Lade Login-Box.
Fotowettbewerb 2020 zum Digital-Abo
Topthemen: Podcast: Offen gesagtCoronavirus in ThüringenCorona-HilfsbörseFolgen Sie uns auf Instagram

 

Demenzpatienten in Corona-Zeiten begleiten

Die Gefahr durch das Virus verstehen sie oft nicht. Dafür merken Menschen mit Demenz sehr wohl, dass etwas anders ist - und das kann ihnen Angst machen. Wie man ihnen durch diese Zeit hilft.



Ältere Demenzpatientin
Angst und Verunsicherung: Die Einschränkungen und Regeln im Zusammenhang mit Corona können Demenzpatienten zu schaffen machen.   Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

Die Menschen um sie herum tragen auf einmal Masken und halten Abstand: Für Demenzpatienten sind die Einschränkungen und Hygieneregeln aufgrund des Coronavirus häufig kaum zu verstehen.

Die Folgen sind Angst und Verunsicherung. Möglicherweise ziehen sie sich noch mehr zurück oder werden aggressiv. Darauf weist der Malteser Hilfsdienst hin. Auch für pflegende Angehörige ist das belastend.

Was Menschen mit Demenz jetzt hilft, sind gewohnte Routinen, klare Strukturen - und das nahestehende Personen ihnen das Gefühl geben, in Sicherheit und nicht allein in dieser Situation zu sein. Anstelle von Umarmungen und Berührungen im Gesicht kann man zum Beispiel zart den Oberarm berühren oder den Rücken streicheln.

Routinen beibehalten

Eingeübte Routinen und Abläufe sollten so gut wie möglich weiter gepflegt werden, etwa bestimmte Übungen oder Hobbies. Hintergrund: Wenn die sonst üblichen Aktivierungen fehlen, könnten Demenzpatienten schneller als bisher kognitive Fähigkeiten einbüßen, so die Experten. Gut für die Stimmung seien außerdem regelmäßige Spaziergänge an der frischen Luft.

Der Tag sollte mit regelmäßigen Mahlzeiten und einem Wechsel zwischen aktiven, ruhigen und Schlafphasen weiterhin gut strukturiert sein.

Was man lieber vermeidet, sind lange Erklärungen und Diskussionen. Stattdessen gilt: Nur die Infos vermitteln, die unbedingt nötig sind. Fragen des Demenzpatienten sollte man aber in Ruhe und - wenn nötig - auch mehrfach beantworten.

Auf andere Gedanken kommen

Was Angehörige auf keinen Fall vergessen sollten: Sich selbst Freiräume zu schaffen, um auch mal auf andere Gedanken zu kommen. Eventuell kennen sie jemanden im Umfeld, dem sie vertrauen und der sie stundenweise entlasten kann - vorausgesetzt natürlich, derjenige oder diejenige ist gesund. Ansonsten sollte man vor allem die Ruhe- und Schlafphasen des Demenzpatienten nutzen, um sich mit anderen Dingen zu beschäftigen oder zu entspannen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
06. 05. 2020
06:09 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Angst Demenz Demenzpatienten Emotion und Gefühl Gefahren Kognition
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Pflegende Angehörige

01.10.2019

Was tun bei herausforderndem Verhalten von Demenz-Patienten?

Wutanfälle oder unruhiges Umherstreifen: Wer als Pflegender mit solchem Verhalten von Demenz-Patienten konfrontiert ist, sollte auf Ursachenforschung gehen. Der erste Schritt dazu ist relativ einfach. » mehr

Kind schaut Nachrichten

05.06.2020

Berichte von Protesten können Kinder verstören

Bilder von Protesten gehen um die Welt. Eltern sollten nicht vergessen, was das mit ihren Kindern machen kann - und sensibel darauf eingehen. » mehr

Umzug erleichtern

05.07.2019

Demenzpatienten brauchen Erinnerungsstücke

Der Umzug in ein Pflegeheim ist für Demenzkranke eine große Umstellung. Um Patienten diese Zeit zu erleichtern, sollten möglichst viele vertraute Dinge mit umziehen. » mehr

Mann mit Gehstock

18.05.2020

Regelmäßige Bewegung beugt Stürzen im Alter vor

Die Angst vor dem Hinfallen kann ältere Menschen lähmen. Sie verzichten auf Spaziergänge und wollen Besorgungen nicht mehr selbst machen. Das Problem wird dadurch aber nur größer. » mehr

Cannabis-Konsum

26.06.2020

Cannabis kann Familien zerstören

Die Gefahren des Kiffens für Jugendliche sind wenig bekannt. Die Folgen können Familien aus der Spur werfen und Betroffene zu seelischen und körperlichen Wracks machen. Experten warnen deshalb vor einer leichtfertigen Le... » mehr

Leben mit Demenz

14.05.2019

So lässt sich Demenz vorbeugen

50 Millionen Menschen weltweit sind demenzkrank - und in den nächsten Jahren werden es wohl noch viele mehr. Die WHO hat nun erstmals Leitlinien vorgelegt und damit die Staaten zu Maßnahmen aufgefordert. Aber auch jeder ... » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
06. 05. 2020
06:09 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.