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Falsche Vorbilder bei TikTok und Co.

Was auf Plattformen wie Instagram und TikTok als Realität präsentiert wird, ist oft eher Traumwelt. Für junge Nutzer kann das gefährlich sein - vor allem, wenn die Idole mehr als nur schlank sind.



Kristin Langer
Kristin Langer arbeitet als Mediencoach bei der Initiative «Schau hin! Was dein Kind mit Medien macht».   Foto: Schau Hin!/dpa-tmn

Einst war das Stichwort «Pro Ana», jetzt ist es «Skinny Check!»: Immer mal wieder tauchen in sozialen Netzwerken Bilder und Videos von extrem dünnen oder sogar magersüchtigen Menschen auf.

Nicht als Warnung, sondern in einem ausdrücklich positiven Kontext, ästhetisch als Idealbild inszeniert. Was macht das mit den oft jungen Nutzern von Plattformen wie TikTok, Instagram und Youtube?

«Wir können nicht sagen: «Weil diese Bilddarstellungen auf TikTok sind, gibt es bald mehr Magersüchtige»», sagt Kristin Langer von der Initiative «Schau hin! Was dein Kind mit Medien macht». Das bedeutet allerdings nicht, dass die Bilder und Videos keine Wirkung haben. «Es wird suggeriert, dass das gesellschaftlich akzeptiert ist», erklärt Langer.

Ein falsches Bild der Wirklichkeit

Gefährlich kann das vor allem für jüngere Teenager sein, die gerade ohnehin in einer Findungsphase sind, die sich viel mit Körperlichkeit und Körperbild beschäftigen - und die dabei mit sich selbst oft unzufrieden sind. «Da können Medienbilder durchaus ein Auslöser sein, das eigene Verhalten zu verändern», sagt Langer.

Problematisch sind in diesem Kontext aber nicht nur positive Bilder von Magersüchtigen. Auch die oft aufwendig inszenierten Bilder gesunder, schlanker Influencer haben da eine Wirkung - genau wie TV-Sendungen wie «Germany's Next Topmodel». «Dieses permanente Streben nach dem perfekten Körper kann für Jugendliche schon eine Wirkung haben - vor allem, wenn sie es dann mit dem eigenen Körper und dem eigenen, vielleicht nicht besonders aufregenden Leben vergleichen», so die Expertin.

Eltern müssen gesprächsbereit sein

Eltern-Aufgabe ist es in solchen Fällen, die Rolle des Korrektivs oder des Gegenpols einzunehmen, rät Langer: «Wichtig ist, das nicht abzutun oder das lächerlich zu machen.» Denn das verunsichere Teenager nur weiter.

Gleichzeitig sollten Eltern aber durchaus sagen, wie sie etwas finden und warum ihnen manche Bilder nicht gefallen. Und dazu können sie Kontext liefern oder Gesprächsangebote machen: Was ist eigentlich Magersucht, welche Schicksale stecken vielleicht hinter den Bildern? Wie viel Arbeit und Inszenierung steckt hinter einem Influencer-Account, was ist da wirklich echt? Und warum gibt es Trends wie den «Skinny Check»? Wie sehen für uns schöne Körper aus?

Und natürlich sollten Eltern ihre Kinder auch nicht mit Plattformen wie TikTok oder Instagram alleine lassen. Vor allem gehe es aber darum, Heranwachsende stark zu machen, sagt Langer - zum Beispiel, indem man mit ihnen auch darüber spricht, was sie gut können. «Für ein gesundes Aufwachsen müssen Kinder die Möglichkeit haben, sich nicht ständig schlecht zu fühlen.»

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dpa

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Veröffentlicht am:
16. 12. 2019
15:23 Uhr

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16. 12. 2019
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