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Unkraut einfach wegessen

Unkraut zupfen ist mühselig. Warum macht man es dann eigentlich? Zumal die meisten verpönten Pflanzen leckere Wildkräuter sind, die man auch bewusst zur Ernte wachsen lassen kann. Ein Plädoyer für Löwenzahn und Brennnessel im Garten.



Bärlauch
Bärlauch braucht nahrhaften Boden, genügend Feuchtigkeit und leichten Schatten. Foto: Karl-Josef Hildenbrand   Foto: dpa » zu den Bildern

Unkraut? Von wegen. Nicht alles, was zwischen Zierpflanzen, Sträuchern oder auf dem Rasen sprießt, ist unnütz. Bei einigen Unkräutern handelt es sich um Wildkräuter, die sich gut in der Küche einsetzen lassen.

«Es gibt attraktive Möglichkeiten, Kräuter in einen Ziergarten zu integrieren, zum Beispiel auf einem Hochbeet oder in einer Kräuterspirale», sagt Michael Henze vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL). Aber für Pflanzen, die sich schon selbst im Garten ansiedeln, gilt der Rat: Sie sollten nicht in ein Beet gezwungen werden.

Der Überblick:

- Sauerampfer: gehört zu diesen Wildkräutern, die sich von selbst im Garten ansiedeln. Und: «Er ist eines der ersten Kräuter, die im zeitigen Frühjahr erscheinen», erklärt Brunhilde Bross-Burkhardt, Agraringenieurin und Buchautorin aus Langenburg (Baden-Württemberg). Sein Vorteil: Der Sauerampfer wuchert nicht. Er kann ins Kräuterbeet gesetzt werden, aber auch überall im Garten wachsen.

- Löwenzahn: ist der Grauen vieler Gärtner - wenn nicht gar das Unkraut schlechthin. Es vermehrt sich rasant und ausdauernd. Aber Löwenzahn ist auch eine wertvolle, gesunde Pflanze, die Salate aufwertet. «Man sollte ihn dort ernten, wo er wächst», rät Sandra von Rekowski vom Bundesverband Deutscher Gartenfreunde in Berlin. Entfernt werden möglichst die jungen zarten Blätter. Löwenzahn hat ein nussartiges, leicht bitteres Aroma.

- Vogelmiere: Neben dem Löwenzahn ist die Vogelmiere wohl das am meisten verfluchte Unkraut im Garten. Dabei ist es eine wohlschmeckende Zutat zum Salat. Die Pflanzen fühlen sich auf nährstoffreichem Boden wohl, den sie rasch mit ihren Trieben überziehen.

- Gänseblümchen: Es ist im Spätwinter und Frühjahr am wertvollsten, weil dann kaum anderes frisches Grün im Garten geerntet werden kann, findet Bross-Burkhard.

-Brennnessel: Die anspruchslose Pflanze wächst eigentlich überall: Junge Blätter kann man wie Spinat zubereiten oder als Tee trocknen. Brennnesseljauche eignet sich gut zum Düngen.

Neben diesen Klassikern der vermeintlichen Unkräuter gehören auch einige der Küchenklassiker zu den Wildkräutern

- Petersilie und Schnittlauch: Sie sind nicht nur wohlschmeckend. «Als Beetumrandung gepflanzt, halten sie auch noch Schädlinge fern und schützen Kohl, Möhren und Tomaten», erklärt Henze.

- Feldsalat: Auch er zählt zu den Wildkräutern. Feldsalat wächst in der Natur vor allem auf mageren Wiesen und an trockenen Böschungen in Weinbergen. Gibt man ihm diese Bedingungen auch im Garten, gedeiht er am besten. Er wird durch Aussaat vermehrt, Saatgut gibt es im Handel. Geerntet wird die ganze Blattrosette.

- Bärlauch: Er wächst nicht überall. Es braucht nahrhaften Boden, genügend Feuchtigkeit und leichten Schatten. Und: «Bärlauch gehört nicht ins Kräuterbeet», rät Bross-Burkhardt. «Besser ist es unter höheren Bäumen oder im leichten Schatten am Haus aufgehoben.» Man sollte ihn begrenzen: «Wenn man Bärlauch einmal hat, breitet er sich immer weiter aus.»

- Wilder Majoran: ist aromatisch, und hält Trockenheit und Wärme gut aus. Außerdem blüht der Dost schön und zieht die Bienen an.

- Waldmeister: Der waldmeister braucht einen schattigen Standort, im Wald wächst er unter Laubbäumen. «Dem Waldmeister muss man viel Platz geben, wenn man ihn in den Garten holt», erklärt Bross-Burkhardt. Dafür hat er gestalterisch etwas zu bieten: «Er ist ein schöner Bodendecker.»

Veröffentlicht am:
11. 07. 2019
04:44 Uhr

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dpa

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11. 07. 2019
04:44 Uhr



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