Lade Login-Box.
Fotowettbewerb 2020 zum Digital-Abo
Topthemen: Freies Wort hilftCoronavirus in ThüringenFolgen Sie uns auf Instagram

 

Indisch kochen für Anfänger

Die indische Küche gilt als schwierig, das muss aber nicht sein. Auch Anfängern kann ein hocharomatisches Curry gelingen. Das exotische Eintopfgericht verlangt nur Fingerspitzengefühl beim Würzen.



Currygericht Vindaloo
Ein bisschen süß, ein bisschen sauer und genau die richtige Schärfe: Das Currygericht Vindaloo kann sowohl mit Schweine- als auch Geflügelfleisch zubereitet werden.   Foto: Julia Schmidt & Nikolas Hagele/Gräfe und Unzer/dpa-tmn » zu den Bildern

Der Duft von Koriander, Kreuzkümmel und Kurkuma wabert durch die Küche, es riecht nach Behaglichkeit. Ein gut gewürztes Curry kann Glücksgefühle auslösen.

Für das exotische Eintopfgericht benötigt man nur einen großen Topf, Fleisch und/oder Gemüse, einen Mörser für Gewürze - und Mut, es auszuprobieren. Also Anfänger los und ran an die Töpfe!

Für Cornelia Schinharl aus dem schweizerischen Worb brauchen Anfänger vor der Curry-Küche keine Angst zu haben. «Es kann gar nicht so viel passieren», sagt die Kochbuchautorin. Man könne so gut wie alles in ein Curry tun, von Gemüse über Fleisch, Fisch, Tofu oder Panir, einem indischen Frischkäse.

Für den Hamburger Koch Olaf Niemeier , der lange in Indien gearbeitet hat und Kochkurse anbietet, ist jedoch klar: «Indische Currys sind etwas anderes als das, was man oft in Deutschland vorgesetzt bekommt. Hierzulande brät man das Fleisch an, dann kommen Kokosmilch oder etwas Brühe, Currypulver rein und noch etwas Ananas. Das hat überhaupt nichts mit einem indischen Curry zu tun.»

Ursprünglich stammen Currys aus Indien. Abgeleitet vom tamilischen Wort «Kari» für Würzsoße, ist die Bezeichnung der Oberbegriff für Gerichte mit Fleisch, Fisch oder Gemüse, die mit vielen Gewürzen in Flüssigkeit garen. Die Briten waren es, die vor langer Zeit ein fertig normiertes Gewürzpulver als Curry von Indien in ihrer Heimat einführten. Seitdem werden neben dem Würzmittel auch würzige Gerichte aus Indien, Thailand und Südostasien damit bezeichnet.

Inder unterscheiden nasse und trockene Currys

Inder dagegen nennen in ihrer Sprache die Gerichte beim Namen. Sie unterscheiden zwischen nassen Currys mit Soße und trockenen Currys, bei denen die Soße stark reduziert oder gar nicht mehr vorhanden ist.

Hobbykoch Christian Hanneken aus Hamburg suchte nach seinen Asien-Reisen einen Weg, die einzigartige Aromen- und Geschmackswelt der vielfältigen asiatischen Küchen auch zu Hause zu erleben. Florian Märkl aus Dachau in Bayern fand über ein Kochbuch den Weg zum Curry.

Die beiden Männer kochen inzwischen mit Begeisterung das würzige Eintopfgericht. Stolperfallen für Anfänger sehen sie beim Würzen. Denn in ein Curry kommen aufeinander abgestimmte Gewürze, etwa Kurkuma, harmonisierend wirkende Koriandersamen, leicht beißender Kreuzkümmel, pfeffriger Kardamom und würziger Zimt.

Curry-Pasten fertig kaufen oder selber mischen?

Um den Aufwand überschaubar zu halten, empfehlen Hanneken und Märkl, fertige Curry-Mischungen wie Garam Masala oder Curry-Pasten zu verwenden. Für Purist Olaf Niemeier sollten Gewürz-Mischungen und Pasten dagegen von Anfang an selbst gemacht werden. Der Geschmack der Gewürze komme von ihren ätherischen Ölen. Deshalb sei es wichtig, sie frisch zu mahlen oder in einem hohen Mörser zu zerstoßen.

