Lade Login-Box.
Topthemen: Landtagswahl 2019Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

 

Schönste Blüte des Winters: Der Ritterstern

Eine langweilige braune Zwiebel, ein schmuckloser grüner Stiel aber obenauf eine wahnsinnig schöne Blüte: Der Ritterstern - auch als Amaryllis bekannt - ist nur deswegen ein echter Hingucker. Gerade in der kargen Winterzeit wird er daher gerne als Zimmerpflanze genutzt.



Blütenkelch des Ritterstern
In strahlendem Rot erblüht der Rittestern im Winter.   Foto: Gerlinde Mayer/dpa-tmn » zu den Bildern

Der Ritterstern (Hippeastrum) ist eine der Pflanzen, die man sofort mit Winter in Verbindung bringt: Er erblüht in dieser Zeit sternförmig in Rot oder Weiß.

Der gängige Name der Pflanze ist Amaryllis, darunter findet man auch die im Handel gängigen Ritterstern-Hybriden. Die Blüten sind der Hingucker der Pflanze: Eine Einzelblüte kann bis zu 15 Zentimetern Durchmesser haben, und sie sitzt auf einem langen, nackten Stiel.

Nichts lenkt also den Blick des Betrachters von der Blüte ab. Das macht den Ritterstern auch zu einer sehr beliebten Pflanze für Floristen, denn die Blüte lässt sich vielfältig verarbeiten, erklärt Gudrun Gosmann, Floristmeisterin aus Osnabrück.

Der hohle Stiel der Blume lässt sich sogar als Art Vase verwenden. «Man hängt sie mit der Blüte nach unten auf, füllt in den Stiel Wasser und steckt Eukalyptus-Laub oder die Blüte einer Nerine in die Öffnung», erklärt Gosmann ihre Idee. Aber auch mit den charakteristischen Zwiebeln, die mit Moos in Gläser und Töpfe gegeben werden, lässt sich vieles arrangieren. Ihre Farbe variiert von Weiß über Silber bis Gold.

Wer die Pflanze für die Weihnachtszeit selbst aus einer Zwiebel treiben möchte, muss das aufs nächste Jahr verschieben: Schon im September ist das nötig, erklärt die Gärtnerin und Floristin Ingrid Franzen aus Herten (Nordrhein-Westfalen). Zwar könne man mit warmen Temperaturen der Treiberei nachhelfen, doch eine langsame Entwicklung fördere einen kräftigen Stiel, sagt Gosmann. «Stehen die Amaryllis zu warm, kann der Stiel durch die schnelle Entwicklung keine ausreichende Stabilität entwickeln, um die prachtvollen Blüten zu halten.» Geschieht es mal, dass der Stiel sich im warmen Zimmer zu schnell entwickelt, kann man einen Splint- oder Bambusstab hineinstecken, der ihn stabilisiert, so Gosmann.

Wer das Treiben im kommenden Jahr einplanen möchte, sollte auf die Qualität der Zwiebeln achten: «Je dicker die Zwiebeln sind, desto älter sind sie», erklärt Franzen. Dann werden die Blüten entsprechend prachtvoll und die Stiele fleischig. Auch das Gewicht der Zwiebeln ist ein Indiz für eine gute Qualität: «Eine langsam, über mehrere Jahre herangezogene Zwiebel ist schwerer als eine Zwiebel, die durch großzügige Düngergaben dick worden ist», erläutert Expertin Gosmann. Auch der Preis kann ein Indiz für bessere Qualität sein.

Ausgenommen davon sind natürlich die Zwiebelgrößen bei den kleinblumigen Sorten, die auch entsprechend kleinere Zwiebeln haben. Aber auch sie haben ihren Reiz: Franzen schlägt vor, diese Mini-Rittersterne in lange, schmale Gläser zu geben und ohne Erde anzutreiben. Bekommt man sie schon im Topf, lässt sich der Kunststoffcontainer entfernen und der Ballen mit Moos umwickeln. Eine Dekorationsidee hat Franzen: Einen Kranz auf eine Schale legen und in der Mitte die Zwiebeln platzieren. «So bekommen die treibenden Winterblüher Halt - und es sieht schön aus», erläutert die Gärtnerin.

