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Wenn der Druck im Kessel steigt: Elternberatung per Hotline

Kitas und Schulen sind geschlossen, Kinder und Jugendliche müssen zu Hause bleiben. In manchen Familien spitzt sich nun die Lage zu. Der Kinderschutzbund bietet Betroffenen telefonische Beratung an.



Hotlines des Kinderschutzbundes
Anrufen, wenn die Sorgen überhand nehmen: Eltern, aber auch Kinder und Jugendliche können sich an den Hotlines des Kinderschutzbundes beraten lassen.   Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Kleine Kinder dürfen nicht mehr auf die Spielplätze, Jugendliche sind von ihren Freundeskreisen ein ganzes Stück abgeschnitten. Eltern müssen all das auffangen, außerdem zu Hause den Schulstoff vermitteln und sich zugleich um ihren eigenen Job kümmern.

Dazu kommen oft Existenzsorgen in Corona-Zeiten - eine brisante Mischung, wie der Deutsche Kindschutzbund (DKSB) befürchtet. «Wenn Familien jetzt 24 Stunden, sieben Tage die Woche aufeinander hocken, kann man sich vorstellen, dass da der Druck im Kessel steigt», sagt DKSB-Sprecherin Juliane Wlodarczak. Je länger die Zeit andauert, desto schwieriger werde es. Der Kinderschutzbund rechnet auch mit einem Anstieg häuslicher Gewalt gegen Frauen und Kinder.

Gespräche können entlasten

Lidija Baumann ist Leiterin des Kinderschutz-Zentrums Kiel in Trägerschaft des Kinderschutzbundes. Noch verzeichnet sie keinen erhöhten Andrang, allerdings rät sie Eltern, sich frühzeitig zum Beispiel bei der zentralen Hotline des Kinderschutzbundes zu melden. «Gespräche können entlasten», sagt die Kinderpsychologin. «Es ist gut, mit Fachleuten zu sprechen, die Menschen in Krisenzeiten verstehen. Wir als Kriseneinrichtung können deeskalierend einwirken.»

Unter der Rufnummer 0800/111 05 50 stehen montags bis freitags von 9.00 bis 11.00 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 17.00 bis 19.00 Uhr ehrenamtliche Berater zur Verfügung. Auch regional ist der Kinderschutzbund zu erreichen. Kinder und Jugendliche können die Rufnummer 116 111 anwählen, kostenlos und anonym vom Handy und Festnetz aus, montags bis samstags zwischen 14.00 und 20.00 Uhr.

Viele Eltern haben sich auf die Zeit bis zum Ende der Osterferien eingerichtet, glaubt Baumann. Sie macht sich Sorgen, wie es danach weitergeht. Gefährdet seien gerade Familien, die zum Beispiel durch eine psychische Erkrankung oder materielle Sorgen hoch belastet sind: «Dann können Kinder schnell in alltäglichen Situationen zum Blitzableiter werden.» Diese Kinder lebten in einer Grundanspannung, die Belastung durch die Corona-Maßnahmen treffe sie nun umso härter.

Kinder nicht sich selbst überlassen

Die Psychologin rät Eltern, ihre Kinder nicht sich selbst zu überlassen. In Kombination mit einem hohem Medienkonsum sei das nur kurzfristig eine Entlastung. «Aber längerfristig wird es zu einem Teufelskreislauf. Man sollte deshalb frühzeitig überlegen: Wie strukturieren wir die Zeit?», empfiehlt Baumann. Wer einmal aus Strukturen heraus sei, finde viel schwerer wieder in sie hinein.

Feste Zeiten, orientiert an der Normalität vor dem Coronavirus, entsprechen dem Bedürfnis von Kindern nach Struktur: «Vormittags Lernzeit für Schulkinder, am frühen Nachmittag eine Ausruhzeit für Kindergartenkinder», rät Baumann. Bei der Tagesplanung, in der auch Spiel und Bewegung enthalten sein sollten, dürfen sich die Kinder einbringen: «Kinder sind wunderbare Planer. Und wer mitentscheiden darf, ist auch eher bereit, sich an Vereinbarungen zu halten.»

Service:

Das bundesweite Elterntelefon des Kinderschutzbundes ist unter 0800 1110550 zu erreichen, montags bis freitags von 9.00 Uhr bis 11.00 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 17.00 Uhr bis 19.00 Uhr.

Die «Nummer gegen Kummer» für Kinder und Jugendliche lautet 116 111. Sie ist anonym und kostenlos vom Handy und Festnetz montags bis samstags von 14.00 bis 20.00 Uhr erreichbar.

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dpa

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Veröffentlicht am:
24. 03. 2020
16:02 Uhr

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dpa

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24. 03. 2020
16:02 Uhr



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