Lade Login-Box.
Topthemen: Ministerpräsidentenwahl ThüringenFreies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

 

Standfestigkeit der Bäume im Garten kontrollieren

Einen morschen Stamm erkennt jeder. Doch auch äußerlich gesund wirkende Bäume sind eventuell nicht mehr standfest. Das kann etwa bei Stürmen schlimme Folgen haben.



Umgestürzter Baum
Umstürzende Bäume können schwere Schäden anrichten, nicht nur an Häusern. Baumbesitzer haften, wenn sie ihrer Sicherungspflicht nicht nachgekommen sind.   Foto: Thomas Warnack

Gartenbesitzer müssen die Standfestigkeit ihrer Bäume sicherstellen. Doch durch bloßen Augenschein lässt sich das für Laien nicht immer abschätzen.

«Selbst wenn ein Baum noch von außen vital und saftig aussieht, kann sich in seinen Wurzeln oder im Stamm ein Pilz eingenistet haben, der die Holzstrukturen aufweicht», erläutert Wolfgang Groß vom Bundesverband Garten- und Landschaftsbau (BGL). «Bei einem kräftigen Sturm kann so ein Baum umkippen wie ein Streichholz, obwohl man es ihm äußerlich nicht ansieht.» Er rät zu Kontrollen durch Experten in bestimmten Abständen.

Wie oft ein Baum geprüft werden muss, hängt etwa vom Alter und möglichen Krankheiten ab. Wenn ein Baum eine Größe erreicht, von der eine Gefahr ausgehen kann - bei Jungbäumen dauert das durchaus 10 bis 15 Jahre -, sollte ihn ein Baumkontrolleur überprüfen.

Bei gesunden Bäumen reichen dann meist Kontrollen im Abstand von einigen Jahren, wie Groß sagt. Bei einer kranken, um die hundert Jahre alten Eiche kann es dagegen etwa nötig sein, sie zweimal im Jahr zu prüfen. «Mal im belaubten und mal im nicht belaubten Zustand, weil man damit unterschiedliche Krankheitsbilder erkennen kann.»

Sogenannte Baumkontrollrichtlinien geben vor, wie ein Baum zu überprüfen ist. «Das richtet sich primär an Kommunen, aber auch an private Baumbesitzer», sagt Groß.

Kommt ein Gartenbesitzer seiner Sicherungspflicht nicht nach und verletzt ein umstürzender Baum Passanten oder beschädigt Häuser, dann haftet er dafür. In so einem Fall sei auch egal, ob der Baum in Folge eines Sturms oder aus anderen Ursachen umgekippt ist, erklärt Bianca Boss vom Bund der Versicherten (BdV). Er müsse nachweisen, dass er der Sicherungspflicht nachgekommen ist. Wie genau das zu erfolgen hat, dazu sei aber nichts festgeschrieben.

War der Baum etwa schon eine ganze Weile morsch, und ließ der Besitzer ihn trotz mehrfacher Hinweise nicht fällen, dann müsste für die Schäden am Nachbarhaus seine Haftpflichtversicherung aufkommen, erklärt Boss beispielhaft. Trifft den Baumbesitzer keine Schuld, dann wäre im Fall des beschädigten Hauses die Wohngebäudeversicherung des Nachbarn für die Schadensregulierung zuständig.

Nach einem Sturm sollten Gartenbesitzer ihre Bäume grundsätzlich genau anschauen und zum Beispiel darauf achten, ob Äste beschädigt sind. Sie könnten auch Wochen oder Monate später herunterfallen und Schaden anrichten, sagt BGL-Fachmann Groß.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
17. 10. 2018
13:27 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bäume Gartenbesitzer Schadensregulierung
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Gute grüne Vorsätze

21.11.2019

Bäume pflanzen, Welt retten

Kann auch ich helfen, die Welt zu retten? Ja, im Kleinen kann jeder etwas dazu beitragen - etwa im eigenen Garten. Drei Ideen für Hobbygärtner im Jahr 2020. » mehr

Schwammspinner

26.06.2019

Raupen im Garten händisch aufsammeln

Die schwarzbraunen Raupen des Schwammspinners fressen tausende Bäume kahl. Hobbygärtner sollten etwas gegen die Tiere tun, um eine Vermehrung zu verhindern. Zu Spritzmitteln müssen sie nur in Einzelfällen greifen. » mehr

Sigrid Tinz

23.01.2020

Schädlinge im Garten sind doch nichts Böses

Wer braucht schon Löwenzahn, Läuse und Schnecken im Garten? In einem ausgewogenen Verhältnis schaden sie aber auch nicht, argumentiert die Buchautorin Sigrid Tinz. Sie rät zu mehr Gelassenheit. » mehr

Eibe

02.01.2020

Immergrüne sind das Salz in der Suppe

Ein wichtiger Bestandteil wird gerne mit «das Salz in der Suppe» bezeichnet. Immergrüne sind das für einen Garten - ohne sie fehlt oft Struktur. Und im Winter Farbe. » mehr

Laub auf dem Rasen

04.11.2019

Wo muss Laub entfernt werden?

Mancherorts steht es außer Frage: Herbstlaub sollte zusammengekehrt und entfernt werden. Es sieht ja nicht gut aus auf dem Rasen. Für das Entfernen sprechen aber auch handfeste Gründe. » mehr

Marienkäfer

21.10.2019

Marienkäfern bei Winterquartiersuche helfen

Marienkäfer können im Herbst in größeren Gruppen auftreten. Besitzer von Gärten können sie dabei unterstützen, einen Ort für die frostigen Tage zu finden. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
17. 10. 2018
13:27 Uhr



^