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Schulschließungen könnten sich in Pisa-Studie niederschlagen

Wegen der Corona-Maßnahmen konnten viele Schüler in den letzten Monaten nur eingeschränkt unterrichtet werden. Das dürfte nicht ohne Folgen bleiben. Ein OECD-Vertreter befürchtet größere Bildungsunterschiede nach sozialer Herkunft.



«Schule geschlossen!»
Die Schulschließungen könnten nach Ansicht von OECD-Bildungsdirektor Schleicher an den nächsten Pisa-Testergebnissen abzulesen sein.   Foto: Andreas Arnold/dpa/Illustration

Die wochenlangen Schulschließungen und der weiterhin nur eingeschränkte Schulbetrieb könnten sich nach Ansicht von OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher auch in den nächsten Pisa-Testergebnissen niederschlagen.

Es sei gut möglich, dass die «sozialen Disparitäten» in späteren Pisa-Vergleichen weiter zunähmen, sagte Schleicher. Die Veröffentlichung der letzten Pisa-Ergebnisse vor einem halben Jahr, am 3. Dezember, hatte den Zusammenhang, wonach Schulerfolg in Deutschland stark von der sozialen Herkunft abhängt, erneut bestätigt.

Schleicher schließt nun nicht aus, dass sich dieser Effekt verstärken könnte. Kinder aus wohlhabenden Familien kämen oft mit Schulschließungen zurecht. «Kinder aus ungünstigem sozialem Umfeld haben dagegen meist nur eine einzige wirkliche Chance im Leben, das sind gute Lehrer und eine leistungsfähige Schule.» Ihnen fehle der Zugang zu guten Angeboten zum Online-Lernen und manchmal auch ein Platz um zu Hause in Ruhe zu lernen.

Die Ausnahmesituation an den Schulen könnte nach Angaben des Bildungsexperten auch Auswirkungen auf das spätere Erwerbsleben der Schüler haben. «Letztlich können sie ein verlorenes Schuljahr mit sieben bis zehn Prozent verlorenem Lebenseinkommen gleichsetzen», sagte er. Wegen der Corona-Krise waren Schulen in Deutschland wochenlang geschlossen und sind jetzt nur in einem eingeschränkten Schichtbetrieb geöffnet.

Die Pisa-Studie ist die größte internationale Schulleistungsvergleichsstudie. Die Federführung hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Seit dem Jahr 2000 werden dafür alle drei Jahre weltweit Hunderttausende Schüler im Alter von 15 Jahren in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften getestet.

In einer Schaltkonferenz berieten die Kultusminister der Länder am Dienstagabend (2. Juni) über das weitere Vorgehen nach den Sommerferien. Konkrete Pläne wurden noch nicht vereinbart. Alle Länder eine aber das Ziel, im neuen Schuljahr möglichst wieder einen Regelbetrieb an den Schulen anzubieten, hieß es nach dem Gespräch aus Teilnehmerkreisen. Das sei jedoch abhängig vom weiteren Infektionsgeschehen.

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dpa

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Veröffentlicht am:
03. 06. 2020
16:17 Uhr

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03. 06. 2020
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