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So kommen Senioren gut durch den Sommer

Eine Jahreszeit zum Fürchten? Gerade für Ältere ist der Sommer nicht ganz ungefährlich. Mit ein paar Tipps bleiben Senioren aber locker auf der Sonnenseite. Allen voran: viel Wasser, viel Creme - und eine Siesta.



Mittagsschläfchen
Wohlverdiente Pause: Den Schlaf sollten Senioren am Sommer am besten verteilen - auf die Nacht und den Nachmittag.   Foto: Silvia Marks » zu den Bildern

Wärme macht glücklich, Hitze macht schlapp. Laue Abende locken Menschen vor die Tür - und die Mittagssonne treibt sie nach drinnen. Die wärmste Jahreszeit ist voller Gegensätze, gerade für Senioren.

«Der Sommer kann für Ältere hinreißend sein, aber auch hochgefährlich», sagt Christine Sowinski vom Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA). Wer im Alter den Sommer richtig genießen will, sollte deshalb ein paar Tipps beachten. Allen voran den Klassiker: Trinken, trinken und dann noch etwas trinken.

Das gilt unabhängig vom Alter. Denn Senioren brauchen nicht mehr Flüssigkeit als Jüngere - sie merken aber nicht so schnell, wenn ihnen welche fehlt. «Im Alter nach Gefühl zu trinken ist falsch», warnt Sowinski. «Denn das Durstgefühl lässt im Alter nach, das kann also trügerisch sein.»

Einen Trinkplan aufstellen

Stattdessen rät die Expertin, nach einem festen Plan zu trinken. Wer mag, kann sich die Menge für den Tag zum Beispiel gleich morgens abfüllen und gut sichtbar in die Wohnung stellen. Oder man nimmt sich vor, zu jeder Mahlzeit mindestens ein Glas zu trinken. «1,5 Liter pro Tag sind auch bei älteren Menschen der von uns empfohlene Orientierungswert», sagt Theresa Stachelscheid von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).

Allerdings ist dieser Wert wirklich nur Orientierung - individuell kann es auch mehr oder weniger sein. Nur unter einem Liter sollte die tägliche Trinkmenge nicht liegen, warnt Stachelscheid. Und im Sommer muss es ohnehin etwas mehr sein. «Wie viel mehr, hängt unter anderem davon ab, wie jemand körperlich aktiv ist», so die Expertin. Manche Menschen sollten aber auch nicht ganz so viel trinken: «Bei Krankheiten wie Schädigungen der Nieren oder einer Herzinsuffizienz kann es nötig sein, die tägliche Flüssigkeitsmenge zu begrenzen.»

Zu viel ist auch nicht gut

Ingrid Dänschel aus dem Vorstand des Deutschen Hausärzteverbands plädiert ebenfalls dafür, es auch im Sommer nicht zu übetreiben. «Einfach unbegrenzt immer mehr zu trinken, ist irgendwann auch nicht mehr gut für das Herz», sagt sie. «Spätestens wenn die Füße dick werden, sollte man damit aufhören und Rücksprache mit dem Hausarzt halten.» Erste Anzeichen von Flüssigkeitsmangel sind dagegen Kopfschmerzen und Konzentrationsprobleme, gerade bei Älteren kommt oft Verwirrtheit hinzu.

Schmecken darf das Getränk übrigens auch. Denn Wasser ist natürlich in der Regel die beste Wahl - nur ein wenig langweilig. Die DGE rät da zum Aufpeppen, mit Ingwer, Minze oder Orangenscheiben etwa. Sogar Saft ist nicht tabu, sagt Dänschel, im Gegenteil: «Besser als Wasser kann eine Saftschorle aus einem Drittel Saft und zwei Dritteln Wasser sein. So nimmt man die Elektrolyte, die man beim Schwitzen verliert, wieder auf.»

