Lade Login-Box.
Sommerausklang in Südthüringen zum Digital-Abo
Topthemen: Freies Wort hilftCoronavirus in ThüringenFolgen Sie uns auf Instagram

 

Schneeglöckchen sind Kundschafter des Frühlings

Sein zweiter, wenn auch nicht so verbreiteter Name lautet Frühlingsglöckchen - und das sagt viel über das Schneeglöckchen aus. Denn eigentlich ist es der erste Außenposten des Frühlings in der noch kalten Witterung des Winters. Und ein Hinweis auf dessen Ende.



Blütenblätter wie Röckchen
Jede Blüte des Schneeglöckchens hat drei auffällige äußere Blütenblätter und drei kleinere weiße, die zu einem Röckchen verwachsen sind. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn   Foto: dpa » zu den Bildern

Es gibt so manche Pflanzen, die im tiefsten Winter erblüht. Aber dem Schneeglöckchen kommt darunter eine besondere Symbolik zu: Es sind oft die ersten Blüten im neuen Jahr, und die ersten, die das Ende des Winters einläuten.

Wenn sie sich öffnen, geht es in der Natur wieder aufwärts. Nikolai Friesen, Wissenschaftlicher Leiter des botanischen Gartens der Universität Osnabrück, nennt sie daher auch «Botschafter des nahenden Frühlings».

Diese Eigenschaft spiegelt sich in den Namen wieder, unter denen die Pflanze auch bekannt ist: Frühlingsglöckchen oder Hübsches-Februar-Mädchen. Etwas wunderlich wirkt der Name Milchblume. Doch mit Blick auf die botanische Bezeichnung des Schneeglöckchens Galanthus ergibt auch dieser Sinn: Er setzt sich aus den griechischen Wörtern für Milch (gála) und Blüte (ánthos) zusammen.

So vielseitig die Bezeichnungen, so unterschiedlich sind auch die Erscheinungsformen des Schneeglöckchens. «Es gibt etwa 20 Arten in der Gattung Galanthus und sehr, sehr viele Kultursorten. Etwa über 500 Sorten sind registriert», sagt Friesen.

Allen gemein ist die Form der Blüte: «Das Schneeglöckchen hat drei auffällige äußere Blütenblätter und drei kleinere weiße, die zu einem Röckchen verwachsen sind», erläutert Klaus-Peter Manig vom Bund deutscher Staudengärtner in Bonn. Die Unterschiede der Arten sind dabei äußerst fein ausgeprägt: Es gibt sie mit breiten und schmalen Blättern, von saftig grün bis grau changieren.

Die Form und Größe des Deckblattes gilt ebenso als Merkmal wie die Form und Farbe der Blütenblätter. Diese können breit, rundlich oder schmal sein, ausschließlich weiß gefärbt oder mit grüne Flecken. «Besonders die Form und die Zahl der grüne Flecken an den inneren Blütenblätter spielt bei der Unterscheidung eine wichtige Rolle», sagt Friese. «Aber es gibt keinen Menschen, der alle unterscheiden kann.»

Das Kleine Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) gilt als Klassiker. Es ist das einzige der Art, das auch wild in Mitteleuropa vorkommt - wenn auch immer seltener. «Das Kleine Schneeglöckchen ist in Deutschland als gefährdet eingestuft und laut Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt, da seine Zahl in der Natur rückläufig ist», sagt Marja Rottleb vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu). «Daher dürfen keine Exemplare aus der Natur entnommen werden.»

Trotz ihrer geringen Größe übernehmen die Frühlingsboten eine wichtige Funktion im Ökosystem. «Schneeglöckchen sind eine wichtige Nahrungsquelle für früh fliegende Insekten wie Hummeln. Die Samen werden von Ameisen verbreitet, die zum Dank mit einem Nahrungspaket belohnt werden», erklärt Rottleb.

