbarer Energien bescheinigt. In dem Ranking bleibt der alte Spitzenreiter weiter vorn.

Mit 83 Prozent genutztem Strom aus regenerativen Quellen belege Apple dabei das dritte Jahr in Folge den Spitzenplatz in der Rangliste, teilte die Umweltschutz-Organisation mit.

Amazon setze dagegen mit seinen Webservices AWS immer noch in weiten teilen auf Kohle- und Atomstrom, heißt es im Greenpeace-Report «Grüner Klicken». Und das hat auch Auswirkungen auf andere Dienste. Viele datenintensiv getriebene Services wie Netflix, Pinterest oder der Musikdienst Spotify werden über die Server von Amazon geleitet.

«Schon jetzt verbrauchen Internetnutzer beim Streamen von Musik und Filmen gigantische Mengen an Strom», sagte Niklas Schinerl, Energieexperte bei Greenpeace. «Wäre das Internet ein Land, so hätte es weltweit den sechstgrößten Stromverbrauch.» Zu Spitzenzeiten machen demnach über Netflix gestreamte Serien und Spielfilme heute bereits mehr als ein Drittel des Datenverkehrs in Nordamerika aus. Generell habe Videostreaming im Jahr 2015 einen Anteil von 53 Prozent am globalen Internetdatenverkehr gehabt.

Amazon setzt laut Greenpeace bei steigendem Bedarf auch heute noch vorwiegend auf Kohle und Atomstrom, nur 17 Prozent stammten aus erneuerbaren Quellen. «Wenn Amazon, Netflix und andere nicht schnell und konsequent auf erneuerbare Energien umsteigen, werden sie zur Schmuddelecke im Klimaschutz», sagt Schinerl.

Dabei hat sich nach Angaben von Greenpeace bei Amazons als führendem Cloud-Anbieter im vergangenen Jahr einiges getan. Hierzu zähle auch die Unterstützung einer sauberen Energiepolitik. «Nach wie vor fehlt es AWS jedoch an Transparenz», bemängelt Greenpeace in seinem Report.

Das rasante Wachstum des Konzerns, etwa im US-Staat Virginia, basiere weitgehend auf der «Nutzung schmutziger Energie». Insofern sei unklar, ob die AWS Cloud tatsächlich auf einem guten Weg sei, sich völlig durch erneuerbare Energie zu versorgen. Bei Apple oder Google steige die Versorgung mit sauberer Energie dagegen parallel zum Unternehmenswachstum oder übertreffe dieses noch.

Nach Apple folgen im Greenpeace-Ranking Facebook mit 67 Prozent genutzter erneuerbarer Energie, Google mit 56 Prozent und HP mit 50 Prozent. Unter den Anbietern von Musik-Streaming-Diensten führt Apples iTunes, Soundcloud ist mit 17 Prozent Nutzung erneuerbarer Energien in der schlechtesten Kategorie positioniert, noch hinter Spotify, das 56 Prozent Strom aus erneuerbaren Energiequellen nutzt.

Unternehmen wie Salesforce, Microsoft und IBM rangieren unter den Top 15 der Greenpeace-Tabelle auf guten Mittelplätzen. Zu den Schlusslichtern gehören neben Samsung SDS und Amazon auch der Datenbankanbieter Oracle und der südkoreanischen Suchmaschine Naver.

Viele neue Cloud-Anbieter schießen wegen der wachsenden Nachfrage derzeit förmlich aus dem Boden, schreibt Greenpeace. Diese arbeiten zwar oft deutlich energieeffizienter als früher oder Firmen in anderen Beriechen, und die Betreiber verpflichteten sich, zu hundert Prozent auf erneuerbare Energie zu setzen. Doch fehlender Zugang zu diesen Energiequellen stünden dem oft entgegen. Deshalb würden viele oft zu denen mit dem niedrigsten Anteil regenerativen Stroms in den USA zählen. «Durch den Wechsel zur Cloud könnte die Nachfrage nach Kohle und anderen fossilen Brennstoffen sogar noch steigen», warnt Greenpeace in seinem Report.

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dpa

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Veröffentlicht am:
13. 01. 2017
04:10 Uhr

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