Lade Login-Box.
Topthemen: Landtagswahl 2019Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

 

Mehr Frauen zeigen Gewalt durch Partner oder Ex-Partner an

Drohungen, Schläge, Vergewaltigung und sogar Mord - Hunderttausende Frauen werden jährlich Opfer von Gewalt durch ihre Ehemänner, Partner oder Ex-Partner. Künftig soll es mehr Hilfangebote für Betroffene geben.



Gewalt an Frauen
Häusliche Gewalt gehört für viele Frauen in Deutschland zum Alltag. Hilfe zu finden, ist für Betroffene oft schwer.   Foto: Maurizio Gambarini/dpa

Im vergangenen Jahr sind in Deutschland 122 Frauen von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet worden. Insgesamt wurden mehr als 114.000 Frauen Opfer von häuslicher Gewalt, Bedrohungen oder Nötigungen durch ihre Ehemänner, Partner oder Ex-Partner. Das zeigt eine Auswertung des Bundeskriminalamts (BKA).

Vorgelegt wurde die an diesem Montag (25. November) von der Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD). Anlass ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen.

Giffey sagte der dpa, die Zahlen seien nach wie vor schockierend. «Sie zeigen, dass weiterhin viel zu viele Frauen unter Gewalt von ihrem Partner oder Ex-Partner leiden. Mehr als ein Mal pro Stunde wurde 2018 eine Frau in der Partnerschaft gefährlich körperverletzt.»

Webseite stärker-als-gewalt.de startet

Die Ministerin will auch eine bundesweite Initiative starten. Unter der Überschrift «Stärker als Gewalt» haben sich dafür Organisationen zusammengeschlossen, die Betroffenen helfen. Es geht nun vor allem darum, diese Hilfsangebote bekannter zu machen und Gewaltopfer zu ermutigen, sich Unterstützung zu holen. Dafür wird unter anderem die Webseite stärker-als-gewalt.de am Montag online geschaltet.

Den BKA-Daten zufolge ist die Zahl der Tötungsfälle im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2017 zwar um 25 gesunken. Insgesamt wurden aber mehr Frauen Opfer von Partnerschaftsgewalt. Die Zahl stieg konkret von 113.965 auf 114.393. Gezählt wurden Mord und Totschlag, Körperverletzungen, Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, sexuelle Übergriffe, Bedrohung, Stalking, Nötigung, Freiheitsberaubung, Zuhälterei und Zwangsprostitution. Daneben gab es auch rund 26.000 Männer, die von ihren Partnerinnen oder Ex-Partnerinnen bedroht, genötigt oder angegriffen wurden. Der Trend der vergangenen Jahre, mit einem Anstieg der Fallzahlen in diesem Kriminalitätsfeld, setzt sich damit fort.

Mehr angezeigte Taten

Unklar bleibt allerdings, inwiefern es sich um einen tatsächlichen Anstieg der Fälle handelt oder wie sehr ein geändertes Anzeigeverhalten der Betroffenen möglicherweise eine Rolle spielt. Gezählt werden können nur die Taten, die auch angezeigt werden. Weiterhin wird von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen. Nach früheren Angaben von Giffey sucht nur jedes fünfte Opfer überhaupt Hilfe. Betroffen seien tatsächlich Hunderttausende. Das Bundesfamilienministerium weist auf sogenannte Dunkelfeldstudien hin, wonach jede dritte Frau in Deutschland mindestens einmal in ihrem Leben Gewalt erlebe.

Bund, Länder und Kommunen wollen nun die Hilfsangebote für Frauen ausbauen. Ende Oktober wurde dafür das Programm «Gemeinsam gegen Gewalt» vorgelegt. Allein der Bund plant demnach in den kommenden Jahren 120 Millionen Euro für den Aus-, Um- und Neubau von Frauenhäusern und Beratungsstellen in Deutschland ein. In Deutschland gibt es etwa 350 Frauenhäuser. Das sind Zufluchtsorte für von häuslicher Gewalt betroffene Frauen. Es gebe da teilweise weiße Flecken, gerade in den ländlichen Gebieten. Diese Lücken müssten geschlossen werden, hatte Giffey bei der Vorlage des Programms betont.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
25. 11. 2019
10:49 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bundesfamilienministerium Bundeskriminalamt Deutsche Presseagentur Franziska Giffey Freiheitsberaubung Gewalt Häusliche Gewalt Mord Nötigung SPD Sexualität Sexuelle Nötigung Stalking Vergewaltigung Zwangsprostitution
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Gewalt gegen Frauen

21.11.2018

Viele Frauen in Deutschland erleben zu Hause Gewalt

Die Täter wohnen meist im gleichen Haus. Zehntausende Männer schlagen und missbrauchen ihre Partnerinnen - bis zu einem gewaltsamen Tod. In den Frauenhäusern finden zu wenige Opfer Hilfe, sagt die Familienministerin. » mehr

Frauenhaus in Berlin

31.12.2018

Wohnungsmangel verschärft Lage der Frauenhäuser

Frauenhäuser in Deutschland nehmen jedes Jahr Tausende Frauen auf, die vor gewalttätigen Männern fliehen. Oder sie versuchen es, denn die Plätze sind rar. 2019 soll ein Aktionsprogramm die Lage verbessern helfen. » mehr

Mutter mit Kind

10.09.2019

Familien-Rollenverteilung hat sich stark verändert

Mütter hüten die Kinder - Väter verdienen das Geld. Die klassische Rollenverteilung kommt immer mehr ins Wanken, zeigt eine Umfrage. Ein Grund dürfte das Elterngeld sein. Das soll nun noch einmal reformiert werden. » mehr

Mutter mit Kind

05.09.2019

Staat zahlt immer mehr Unterhaltsvorschuss

Mütter und Väter, die sich getrennt haben, müssen für ihre Kinder Unterhalt zahlen, wenn diese beim anderen Elternteil leben. Viele tun dies aber nicht - in solchen Fällen springt der Staat ein. Der Unterhaltsvorschuss w... » mehr

Kindesmissbrauch. Symbolfoto.

03.04.2019

Mehr Kinder von sexualisierter Gewalt betroffen

In Deutschland werden jedes Jahr Tausende Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch registriert. Die Dunkelziffer ist hoch. Die akuten Folgen für die betroffenen Kinder sind schlimm, langfristig ist oft bis zu einem gewissen ... » mehr

Gewalt an Frauen

18.09.2018

Frauen sollen besser vor Gewalt geschützt werden

Bedrohung, Körperverletzung, Vergewaltigung, Mord - Frauen werden in Deutschland oft Opfer von Gewalt. Aber nur wenige nehmen Hilfe in Anspruch. Und nicht überall gibt es ausreichend Hilfsangebote. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
25. 11. 2019
10:49 Uhr



^