Etwas größer ist das Türkische Schneeglöckchen (Galanthus elwesii), das ab Januar blühend in Geschäften angeboten wird. In der Regel sind die äußeren Blütenblätter weiß. «Wer genau hinschaut, findet unter den angebotenen Pflanzen vielleicht sogar eins, das auf den äußeren Blütenblättern grünliche Flecken hat», sagt Experte Manig. Wer es etwas pompöser im Beet haben möchte, kann zu gefüllten Schneeglöckchen wie etwa der Sorte 'Flore Pleno' greifen. «Ungefüllte Sorten und Wildformen aus dem Fachhandel sind für Insekten aber besser geeignet», betont Nabu-Expertin Rottleb.

Ute Franke vom Bundesverband der Einzelhandelsgärtner rät, die Pflanzen nicht einzeln, sondern in Gruppen von sieben bis zehn Stück zu setzen. «Mit ihrer kleinen Blüte sieht eine einzelne Pflanze recht verloren aus», findet Franke. Als Beetnachbarn bieten sich andere Frühjahrsblüher wie Krokusse, kleinwüchsige Narzissen oder Stiefmütterchen an. Für die Sommermonate empfiehlt Franke einjährige Sommerblumen wie Astern, Löwenmäulchen oder Mohn, die mit ihren Blättern nur wenig Schatten werfen und mit ihren Wurzeln die Zwiebeln nicht verdrängen.

Veröffentlicht am:
21. 03. 2018
10:38 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Frühling Naturschutzbund Deutschland Pflanzen und Pflanzenwelt Universität Osnabrück
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Wenn Sie einen Kommentar hinterlassen möchten, melden Sie sich bitte an.

Benutzername
Passwort
     

Noch kein Konto? Jetzt Registrieren
Mehr zum Thema
Klatschmohn

13.04.2017

Blume des Jahres 2017: Der Klatschmohn im Garten

Der Klatschmohn gibt sich mit wenig zufrieden. In seinem ursprünglichen Lebensraum ist er dennoch nur noch selten anzutreffen - die Loki Schmidt Stiftung hat ihn daher zu Blume des Jahres 2017 gewählt. Aber auch im Garte... » mehr

Grüne Oase

21.03.2018

Zimmerpflanzen sind der Wohntrend 2018

Es gibt einen Hype um Zimmerpflanzen. Neu ist an der Kultur von Kaktus und Gummibaum im Wohnraum nichts, aber das Grün war bisher eher schönes Beiwerk als hippes Must-have. » mehr

Primeln

21.03.2018

Farbenfrohe Primeln über Jahre erhalten

Primeln sind eigentlich ein klassischer Wegwerfartikel. Man kauft sie im Winter gerne wegen ihrer farbenfrohen Blüten, aber die Pflanzen sind anspruchsvoll und verblühen nach wenigen Wochen. Aber: Die Pflanzen können tat... » mehr

Schritt zwei

21.03.2018

Eine grüne Deko-Idee für faule Gärtner

Pflanzen brauchen die Pflege des Menschen eigentlich nicht. Im richtigen Boden, mit ausreichend Wasser und Nährstoffen kommen sie gut klar. So können sie auch in einem über Jahre verschlossenen Glas überdauern - eine sch... » mehr

Umpflanzen einer Christrose

21.03.2018

Die ersten Aufgaben für Beet und Rasen

Es juckt in den Fingern! Wenn im März und April die ersten warmen Sonnenstrahlen scheinen und die Frühblüher ihre Triebe aus der Erde stecken, kann die Gartenarbeit endlich wieder losgehen. Zunächst sind es vor allem Pfl... » mehr

Hornveilchen

21.03.2018

Veilchenblüte ist perfekter Partner für die Rose

Neben der stolzen Rose bestehen nicht viele Pflanzen - das Veilchen aber schon. Die beiden teilen sich die Aufmerksamkeit im Beet gut auf. Als Erstes ist das Veilchen dran - das mit einer hübschen Blüte und teils intensi... » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
21. 03. 2018
10:38 Uhr



^