Topthemen: Der NSU-ProzessMobilität und EnergieGebietsreformFußball-Tabellen

 

Optionen zur Kinderbetreuung außerhalb der Verwandtschaft

«Oma zu verleihen»: Wer keine eigenen Verwandten in der Nähe hat, würde sich über eine solche Anzeige freuen. Zum Glück gibt es aber Alternativen: Sie reichen von ehrenamtlichen Helfern bis zu bezahlten Dienstleistern.



Leihopa
Nicht immer wohnen die eigenen Großeltern in der Nähe: Eine Alternative können dann Leihopas sein, die für die Kinderbetreuung einspringen.   Foto: Uwe Umstätter/Westend61 » zu den Bildern

Nachmittags zum Arzt, am Samstag in Ruhe einkaufen und abends mal zu zweit ins Kino? Für Eltern oft ein Balanceakt. Heute ist es eher die Ausnahme als die Regel, dass Oma und Opa im Haus gegenüber leben.

Die gute Nachricht: Genau darum gibt es immer mehr Betreuungsmöglichkeiten außerhalb der Verwandtschaft. Manche bezahlt man, andere verschenken ihre Zeit. Ein Überblick:

1. Hilfe aus der Nachbarschaft

In der Wohnung nebenan lebt ein 17-Jähriger, der auf seinen Führerschein spart und gerne Märchen vorliest? Volltreffer! «Teenies aus der Nachbarschaft sind der bewährte Klassiker, wenn es darum geht, sich einen Babysitter zu suchen», erklärt Uta Linß, Geschäftsführerin des Familienzentrums Klara in Freiburg.

Wichtig sei es, für dauerhafte Babysitter eine Haft- und Unfallversicherung abzuschließen und sie bei der Minijobzentrale anzumelden. Bei Minderjährigen empfiehlt Linß, sich je nach Alter zu erkundigen, wie lange und zu welchen Zeiten sie arbeiten dürfen.

2. Babysitter über Agenturen oder Datenbanken

Wer eine Babysitter-Agentur in Anspruch nimmt, spart sich die Zeit und Mühe, selbst zu suchen: Die Agentur vermittelt Personen, die in der Regel gut qualifiziert sind, persönlich überprüft wurden und ihr polizeiliches Führungszeugnis vorlegen mussten. Doch Uta Linß warnt: «Wenn jemand mein Kind betreuen soll, ist mein persönliches Gefühl das Wichtigste.» Darum rät sie zu einer Eingewöhnungsphase, um genug Zeit zu haben, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen.

3. Leihoma oder Leihopa

Manche Leihgroßeltern arbeiten ehrenamtlich oder für eine geringe Aufwandsentschädigung, andere beziehen ein ähnliches Honorar wie Babysitter. Über Organisationen wie das Deutsche Rote Kreuz, Familienzentren, die Arbeiterwohlfahrt oder auch über Online-Datenbanken können die neuen Familienmitglieder gesucht und gefunden werden.

«Oft haben Leihomas keine eigenen Enkel in der Nähe», erklärt Kerstin Tempel vom Mütterzentrum Siegen und Geschäftsführerin vom Bundesverband der Mütterzentren. «Sie entwickeln oft ein enges Verhältnis zu den Kindern und gehören richtig zur Familie.»

4. Ehrenamtliche Helfer

Vielen Familien fehlt das Geld für Kinderbetreuung außerhalb der staatlich geförderten Möglichkeiten. Es gibt jedoch zahlreiche Projekte, die mit ehrenamtlichen Helfern arbeiten, zum Beispiel die Familienpaten, je nach Region und Einsatz auch als Kinderpaten oder allgemein als Aktivpaten bekannt. «In Siegen nennt sich dieses Projekt Zeitpaten», so Tempel. «Sie unterstützen Eltern im Alltag, kümmern sich um die Kinder - schenken den Eltern also Zeit.»

Man habe immer denselben Paten, um eine feste Beziehung aufzubauen, erklärt Linß. «Diese Paten werden durch Einrichtungen begleitet und ausgebildet. Sie können durch den Kinderschutzbund und ähnliche Programme vermittelt werden.»

5. Au-pair

Im Normalfall lebt das Au-pair bei der Familie. Wer dauerhaft jemanden bei sich aufnehmen möchte, braucht daher entsprechenden Platz - denn ein Au-pair hat ein Recht auf ein eigenes, abschließbares Zimmer, sagt Cordula Walter-Bolhöfer, Geschäftsführerin der Gütegemeinschaft Au-pair. Au-pairs kümmern sich 30 Stunden in der Woche um die Kinder, im Gegenzug kommt die Familie für Kost und Logis auf. Außerdem müssen die Eltern ein monatliches Taschengeld von 260 Euro zahlen, 50 Euro zu einem Sprachkurs dazugeben und monatlich etwa 40 Euro für die Kranken-, Haftpflicht- und Unfallversicherung des Gastes zahlen.

Veröffentlicht am:
24. 08. 2018
10:09 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Arbeiterwohlfahrt Betreuung von Kindern Deutscher Kinderschutzbund Deutsches Rotes Kreuz Ehrenamtliches Engagement Eltern Geschäftsführer Omas Polizei Rotes Kreuz Tempel Unfallversicherungen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Pflegebedürftige Eltern

13.07.2017

Pflegebedürftige Eltern: Was Familien bedenken sollten

Wenn die Eltern pflegebedürftig werden, bedeutet das für die ganze Familie eine große Herausforderung. Das gilt vor allem für Familien, in denen nicht alle nah beieinander wohnen. Ganz wichtig ist dann das Gespräch mitei... » mehr

Kinderschutzambulanz Neukölln

30.04.2018

Wenn Eltern ihre Kinder misshandeln

Seit 18 Jahren haben Kinder in Deutschland ein Recht auf eine gewaltfreie Erziehung. Doch die Realität sieht anders aus. Noch immer werden Kinder verprügelt oder auch misshandelt - von ihren eigenen Eltern. » mehr

Pflege zu Hause organisieren

27.10.2017

Pflege zu Hause organisieren: Die ersten Schritte

Wenn ein naher Angehöriger pflegebedürftig wird und auf keinen Fall in ein Heim möchte, dann muss auf die Schnelle viel organisiert werden. Tipps für die Organisation der Pflege zu Hause. » mehr

Leben mit Au-pair

20.04.2018

Worauf Familien bei einem Au-pair achten müssen

Viele Familien holen sich bei der Betreuung ihrer Kinder die Hilfe von Au-pairs. Doch dabei gilt es einiges zu beachten - denn nicht für jede Familie eignet sich dieses Betreuungsmodell. » mehr

Seniorenbetreuung

18.09.2017

Entlastungsangebote - Pflegebedürftige bekommen Alltagshilfe

Ambulant vor stationär - Pflegebedürftige sollen möglichst lange selbstständig bleiben. Das wird angesichts der alternden Gesellschaft immer wichtiger. Der Pflegemarkt stellt sich gerade darauf ein. » mehr

Kind mit Schulranzen

05.03.2018

Das Geschäft mit den Schulranzen

Die Eltern gingen noch mit Ledertasche oder Einheitsmodell aus Stoff und Pappe in die Schule, auf die Kinder wartet heute die bunte Markenwelt: Schulranzen locken mit Extras, vielen Designs und Einkaufserlebnissen. Ärzte... » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
24. 08. 2018
10:09 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".