Wenn große oder kleine Zwiebel letztlich im Topf landen: Ein Substrat für Zimmerpflanzen ist dafür gut geeignet. Die Zwiebeln sollten nur maximal zur Hälfte darin versinken. Der Topf kommt an einen hellen Standort, wo er so lange nicht gegossen wird, bis sich das erste Grün zeigt. Und auch bis sich die ersten Blüten geöffnet haben, reicht es, die Rittersterne ausschließlich mit Wasser zu versorgen. Erst dann sollte alle ein bis zwei Wochen eine niedrige Dosis Flüssigdünger mit in das Gießwasser kommen. So entwickeln sich kräftige Blätter.

«Aus der Haupt- oder Seitenzwiebel kommen dann in der nächsten Saison wieder neue Blüten», erklärt die Gärtnerin Franzen. Aber zuvor muss die verblühte Zwiebel gepflegt werden, bis das Laub an den Spitzen beginnt, einzutrocknen. Dann stoppt der Hobbygärtner die Wassergaben und lässt die Zwiebel ruhen, bis sich in ein paar Monaten wieder das Grün in der Mitte regt.

Die Beliebtheit der Rittersterne im Winter hat etwas mit ihren Farben zu tun: «Rot und Weiß sind die klassischen Weihnachtsfarben», sagt Ingrid Franzen. Weniger beliebt seien die lachsfarbenen Sorten. Gosmann schwärmt von den Gestaltungsoptionen mit den unterschiedlichen Rottönen der verschiedenen Sorten: «Die Sorte 'Ferrari' hat Blüten, die an den Lack dieser Autos erinnern, und 'Baccara' erinnert an einen teuren, schweren Rotwein», zählt Gosmann auf. Gefüllte Blüten sind zwar schwerer, was größere Herausforderungen an den Stiel stellt, aber sie sind auch deutlich intensiver in der Farbwirkung.

Veröffentlicht am:
21. 12. 2017
04:57 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Ferrari Ingrid Franzen Zimmerpflanzen Zwiebeln
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Wenn Sie einen Kommentar hinterlassen möchten, melden Sie sich bitte an.

Benutzername
Passwort
     

Noch kein Konto? Jetzt Registrieren
Mehr zum Thema
Flammendes Käthchen

21.03.2018

Wie Zimmerpflanzen das Zuhause in eine grüne Oase verwandeln

Zimmerpflanzen sorgen für Akzente im Wohnzimmer, Büro, in der Küche und im Bad. Sie sind aber nicht nur eine schöne Dekoration: Frisches Grün kann das Wohlbefinden und Raumklima verbessern - und sogar den Speiseplan bere... » mehr

Pflanzenampel

21.03.2018

Zimmerpflanzen sind der Wohntrend 2018

Es gibt einen Hype um Zimmerpflanzen. Neu ist an der Kultur von Kaktus und Gummibaum im Wohnraum nichts, aber das Grün war bisher eher schönes Beiwerk als hippes Must-have. » mehr

Rosalila Blüte

21.03.2018

Die Wurzeln der Cattleya brauchen viel Luft

Die Cattleya ist die Nationalblume von Kolumbien. Hier wächst sie nicht in der Erde, sondern auf Bäumen. Hobbygärtner in Deutschland müssen daher darauf achten, dass die ungewöhnlich schön blühende Orchidee im Topf ausre... » mehr

Viridiflora-Tulpen

21.03.2018

Was man über Tulpen wissen sollte

Tulpen! Wenn nicht sie, welche Pflanzen im Garten lassen sich schon als Klassiker bezeichnen? Gerade zur Osterzeit sind die bunten Kelche beliebt. Hier sind die wichtigsten Fakten zu den Pflanzen - von Tomatendünger, gee... » mehr

Weihnachtssterne

15.12.2017

Christsterne: Von aztekischer Opfergabe zum Welthit

Die leuchtend rote Pflanze gehört zur Adventszeit wie Weihnachtsbaum, Plätzchen und Glühwein. Ursprünglich stammt der Weihnachtsstern aus Mexiko. Aber erst ein deutscher Auswanderer in den USA machte ihn weltweit als Zie... » mehr

Blumenzwiebeln setzen

20.10.2017

Sechs Aufgaben für Hobbygärtner im Herbst

Kurz vor Ende der Gartensaison haben Hobbygärtner noch einige Dinge zu tun - dazu zählt das Pflanzen von Stauden und frühblühenden Zwiebelblumen. Experten nennen die sechs wichtigsten Aufgaben im Überblick. » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
21. 12. 2017
04:57 Uhr



^