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Tipps zur Pflege der Zimmerpflanzen

Jubel, wenn der Kaktus erblüht? Aufregung, wenn der Zamioculcas frische Triebe aus dem Boden schiebt? Das Zimmergrün kann einem ein bisschen ans Herz wachsen, und es kann ein treuer Begleiter über viele Jahre sein. Wenn man es richtig pflegt.



Regelmäßig gießen
Bitte denk an mich! Die wichtigste Pflegemaßnahme für Zimmerpflanzen ist besonders im Winter bei trockener Heizungsluft das Gießen.   Foto: Christin Klose/dpa-tmn » zu den Bildern

Berlin (dpa/tmn) - Eine treue Zimmerpflanze begleitet uns länger, als so mancher Lebensabschnittspartner es tut. Entsprechend hängen wir an dem lieben Grün - und dennoch pflegen wir es im stressigen Alltag meist unzureichend. Ein paar Tipps für Hobbygärtner und solche, die es werden wollen: 

WASSER: Das Wichtigste zuerst: Die meisten Zimmerpflanzen vertragen zu trockene Wurzeln nicht, aber auch das andere Extrem, die Staunässe. Sie tritt ein, wenn zu viel Wasser gegeben wurde, das aus dem Topf nicht abläuft und über längere Zeit auf die Wurzeln einwirkt. Die Folge: Sie faulen. Daher betont der Fachverband Raumbegrünung und Hydrokultur: Der Wasserstand muss regelmäßig kontrolliert werden.

Im Winter kommt noch ein besonderer Umstand hinzu: Die Pflanzen sind dann oft trockener Heizungsluft ausgeliefert, gerade wenn sie auf dem Fensterbrett über dem Radiator stehen. In dieser Zeit kann man sie zusätzlich pflegen, indem man ihre Blätter mit zimmerwarmem, kalkarmem Wasser besprüht.

Wichtig ist zu wissen, dass viele Pflanzen frisches Wasser aus dem Hahn nicht mögen. So weißt das Blumenbüro zum Beispiel darauf hin, dass das beliebte Zimmergrün Schwertfarn lieber abgestandenes Wasser mag, das außerdem weich sein sollte. Damit ist Wasser gemeint, das wenig Kalk enthält. In Regionen, in denen das Leitungswasser hart ist, kann zum Beispiel gesammeltes Regenwasser genutzt werden.

So manche Pflanze bevorzugt es auch, ihr Wasser selbst von unten aufzunehmen, statt es von oben durch die Kanne zu erhalten. Das Alpenveilchen ist dafür ein Beispiel. Am besten beim Kauf von neuem Grün die Experten im Handel nach den Gewohnheiten der Pflanzen fragen.

Und wenn man das Gießen mal vergisst? Dann könnte der Tipp der Brancheninitiative Hydrangeaworld vielleicht helfen, den sie für ihr Spezialgebiet Zimmerhortensien gibt: Wer das Wässern mal vergessen hat, sollte den Topf komplett so lang ins Wasser stellen, bis sich der Wurzelballen mit Wasser vollgesogen hat. Dann kurz abtropfen lassen und die Pflanze im Anschluss an einen kühleren Ort stellen. Den Profis zufolge könne es aber ein wenig dauern, bis sich die Pflanze im Anschluss vollständig von der Trockenheit erholt.

STAUB WISCHEN: Das Bücherregal wird regelmäßig abgestaubt. Die Pflanzen im gleichen Raum auch? Das ist äußerst wichtig! Liegt Staub auf den Blättern, kann sich die Energiegewinnung der Pflanze um bis zu 35 Prozent einschränken, erläutert der Fachverband Raumbegrünung und Hydrokultur. Denn über die Blätter versorgen sich Pflanzen mit Energie. In ihnen steckt der grüne Farbstoff Chlorophyll, der die Kraft des Sonnenlichts aufnimmt und sie speichert. Außerdem nehmen sie über das Laub Kohlendioxid (CO2) auf. Beides ist nötig, um bei der Photosynthese den Zucker Glucose herzustellen. Er dient den Pflanzen als Nahrung. Am besten zum Abstauben ein weiches Tuch nutzen. Und: So manche Pflanze mag auch ab und an eine Dusche in der Wanne.

LICHT: Pflanzen brauchen Licht. Dabei darf man sich nicht von persönlichen Eindrücken täuschen lassen: Was das menschliche Auge im Winter als hell empfindet, kann Pflanzen deutlich zu wenig sein. Vielen Zimmerpflanzen ist es bereits zwei Meter vom Fenster entfernt zu dunkel, betont der Fachverband Raumbegrünung und Hydrokultur. Hängen die Blätter herab oder verfärben sich gelblich, kann das ein Zeichen für Lichtmangel sein.

Wer keine Möglichkeit hat, die Pflanze näher an ein Fenster zu rücken, sollte auf Exemplare zurückgreifen, die mit wenig Licht klarkommen. So empfiehlt der Fachverband zum Beispiel für begrünte Wandbilder in dunkleren Ecken den Kletterphilodendron (Philodendron scandens) und die Efeutute (Epipremnum aureum). Beide gedeihen schon bei einer Beleuchtungsstärke von 500 bis 600 Lux - die übliche Größenordnung, mit der zum Beispiel im Büro Schreibtische erhellt werden.

Die Bayerische Gartenakademie rät in lichtarmen Büros zum Beispiel zum Kolbenfaden (Aglaonema commutatum), Schusterpalme (Aspidistra elatior) und sogar dem beliebten Gummibaum (Ficus elastica). Auch Geigenfeige (Ficus lyrata) und Bogenhanf (Sansevieria) kämen mit wenig Licht klar. Es soll etwas Höheres sein? Dann ist der Drachenbaum (Dracaena fragrans, D. deremensis) zu empfehlen.

KÜHLE: Im Winter kann das ein Problem sein: Viele Zimmerpflanzen mögen es eigentlich kühler, als es in den Innenräumen vor allem während der Heizperiode häufig ist. So fühlen sich Einblatt und Schwertfarn laut den Experten des Blumenbüros bei nur 12 bis 15 Grad am wohlsten. Efeu und Topfgerbera kommen auch mit noch niedrigeren Temperaturen zurecht. Sie alle mögen zwar helle Standorte, aber am Fenster unter direkter Sonneneinstrahlung können die Zimmerpflanzen rasch verbrennen, vertrocknen oder ausbleichen.

Veröffentlicht am:
15. 01. 2018
04:47 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
15. 01. 2018
04:47 Uhr



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