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Müssen Kinder alles aufessen?

Wenn das Kind das Essen nicht mag, stresst das Eltern und am Ende die ganze Familie. Versuchen Sie es doch mal mit einem Nudelfreitag, schlägt eine Expertin vor.



Es schmeckt!
Diesen Kindern scheint es zu schmecken.   Foto: Sina Schuldt/dpa

Klar wurmt es Eltern, wenn ihre Kochkünste von den lieben Kleinen so gar nicht gewürdigt werden. Erst recht, wenn die Racker den Teller schmollend wegschieben. Auch wenn die Versuchung noch so groß ist: Jetzt bloß nicht den verzweifelten Uroma-Spruch «Wenn du nicht aufisst, scheint morgen keine Sonne» auftischen.

Schließlich hat sich schon Generationen von Kindern nicht erschlossen, was leere Teller mit dem Wetter zu tun haben sollen. Und überhaupt: Müssen Kinder heutzutage noch aufessen?

Die Frage beantwortet Dana Mundt von der Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke) mit einem klaren «Nein». Es sei nicht schlimm, wenn das Kind mal nur Kartoffeln isst - oder auch mal gar nichts. In der Regel reguliere der Körper das ganz gut von allein.

Statt gekränkt zu sein, kommt es für die Sozialpädagogin vielmehr darauf an, dass Eltern den Kindern ein gesundes Essverhalten vorleben. Dazu gehöre auch, dass niemand gezwungen wird, über seinen Sättigungspunkt hinaus zu essen. Mäkelt das Kind sehr oft am Essen rum, sollten Eltern nach Möglichkeiten versuchen, Freude am Genuss zu vermitteln. «Vielleicht mit Lieblingsessenstagen wie dem Nudelfreitag», schlägt Mundt vor.

Hilfreich kann es auch sein, das Kind beim Einkaufen und Kochen mit einzubeziehen: «Was wollen wir mal Neues ausprobieren?» Will das Kind dann eine Mahlzeit extra nur für sich, könnte der Deal sein: «Okay, dann kostet aber jeder mal vom anderen», sagt Mundt. So könne man Verschmähtes mit Abwechslung ruhig immer wieder ins Spiel bringen. Eine weitere Idee sei Gemüse aus der Saftpresse. «Das kommt meist gut an. Oder man drapiert es zum Gemüsekrokodil», so Mundt.

Die Erziehungsexpertin warnt davor, Kinder zu zwingen, kaltes und nicht mehr ansehnliches Essen in sich hineinzustopfen: «Das will man selbst ja auch nicht mehr.» Es bringe auch nichts, Essen mit ernährungsunabhängigen Tätigkeiten zu verknüpfen und zu sagen: «Wenn du nicht aufisst, darfst du auch den Sandmann nicht gucken.» Denn das Sandmännchen habe nun wirklich nichts mit dem Essen zu tun.

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dpa

dpa

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Veröffentlicht am:
20. 03. 2020
10:41 Uhr

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dpa

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20. 03. 2020
10:41 Uhr



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