Ein langer Mittagsschlaf

Mit dem Trinken allein ist es im Sommer aber noch nicht getan. «Irgendwann gibt es mehr Hitze, als man überhaupt trinken kann», sagt Sowinski. Sie rät daher, zumindest im Hochsommer den Tagesrhythmus zu ändern - nach dem Vorbild südlicherer Länder. «Also relativ früh aufstehen, die Wohnung lüften und Dinge wie Einkaufen erledigen. Und dann wirklich schon um 11.00 Uhr die Fenster wieder schließen, die Wohnung abdunkeln und einen langen Mittagsschlaf machen.»

Der Schlaf wird damit zweigeteilt, auf den Nachmittag und die Nacht - gut und lange am Stück zu schlafen fällt bei hohen Temperaturen schließlich ohnehin schwer. Stattdessen sollte man dann ausnutzen, dass es lange hell bleibt, sagt Sowinsiki: «Am frühen Abend kann man dann wieder Dinge erledigen oder zum Beispiel Freunde treffen.»

Mit Sonnencreme und Kopfbedeckung

Auch morgens und abends gilt allerdings: Nicht ohne Sonnenschutz aus dem Haus gehen. Eine Kopfbedeckung ist Pflicht, genau wie Sonnencreme. «Die Sonnenschäden aus der Kindheit oder Jugend kommen in vielen Fällen erst im Alter zu Tage», sagt Dänschel. «Gerade diese geschädigten Hautstellen sollte man dann besonders schützen und mindestens mit Lichtschutzfaktor 30 eincremen.» Wichtig außerdem, so die Ärztin: Stirn und Kopfhaut, vor allem bei Männern mit Glatze, sowie die Ohren. Denn gerade diese empfindlichen Stellen liegen teils voll in der Sonne, werden aber gerne vergessen.

Derart geschützt, spricht dann nichts gegen einen Ausflug in die Sonne - im Gegenteil. Denn da zeigt sich, dass der Sommer auch seine guten Seiten hat: «Die Sonne ist auch ein Therapeutikum. Licht und Wärme wirken sich positiv auf alle möglichen Körpervorgänge aus», sagt Sowinski.

So sei Helligkeit zum Beispiel ein Antidepressivum. «Und Menschen mit Gelenk- und Knochenproblemen, die in Herbst und Winter unter kalt-klammer Luft leiden, fühlen sich von der Sonne richtig durchgewärmt.» Auch der Mangel an Vitamin D, mit dem viele Ältere im Winter zu kämpfen haben, spielt im Sommer keine Rolle - das Sonnenlicht ersetzt die Vitaminpille.

Die richtige Ernährung

Generell ist gesunde Ernährung, die Spaß macht, im Sommer leichter. «Es gibt eine große und bunte Auswahl an heimischem Obst und Gemüse - das ist nicht nur nachhaltiger, sondern häufig auch nährstoffreicher», sagt DGE-Expertin Stachelscheid. «Denn bei Obst und Gemüse aus Übersee ist der Nährstoffgehalt durch die lange Lagerung und den Transport oft geringer.»

Verbrauchen sollte man Obst und Gemüse allerdings zügig - und Fleisch und Wurst sowie andere Kühlschrank-Produkte erst recht. Denn was verderben kann, verdirbt im Sommer umso schneller. Die Folge sind dann zum Beispiel Durchfallerkrankungen, «die im Sommer deutlich dramatischer verlaufen können», wie Dänschel warnt.

Trinken also - aber nicht zu viel. Obst und Gemüse kaufen, aber dann zügig essen. Und natürlich rausgehen, aber bitte mit Hut. Kann der Sommer bei all diesen Regeln noch Spaß machen? Unbedingt, findet Christine Sowinski - wenn man ihn als Gelegenheit begreift, für Spaziergänge etwa oder ausgiebige Radtouren. Oder, wenn das nicht mehr geht, für kleine Genießer-Momente: «Eine Stunde in der Sonne zu sitzen, auf dem eigenen Balkon zum Beispiel, kann auch schon helfen.»

Veröffentlicht am:
17. 05. 2019
05:04 Uhr

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dpa

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17. 05. 2019
05:04 Uhr



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