Lade Login-Box.
Topthemen: Ministerpräsidentenwahl ThüringenFreies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

 

Muss man das Kind vor jedem Fehler schützen?

Oft geschieht es unbewusst: Eltern wollen ihrem Kind das blöde Gefühl ersparen, das einen nach einem Fehler oder einem Versäumnis überkommt - und räumen das Problem schon vorher weg. Keine gute Idee.



Vater mit Kind
Eltern sollten ihr Kind nicht vor jedem Fehler bewahren. Wichtig ist es da zu sein, wenn mal etwas schief gegangen ist.   Foto: Silvia Marks/dpa-tmn

Das Kind ist im besten Teenager-Alter und dennoch wird es jeden Morgen von den Eltern geweckt. Sie treiben den Sprössling an, damit er ja nicht den Bus verpasst und zu spät zur Schule kommt. Geht das schief, rödeln sie weiter, um notfalls sogar noch irgendwie ein Attest vom Arzt aufzutreiben...

Solche Situationen kommen Ihnen bekannt vor? Dann kennen Sie vielleicht die Spezies der Schneepflugeltern. Sie schieben wie ein Schneeräumer alle Probleme und Schwierigkeiten von ihren Kindern weg. «Der Gedanke dahinter ist vielleicht liebevoll. Damit hilft man dem Kind aber nicht weiter», warnt Kira Liebmann , die als Pubertäts-Überlebenstrainerin Eltern coacht.

Sie erlebt es oft im Alltag, dass Eltern ihre Kinder vor Fehlern beschützen wollen. Damit schützen sie sich im Grunde aber selber, weil sie es nur schwer ertragen, wenn das eigene Kind traurig oder frustriert ist. «Doch Eltern sollten aufhören, ihre Kinder vor jedem Fehler, Scheitern oder Nichtgelingen zu schützen», rät die Motivationstrainerin aus München.

Stattdessen sollten Eltern lernen, es auszuhalten, dass ihr Kind auch mal etwas nicht schafft - etwa wenn es eine schlechte Note oder anderen Ärger bekommt. Fehler zu machen und daraus zu lernen, gehört zum Leben und ist für Liebmann ein wichtiger Entwicklungsschritt: «Erst wenn ein Kind Fehler macht, trainiert es seine Lösungskompetenz, Eigenverantwortung oder Anpassungsfähigkeit. Aber auch die Fähigkeit, nach Rückschlägen schnell wieder auf die Beine zu kommen.»

Es sei nicht die Aufgabe von Eltern, ihre Kinder vor jedem Fehler zu bewahren. «Es ist vielmehr ihre Aufgabe, da zu sein, wenn ein Fehler passiert ist», sagt die Expertin. Dann sollte man aber auf keinen Fall mit dem Satz «Das habe ich dir ja gleich gesagt!» reagieren. Wichtiger sei es, dann gemeinsam zu beraten, was das Kind tun könne, um den Fehler in Zukunft zu vermeiden.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
14. 02. 2020
04:53 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Emotion und Gefühl Fehler Frustration Gefahren Kinder und Jugendliche Probleme und Krisen Ärger
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Erst Mitgefühl, dann Rat

06.02.2020

Richtig reagieren auf traurigen Partner

«Du verstehst mich einfach nicht», bekommt man mitunter von seinem Partner um die Ohren gehauen. Dabei wollte man mit einem klugen Rat helfen. Vielleicht kam der Ratschlag ja zum falschen Zeitpunkt? » mehr

Kinderzimmer

10.01.2020

Dürfen Eltern Kinder zur Strafe ins Zimmer einsperren?

Das Kind hat einen Wutanfall, ist bockig oder verstößt gegen Regeln. Heißt es dann «Ab in dein Zimmer!», wollen Eltern, dass es aus der Strafe lernt. Das funktioniert aber nicht. » mehr

Was Kinder nach einem Unfall brauchen

04.02.2020

Was Kinder nach einem Unfall brauchen

Unfälle hinterlassen Spuren, auch an der Psyche und gerade bei Kindern. Eltern müssen dann vor allem da sein, viel reden und genau hinsehen - und das länger als nur ein paar Tage. » mehr

Ein Erwachsener nimmt ein Kind an die Hand

25.10.2019

Kinder in Automatiktüren an die Hand nehmen

Die Welt ist für Kinder ein Abenteuerspielplatz - das gilt auch für Automatiktüren, egal ob in Einkaufszentren oder im Supermarkt. Doch Experten warnen: Nicht alle Automatiktüren sind kindersicher. » mehr

Kleines Kind sitzt in einer Schaukel auf dem Spielplatz

21.01.2020

Allein spielendes Kind ist kein Grund zur Sorge

Spielen Zweijährige gerne für sich, muss das nichts Schlimmes sein. Die kooperative Phase kommt. Manchmal kann es aber an den Eltern liegen, wenn Kinder nicht gerne auf andere zugehen. » mehr

Prof. Clemens Becker

31.01.2020

Was Ältere vor Stürzen schützt

Es passiert meistens nicht auf Glatteis oder am Bahnsteig - sondern ganz schnöde daheim, auf dem Weg zum Bad. Doch es gibt Tipps und Tricks, die gerade Ältere vor gefährlichen Stürzen schützen. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
14. 02. 2020
04:53 Uhr



^