Lade Login-Box.
Topthemen: Ministerpräsidentenwahl ThüringenFreies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

 

Schnittblumen werden wieder beliebter

Schnittblumen, Topfpflanzen und andere Gewächse für Haus und Garten lassen sich die Deutschen viel Geld kosten. Auch beim Blumenstrauß greifen sie wieder verstärkt zu. Das hat einen speziellen Grund, wie der Zentralverband Gartenbau erfreut feststellt.



Glasschale mit Blüten
Deutsche geben wieder mehr Geld für Schnittblumen aus. Wer sich nicht als klassischen Strauß in die Vasen geben möchte, kann die Blumen auch in eine Glasschale drapieren.   Foto: Roland Weihrauch/dpa

Die Deutschen kaufen wieder mehr Schnittblumen. Rund 3,1 Milliarden Euro haben sie im vergangenen Jahr für Rosen, Tulpen und Co. ausgegeben. Das waren knapp 5 Prozent mehr als 2018, wie der Zentralverband Gartenbau (ZVG) mitteilte.

«Die Talfahrt beim Schnittblumenabsatz scheint beendet», sagte ZVG-Präsident Jürgen Mertz vor Beginn der Pflanzenmesse IPM in Essen. Bei der reinen Fachmesse zeigen mehr als 1500 Aussteller (28. bis 31. Januar) Neuheiten und Trends der Branche.

Hohe Nachfrage an Muttertag und Weihnachten

Ein Grund für das satte Plus bei den Schnittblumen sind die guten Geschäfte am Valentins- und Muttertag sowie zu Weihnachten. «Die jungen Leute kommen wieder», sagte Merz zum wachsenden Feiertagsgeschäft. Das stelle er auch im eigenen Gartencenter fest. «Zuletzt hatten wir überwiegend Traditionskäufer, jetzt sind wieder mehr jüngere Kunden dabei.» Mit weitem Abstand die beliebteste Schnittblume ist in Deutschland die Rose. Auf sie entfallen nach Branchenangaben etwa 40 Prozent der Ausgaben für Schnittblumen.

Die Branche ist aber auch mit dem Markt für Zierpflanzen insgesamt zufrieden. Der Gesamtumsatz ist nach vorläufigen Zahlen um 2,9 Prozent auf 8,9 Milliarden Euro gestiegen. So viel sei in Deutschland noch nie mit Blumen, Topfpflanzen und anderen Gewächsen für Haus und Garten umgesetzt worden. Die rechnerischen Pro-Kopf-Ausgaben seien von 105 Euro (2018) auf 108 Euro im vergangenen Jahr gestiegen.

Gebundene Sträuße kosten durchschnittlich 10,70 Euro

Besonders teure Blumensträuße sind aber die Ausnahme. Für einen Strauß aus einer einzelnen Blumenart haben die Kunden laut einer vom Bundesagrarministerium und dem Gartenbauverband in Auftrag gegeben Marktstudie 2018 im Durchschnitt 3,49 Euro ausgegeben. Für aufwendiger gebunden Sträuße aus verschiedenen Blumen zahlten sie durchschnittlich 10,70 Euro.

Die Käufer greifen dabei immer stärker beim Discounter zu, 2018 entfielen auf den sogenannten System-Einzelhandel 42 Prozent des Umsatzes mit Zierpflanzen. Das hat ähnliche Folgen wie in anderen Branchen. «Die Zahl der klassischen (kleinen) Floristen, die in wenig frequentierten Stadtbereichen angesiedelt sind, verringert sich stetig», heißt es in der Marktstudie. Im Jahr 2018 hätten die Blumenfachgeschäfte nur noch einen Marktanteil von 25 Prozent gehabt.

Insektenfreundliche Pflanzen im Trend

Hobbygärtner setzen nach Beobachtung des Gartenbauverbands vermehrt auf Stauden, die mehrere Jahre in Folge blühen. Gefragt seien zunehmend insektenfreundliche Pflanzen, berichtete Eva Kähler-Theuerkauf vom Gartenbauverband Nordrhein-Westfalen. Stauden ersetzten zunehmend die klassischen Beet- und Balkonpflanzen, die meist jedes Jahr neu eingesetzt werden müssen.

Die Folge: Während die Ausgaben der Kunden für Stauden um 9 Prozent gestiegen seien, seien sie bei Beet- und Balkonpflanzen auf dem Vorjahresniveau verharrt. Mit 1,8 Milliarden Euro haben die Kunden für Beet- und Balkonpflanzen 2019 aber noch drei Mal so viel ausgegeben wie für Stauden.

Die Dürrephasen der vergangenen Jahre haben bei den Gartenbaubetrieben die Nachfrage nach Bäumen und Sträuchern steigen lassen - weil vertrocknete Gehölze ersetzt wurden. Bei den Kommunen bestehe an diesem Punkt aber noch erheblicher Nachholbedarf, kritisierte Mertz. Gerade einmal durchschnittlich 50 Cent pro Einwohner gebe die öffentliche Hand laut der neuen Marktstudie aus. «Grün in der Stadt» werde als wichtiger Klimabaustein angepriesen, getan werde aber zu wenig.

Veröffentlicht am:
27. 01. 2020
16:44 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Blumen Blumenarten Gartenbau Gartenbaubetriebe Gartencenter Gärten Marktstudien Muttertag Stauden Sträucher
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Blattläuse

23.01.2020

Schädlinge im Garten sind doch nichts Böses

Wer braucht schon Löwenzahn, Läuse und Schnecken im Garten? In einem ausgewogenen Verhältnis schaden sie aber auch nicht, argumentiert die Buchautorin Sigrid Tinz. Sie rät zu mehr Gelassenheit. » mehr

Salat im Frühbeetkasten

16.01.2020

Gemüseaufzucht schon zum Winterende

Frisches Gemüse aus dem eigenen Garten ernten: Mit einem Frühbeet ist dies auch schon möglich, bevor der warme Frühling beginnt. Was gibt es dabei zu beachten? » mehr

Immergrüne Hecken

02.01.2020

Immergrüne sind das Salz in der Suppe

Ein wichtiger Bestandteil wird gerne mit «das Salz in der Suppe» bezeichnet. Immergrüne sind das für einen Garten - ohne sie fehlt oft Struktur. Und im Winter Farbe. » mehr

Orchideenprimel

26.12.2019

Primeln sind die Vorboten des Frühlings

Wenn Kinder Blumen zeichnen, könnten es Primeln sein. Die Blüten sind farbenfroh mit einem strahlend gelben Auge in der Mitte. Ein herrlicher Lichtblick im grauen Winter. » mehr

Blüte im Winter

14.11.2019

Christrosen trotzen dem Winter

Christrosen werden gerne als Weihnachtsdeko im Kübel oder Beet verwendet. Mit ihren eleganten schneeweißen Blüten trotzen sie den Minusgraden - mit der richtigen Fürsorge sogar bis zu 25 Winter lang. » mehr

Grünkohl

03.10.2019

Wann muss ich den Garten winterfest machen?

Im Spätherbst versetzen viele Hobbygärtner ihr Revier in Winterschlaf - am besten aber so wenig wie möglich. Denn nicht alles schläft ein: Es kann sogar noch Gemüse angebaut werden. » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
27. 01. 2020
16:44 Uhr



^