Lade Login-Box.
Corona Newsletter Gemeinsam handeln
Topthemen: #GemeinsamHandelnCoronavirus in ThüringenCorona-HilfsbörseFreies Wort hilft

 

Auch Zierpflanzen kann man nachhaltig kaufen

Pflanzen sind grün, aber nicht unbedingt nachhaltig produziert. Anders als bei Obst, Kräutern und Gemüse gibt es bei Zierpflanzen keine rechtlichen Grundlagen für eine ökologische Erzeugung. Siegel und Initiativen können aber eine Entscheidungshilfe sein.



Öko-Label
Eine vergleichsweise gut bekannte Orientierung für Blumen, Stauden und Ziergehölze aus Bio-Anbau bieten die Zeichen ökologischer Anbauverbände - zum Beispiel Demeter, Naturland und Bioland.   Foto: Bioland/dpa-tmn » zu den Bildern

Tomaten, Petersilie, Kirschen oder Haselnüsse: Wenn Essbares nach bestimmten Vorgaben produziert wird, kann es ein Bio-Siegel erhalten. Bei Zierpflanzen wie Hortensien, Flieder oder Petunien ist das nicht unbedingt der Fall.

«Es gibt keine gesetzliche Grundlage für den ökologischen Gartenbau», sagt Laura Gross von der Verbraucher Initiative. «Die EG-Öko-Basisverordnung bezieht sich auf die Landwirtschaft im Sinne der Lebensmittelkette.» Wer nachhaltig produzierte Zierpflanzen für Garten und Balkon kaufen will, muss derzeit also oft noch bewusst danach suchen.

Es gibt auch nur wenige Label für den Zierpflanzenmarkt. GlobalGAP ist ein Beispiel dafür. Es wird aber nur an Zulieferer gegeben, Verbraucher finden es daher nicht im Handel. Aber: Diese Waren können dafür das GGN-Label erhalten, mit dessen Nummer wiederum Verbraucher über ein Onlineportal sogar den Anbauer ausfindig machen können.

Auf Siegel achten

Ein zweites Label ist etwa das niederländische Zeichen Milieu Projekt Siertee, und nur für Geranien gibt es ein ProPlanet-Zeichen. «Die Zeichen setzen allerdings unterschiedliche Schwerpunkte und sind nicht gleichzusetzen mit Bio-Siegeln, wie man sie vielleicht aus anderen Produktgruppen kennt», betont Gross.

Auch muss man in das Kleingedruckte der Vergabe schauen: «Bei international gehandelten Pflanzen ist das Transfair-Siegel ein guter Wegweiser - wobei fair nicht immer auch bio heißt», nennt Magnus Wessel vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ein Beispiel. Er rät daher, Siegeln nicht blind zu vertrauen.

Eine vergleichsweise gut bekannte Orientierung für Blumen, Stauden und Ziergehölze aus Bio-Anbau bieten die Zeichen ökologischer Anbauverbände - zum Beispiel Demeter, Bioland und Naturland.

Steckt Chemie drin?

«Mit der Bio-Zertifizierung geht man schon einen guten Weg beim Einkauf», bewertet Wessel. Bio-zertifizierte Betriebe müssen die EG-Öko-Verordnung einhalten und werden regelmäßig von einer unabhängigen Stelle kontrolliert.

«Bio dürfen sich laut Gesetz nur solche Zierpflanzen nennen, bei deren Produktion vollständig auf Chemie verzichtet wird», erklärt Andrea Frankenberg, die bei Bioland für das Projekt Bio-Zierpflanzen zuständig ist. «So gelangen keine schädlichen Stoffe in den Garten oder ins Wohnzimmer.»

Einige der Verbände haben in ihren Richtlinien weitere Vorschriften für den Gartenbau festgelegt. Darin regeln sie unter anderem, wie die Pflanzen gedüngt und gepflegt werden sollen.

Regional kaufen

Auf Torf sollte, muss aber nicht unbedingt verzichtet werden. Laut den Richtlinien von Bioland zum Beispiel darf der Torfanteil in Substraten maximal 50 Volumenprozent bei Baumschul-, Stauden- und Zierpflanzenkulturen betragen, bei Erden für Jungpflanzenerden maximal 70 Volumenprozent.

Es lohnt sich für Hobbygärtner aber auch, sich bei regionalen Gärtnern direkt nach ihren Pflanzbedingungen zu erkundigen. «Kleine Gärtnereien, die ökologisch produzieren, können sich eine Zertifizierung nicht unbedingt leisten», erklärt BUND-Experte Wessel.

Er empfiehlt daher, immer gezielt nachzufragen und lokale Betriebe dem Großhandel oder Online-Shop vorzuziehen. Pflanzentauschbörsen sind ebenfalls eine Möglichkeit, um nachhaltige Pflanzen zu bekommen. Und Wessel betont: «Nachhaltig bedeutet auch: Neues im Handel nur dann zu kaufen, wenn andere Wege ausgeschöpft sind.»

Veröffentlicht am:
30. 05. 2019
05:07 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Chemie Gartenbau Großhandel Gärten Gärtnereien Handel und Vertrieb Kräuter Pflanzen und Pflanzenwelt Stauden Ökologie
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Rosen zurückschneiden

19.03.2020

Das sind die ersten Aufgaben für Hobbygärtner

Sie suchen eine schöne Aufgabe? Wie sieht denn Ihr Garten gerade aus? Hier sind ein paar Ideen für ein paar schöne Stunden draußen. » mehr

Beete in Kisten

17.10.2019

Diese Ideen lassen kleine Gärten im Glanz erstrahlen

Platz ist selbst im kleinsten Garten. Auch aus einem sogenannten Handtuchgarten mit ein bis zwei Quadratmetern lässt sich ein grünes Paradies machen - mit guter Planung und ein paar optischen Tricks. » mehr

Ameisen in einer Blüte

05.03.2020

Vagabunden säen sich selbst aus

Im Frühling, wenn im Garten noch alles kahl ist, zeigen sich mitunter an Stellen Sämlinge, die eigentlich woanders ihren Platz haben. Gartenexperten geben Tipps, diese Vagabunden einzubinden. » mehr

Sämlinge

06.02.2020

Das können Pflanzsysteme fürs Haus

Ein Indoor-Garten unter Pflanzlampen liefert selbst im Winter frische Salate und Kräuter. Der dpa-Themendienst hat drei Systeme ausprobiert. Mit Erfolg. Das Fazit ist trotzdem skeptisch. » mehr

Blattläuse

23.01.2020

Schädlinge im Garten sind doch nichts Böses

Wer braucht schon Löwenzahn, Läuse und Schnecken im Garten? In einem ausgewogenen Verhältnis schaden sie aber auch nicht, argumentiert die Buchautorin Sigrid Tinz. Sie rät zu mehr Gelassenheit. » mehr

Alpenveilchen

09.01.2020

Warum Geophyten im Garten als erste austreiben

Die Evolution hat manchen Zwiebelblühern Vorteile gegenüber anderen Pflanzen gegönnt: Sie treiben früher aus. So müssen sie sich Licht, Raum und Nährstoffe nicht mit anderen teilen. » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
30. 05. 2019
05:07 Uhr



^