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Verband: Corona könnte Jugendarmut verschärfen

Die Corona-Krise hat gezeigt: Ohne Internet und Computer kommt Schule schnell an ihre Grenzen. Doch viele Schüler aus ärmeren Familien sind damit nicht augestattet - mit fatalen Folgen für die Bildungschancen.



Jugendarmut
Nicht alle Kinder und Jugendliche haben gute Vorraussetzungen für Homeschooling. Sie drohen in Folge der Coronavirus-Krise abgehängt zu werden.   Foto: picture alliance / dpa

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit befürchtet eine Verschärfung von Jugendarmut durch die Corona-Krise. Mangelnde digitale Teilhabe hänge arme Jugendliche in der schulischen Bildung weiter ab, womit eine gute Berufsausbildung in noch weitere Ferne rücke.

Dies teilte die Arbeitsgemeinschaft anlässlich der Veröffentlichung ihres «Monitors Jugendarmut in Deutschland 2020» mit. «Während einige Familien mit Haus, Garten und Homeoffice gut durch diese Zeit kamen, verloren andere ihr Einkommen, und Homeschooling war in kleinen Wohnungen ohne WLAN keine Option», heißt es darin.

In dem Bericht wurden vorliegende Daten etwa des Statistischen Bundesamtes und der Bundesagentur für Arbeit ausgewertet. Rund ein Viertel aller Armutsgefährdeten in Deutschland sei jünger als 25 Jahre. Betroffen seien demnach rund 3,2 Millionen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. «Jugendarmut beschneidet die Entwicklungs- und Teilhabechancen junger Menschen erheblich und oft dauerhaft. Betroffene starten unter deutlich schlechteren Bedingungen in ihre Selbstständigkeit als finanziell besser abgesicherte junge Menschen», heißt es in einer Mitteilung zum Bericht. Corona verschärfe diese Ungleichheit. Die Arbeitsgemeinschaft verwies zudem auf einen Anstieg der Arbeitslosigkeit bei jungen Menschen in der Corona-Krise.

Armut wird in Deutschland über das Haushaltseinkommen und die daraus folgenden Möglichkeiten an gesellschaftlicher Teilhabe definiert. Die Armutsgefährdungsquote gibt den Anteil der Bevölkerung an, der mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens auskommen muss. Laut Statistischem Bundesamt waren 2019 15,9 Prozent der Bürger von Armut bedroht. Bei einem Einpersonenhaushalt lag diese Grenze 1074 Euro im Monat.

© dpa-infocom, dpa:201008-99-874517/5

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dpa

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Veröffentlicht am:
08. 10. 2020
16:44 Uhr

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08. 10. 2020
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