Lade Login-Box.
Topthemen: Gebietsreform: Das ändert sich in SüdthüringenMobilität und EnergieFußball-Tabellen

 

Mütter in Deutschland weniger berufstätig als anderswo

Familie oder Beruf? Diese Frage gehört für Frauen in Deutschland noch immer nicht der Vergangenheit an. Der Kompromiss heißt öfter als anderswo Teilzeit - mit starken Einbußen beim Einkommen.



Frau mit Kind
Mit 39 Prozent arbeiten überdurchschnittlich viele Mütter in Deutschland in Teilzeit, das ergab eine Studie der OECD. Foto: Patrick Pleul  

Frauen mit Kindern in Deutschland sind weniger berufstätig als in vielen anderen Ländern und überdurchschnittlich mit Haushalt und Betreuung beschäftigt.

Ein Grund dafür ist der hohe Anteil von Teilzeitarbeit, stellt eine Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) fest, die nun veröffentlicht wurde.

Demnach waren 2014 zwar rund 70 Prozent der Mütter in Deutschland erwerbstätig. Der Wert entspricht etwa dem OECD-Durchschnitt, fällt aber deutlich hinter Länder wie Dänemark oder Schweden zurück, wo rund 82 Prozent der Mütter einem Beruf nachgehen.

Mit 39 Prozent arbeiten überdurchschnittlich viele Mütter in Deutschland in Teilzeit, und ihre Wochenarbeitszeit ist mit durchschnittlich 20 Stunden relativ kurz. Dem stehen 30 Prozent Vollzeit-Beschäftigte gegenüber. Nur in den Niederlanden und in Österreich ist die Teilzeitquote unter Müttern noch höher.

In keinem OECD-Land tragen Frauen mit Kindern so wenig zum Haushaltseinkommen bei wie in Deutschland. Der durchschnittliche Anteil bei Paaren mit Kindern betrage in Deutschland 22,6 Prozent, in Dänemark beispielsweise 42 Prozent.

Gleichzeitig übernehmen Frauen in Deutschland fast zwei Drittel der Hausarbeit sowie der Betreuung von Kindern und anderen Angehörigen. In Ländern, in denen mehr Frauen arbeiten und es eine gut ausgebaute und qualitativ hochwertige Kinderbetreuung wie etwa in Finnland oder Norwegen gibt, teilen Eltern unbezahlte Arbeit dagegen ausgewogener auf.

Deutschland habe mit dem Ausbau der Kinderbetreuung sowie mit der Ausgestaltung des Elterngeldes wichtige Voraussetzungen für eine gleichmäßigere Aufteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit zwischen beiden Eltern geschaffen, heißt es in dem Bericht. Eine gezielte Weiterentwicklung bestehender Instrumente sowie bei Steuern und Transferleistungen sei aber notwendig.

Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) sieht sich durch den Bericht ermutigt, ihre Projekte für Familienarbeit und ein Familiengeld voranzutreiben. Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall sieht sich dagegen in seiner Kritik an der Bundesregierung bestätigt. Mütter fühlten sich vor allem durch starre Öffnungszeiten von Schulen, Kindergärten und Kitas gezwungen, ihre Arbeitszeit zu reduzieren.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
20. 02. 2017
14:15 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Berufstätige Deutsche Frauen Manuela Schwesig Mütter Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung SPD
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Gewalt gegen Frauen

21.11.2018

Viele Frauen in Deutschland erleben zu Hause Gewalt

Die Täter wohnen meist im gleichen Haus. Zehntausende Männer schlagen und missbrauchen ihre Partnerinnen - bis zu einem gewaltsamen Tod. In den Frauenhäusern finden zu wenige Opfer Hilfe, sagt die Familienministerin. » mehr

Kindertagesstätte

04.01.2019

Manche Kita macht tageweise dicht

In vielen Kitas fehlen Erzieherinnen und Erzieher. Mitunter ist die Not so groß, dass Einrichtungen die Betreuungszeiten herunterfahren oder tageweise schließen müssen - extrem schwierig für berufstätige Eltern. Wie könn... » mehr

Pflege

19.04.2019

Angehörige können Pflegezeiten kombinieren

Nicht jeder kann vollständig aus dem Job aussteigen und einen nahen Angehörigen pflegen. Doch es gibt verschiedene Möglichkeiten, die sich auch kombinieren lassen. » mehr

Kinderkrippe

17.05.2017

Es fehlen mehr als 293 000 Krippenplätze

Bund, Länder und Gemeinden stecken viele Milliarden Euro in die Kinderbetreuung. Während bei den Drei- bis Sechsjährigen die Quote stimmt, sind Mütter und Väter mit ganz kleinen Kindern weniger gut dran. » mehr

Schüler in einer Klasse

30.10.2018

Deutschland bei Bildungsgerechtigkeit nur im Mittelfeld

Im Bereich Bildungsgerechtigkeit liegt Deutschland im internationalen Vergleich nur auf Platz 23. Unicef hat in seiner Studie den Einfluss der sozialen Herkunft in den Bereichen frühkindliche Förderung, Grundschulen und ... » mehr

Hand ausgerutscht

07.06.2019

Was tun, wenn Eltern die Hand ausgerutscht ist?

Mama und Papa sind nicht perfekt. Vielen rutscht in stressigen Situationen schon mal die Hand aus. Meist ein Zeichen, dass die Eltern an ihre eigenen Grenzen gestoßen sind. Wie kann man damit umgehen? » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
20. 02. 2017
14:15 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".