Lade Login-Box.
Sommerausklang in Südthüringen zum Digital-Abo
Topthemen: Freies Wort hilftCoronavirus in ThüringenFolgen Sie uns auf Instagram

 

Ist Kinderkriegen ansteckend?

Eine Kollegin ist schwanger, der eigene Bruder wird Vater. Macht es das für einen Menschen wahrscheinlicher, selbst ein Kind zu bekommen? Und wenn ja, setzt sich dieser Effekt weiter fort?



Hebamme mit Baby
Werden im Familien- und Kollegenkreis viele Kinder geboren, kann das die eigene Familienplanung beeinflussen.   Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Die Geburt eines Kindes kann im Familien- und Kollegenkreis zu einer Art Kettenreaktion bei der Familienplanung führen. Das zeigt eine Studie unter Beteiligung der Universität Bamberg im Fachblatt «Demography».

Demnach steigt die Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau schwanger wird, wenn eine Kollegin ein Baby bekommt. Wird die Frau tatsächlich selbst schwanger, kann das wiederum ihre Geschwister beeinflussen - die wiederum Einfluss auf die Familienplanung ihrer Kollegen haben können. «Diese Kettenreaktion war für uns wirklich neu», sagte Demografie-Expertin Henriette Engelhardt-Wölfler von der Universität Bamberg.

Die Untersuchung basiert auf Registerdaten aus den Niederlanden, die Angaben über Geschwister und Arbeitgeber enthalten. «Dort hat jede Person eine Art Identifikationsnummer, die Geschwister sind verzeichnet und selbst die Arbeitstelle hat eine Betriebsnummer», sagte Engelhardt-Wölfler. Eine vergleichbare Studie wäre in Deutschland schon allein aus Datenschutzgründen nicht möglich.

Mit den Daten von Niederländern, die zwischen 1970 und 1979 geboren sind, berechneten die Forscher den Einfluss von außen auf die Familienplanung. «Die starken Effekte finden wir vor allem unter Frauen», sagte Engelhardt-Wölfler. Am stärksten sei der Kinderwunsch im dritten Jahr, nachdem die Kollegin Mutter wurde.

Auch wenn Geschwister Eltern werden, verstärkt sich der Wunsch nach einem eigenen Baby vor allem bei Frauen. Durch die emotionale Nähe sei er am stärksten im ersten Jahr nach der Geburt des Neffen oder der Nichte, vermutet Engelhardt-Wölfler. Welche Mechanismen den beobachteten Effekten zugrunde liegen, zeigt die Studie nicht.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
13. 02. 2020
10:17 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Babybooms Brüder Eltern Familien Familienplanung Mütter Säuglinge und Kleinkinder Universität Bamberg
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Kleinkind mit Wutanfall

04.08.2020

So besänftigen Eltern kleine Wutzwerge

Eine Impfung für Kinder gegen Trotzanfälle gibt es ja leider nicht. Also brauchen Eltern eine Strategie, um die stressigen vier bis fünf Minuten zu meistern. Wie gelingt die Deeskalation? » mehr

Hausputz

08.09.2020

Aufgaben in der Familie neu verteilen

Traditionell sind es oft Frauen, die in Familiensachen den Überblick behalten. Wen das nervt, der muss Sachen an den Partner abgeben - ohne ihn zu belehren, wie er die Dinge am besten macht. » mehr

Was ein Outing für Eltern bedeutet

11.09.2020

Was ein Outing für Eltern bedeutet

«Ich liebe das gleiche Geschlecht»: Ein ganz normaler Satz, der manche Eltern hilf- und ratlos macht. Was ihnen helfen kann? Die Erkenntnis, dass sich an der Liebe zum Kind dadurch nichts ändert. » mehr

Kinder in der Kita

10.08.2020

Geschwister in eine Kitagruppe oder nicht?

Entwickeln sich Geschwister besser, wenn sie in der Kita getrennt voneinander sind? Oder sollten sie uusammen betreut werden? Bei der Entscheidung ist das Bauchgefühl der Eltern gefragt. » mehr

Nachwuchsplanung

10.08.2020

Nachwuchsplanung: Wenn Eltern beide Geschlechter wollen

Manche Eltern bekommen so viele Kinder, bis sie mindestens einen Sohn und eine Tochter haben. Warum ist das so? » mehr

Katharina Grünewald

23.06.2020

Halbgeschwister als Störenfriede?

Die Trennung der Eltern ist gerade einigermaßen verarbeitet, da bekommt Papa mit der neuen Partnerin ein Baby. Kinder kann das in widersprüchliche Gefühle stürzen - und Vätern einiges abverlangen. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
13. 02. 2020
10:17 Uhr



^