Lade Login-Box.
Topthemen: Landtagswahl 2019Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

 

Eltern und Freunde für Sport bei Kindern entscheidend

Wie wichtig regelmäßige Bewegung für die Gesundheit ist, ist eigentlich jedem klar. Dennoch hocken Kinder und Jugendliche oft zu viel rum. Wer den Nachwuchs in Schwung bringen könnte, hat nun eine Studie gezeigt.



Kind beim Sport
Ein Schulkind macht bei einem Sportprojekt mit.   Foto: Patrick Pleul/zb/dpa/Illustration

Das soziale Umfeld spielt natürlich eine wichtige Rolle dabei, ob und wie viel Kinder und Jugendliche sich bewegen. Doch wer der entscheidende Motivator ist, das ändert sich je nach Alter - und je nach Art der körperlichen Aktivität.

Dies hat eine Jetzt veröffentlichte Studie der Universität Erlangen belegt. Zudem gab es für die Forscher eine kleine Überraschung: Bislang hatten Studien gezeigt, dass Jungs sich mehr bewegen als Mädchen. «Die Unterschiede scheinen sich zu nivellieren», sagte Studienautorin Anne Reimers der Nachrichtenagentur dpa.

«Sie sind in manchen Bereichen noch sichtbar, gerade bei den Jugendlichen ab elf Jahren was Sport im Verein anbelangt, aber es scheint so zu sein, dass diese Unterschiede nicht mehr so vorherrschen wie bisher.»

Theorie kommt ins Wanken

Auch die herkömmliche Theorie, dass Kinder sich in puncto Sport und Bewegung am Elternteil mit dem eigenen Geschlecht orientieren, kommt laut Reimers ins Wanken. «Das konnten wir so nicht feststellen. Es scheinen beide Geschlechter für die Kinder relevant zu sein, was aber vielleicht auch daran liegt, dass sich die Geschlechterrollen innerhalb der Familien verändern.»

Für die Studie hatten die Forscher Daten aus dem Motorikmodul einer Langzeit-Beobachtungsstudie ausgewertet, die federführend am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) betreut wird. Die Frage war, inwieweit Eltern, Geschwister oder Freunde einen Einfluss auf die Bewegungsfreude von Kindern und Jugendlichen haben. «Im Prinzip haben wir feststellen können, dass es Unterschiede gibt, je nachdem welche körperliche Aktivität man sich anschaut: Sport in der Schule, im Verein, außerhalb des Vereins oder beim Spielen draußen», erläuterte Sportwissenschaftlerin Reimers.

Spielen im Freien

So sei beim Spielen im Freien die Verfügbarkeit von Freunden sehr wichtig, beim Sporteln im Verein eher die Unterstützung der Eltern, die gerade jüngere Kinder hinbringen müssten, sich aber auch emotional für die sportlichen Erlebnisse ihrer Kinder interessieren sollten. Bei den Jugendlichen hingegen herrsche der Einfluss der Clique vor. «Da gibt es dann sozusagen Milieus. Wenn man in einer Peergroup ist, die inaktiv ist, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass man selbst inaktiv bleibt oder wird», schilderte Reimers.

Die Ergebnisse der Studie sollen nun helfen, Programme zu entwickeln beziehungsweise zu verbessern, die den Nachwuchs in Bewegung bringen. «Wenn es um die Frage der Intervention geht, ist es schon interessant, in welcher Altersgruppe welche Personen aus dem sozialen Umfeld relevant sind», betonte Reimers. Dort könne man dann gezielt ansetzen, um beispielsweise Übergewicht vorzubeugen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
31. 10. 2019
10:22 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Allgemeine (nicht fachgebundene) Universitäten Deutsche Presseagentur Eltern Familien Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Institute Karlsruher Institut für Technologie Nachrichtenagenturen Sportwissenschaftlerinnen und Sportwissenschaftler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Glücksgefühle beim Essen

14.10.2019

Essen mit Familie ist wichtig für Kinder

Gemeinsames Essen ist für die Gesundheit von Kindern sehr wichtig. Dabei spielt eine gute Atmosphäre genau so eine wichtige Rolle wie gesunde Lebensmittel. » mehr

Kinder in einer Kita

26.09.2019

Kita-Studie: Deutschland braucht 106.500 mehr Erzieher

In Kitas fehlt Personal. Laut einer Studie ist das in mehrfacher Hinsicht problematisch: Die Zeit für die Kinder und ihre Förderung schrumpft, die Belastung der Erzieher wächst. » mehr

Baby mit Milchflasche

11.11.2019

Ab wann dürfen Babys Kuhmilch trinken?

Im Brei erlaubt, in der Flasche aber nicht? Für Eltern klingt das nicht unbedingt einleuchtend, hat aber aus Expertensicht einen wichtigen Grund. » mehr

Mutter mit Kind

25.10.2019

Lustige Wortneuschöpfungen bei Kindern korrigieren?

Wenn Kinder das Sprechen lernen, stolpern sie schon mal über das eine oder andere Wort. Da wird der Papagei schnell zum Paddagei oder der Luftballon zum Luftabong. Wie sollten Familien dann reagieren? » mehr

Stephan Sigg

21.10.2019

Nach einem Todesfall muss die Familie neu zueinander finden

Großeltern spielen für Kinder oft eine wichtige Rolle. Bei ihnen fühlen sich Enkel so angenommen, wie sie sind. Wenn Oma oder Opa sterben, hinterlassen sie in der gesamten Familie eine große Lücke. » mehr

Kindersocken auf der Leine

26.06.2019

Wo die Kinderreichen in Deutschland leben

Drei Kinder oder mehr - das gilt als «kinderreich». Vor hundert Jahren ganz normal, sind Familien mit vielen Kindern heute selten. Dabei müsste Kinderreichtum stärker gefördert werden, fordern Experten und legen interess... » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
31. 10. 2019
10:22 Uhr



^