Bei selbst gemachten Mischungen oder Pasten müssen die Gewürze zuerst in der Pfanne angeröstet werden. «Damit ihr Aroma intensiver wird und sie sich besser im Mörser zerkleinern lassen», erklärt Cornelia Schinharl. Aber bitte nicht zu stark rösten oder anbrennen lassen. Dann schmecken sie bitter.

Den nötigen Wumms, sprich Schärfe ins Curry bringen frische Chilis. Damit das Gericht noch genießbar bleibt, sollten Anfänger hier aufpassen. Schinharl gibt eine Testhilfe an die Hand: «Ich schneide frische Schoten immer auf und fahre mit dem Finger über die Schnittstelle. Danach probiere ich die Schärfe am Finger.» Der Hamburger Christian Hanneken gibt Schärfe gebende Zutaten wie gehackte Chilis schrittweise hinzu und schmeckt immer wieder ab.

Kichererbsen-Curry perfekt fürs erste Mal

Beim ersten Curry-Versuch empfiehlt Cornelia Schinharl, sich an ein Kichererbsen-Curry zu wagen. Dafür für vier Personen zwei geschälte Zwiebeln in dünne Streifen schneiden. Knoblauch und Ingwer schälen und fein hacken. Eine grüne Chili waschen und mit den Kernen in schmale Ringe schneiden. Schärfetest nicht vergessen! Zwei rote, von Kernen und Trennwänden befreite Paprika würfeln.

In einer Pfanne die Zwiebelstreifen in zwei Esslöffel neutralem Öl andünsten. Knoblauch, Ingwer, Chiliringe und Paprika kurz mitdünsten. Einen Esslöffel scharfes Currypulver und zwei Teelöffel Kreuzkümmel untermischen und alles kurz weiterandünsten. 200 Gramm stückige Tomaten aus der Dose mit 300 Milliliter Wasser dazugeben, fünf Minuten köcheln lassen. 200 Gramm Kichererbsen aus der Dose abtropfen lassen, untermischen, salzen und das Ganze weitere zehn Minuten köcheln lassen. Dazu Basmatireis oder Fladenbrot servieren.

Literatur:

Cornelia Schinharl: «Currys», Gräfe & Unzer, 64 Seiten, 9,99 Euro, ISBN-13: 978-3-8338-6874-0.

Meera Sodha: «Original Indisch. Über 130 Familienrezepte», Dorling Kindersley Verlag, 312 Seiten, 24,95 Euro, ISBN-13: 978-3-8310-2784-2.

© dpa-infocom, dpa:201110-99-282156/4

Veröffentlicht am:
11. 11. 2020
04:53 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Cumin Currypulver Fleisch Gewürze Indische Küche Ingwer Kochbücher Kurkuma Saucen Würzen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Pho Hanoi

23.06.2020

So gelingt die Kultsuppe aus Vietnam

Die Reisnudelsuppe Pho aus Vietnam ist eine der bekanntesten Suppen der Welt. Sie liegt im Trend, denn sie steht für leichte Ernährung. Pho selbst zu kochen, verlangt Zeit und Geduld, doch lohnt sich. » mehr

Currywurstherstellung

01.10.2019

Die Currywurst wird 70

Angeblich ist sie eine Berliner Erfindung. Die Currywurst wird 70 Jahre alt. Wird sie heute nur noch von Touristen und Rentnern gegessen? Eine Wurst-Recherche in Ost und West. » mehr

«Boeuf Bourguignon»

04.03.2020

Aber bitte mit Geschmack! So geht Kochen ohne Salz

Wer denkt, an jedes Gericht muss Salz, der irrt gewaltig. Wer weniger oder gar nicht salzen möchte, kann sich kräftige Aromen auch mit Gewürzen und Kräutern zaubern. Eine alternative Geschmacksreise. » mehr

Doris Gräfe

07.08.2019

Was am Ruf von Geschmacksverstärkern dran ist

Wenn es schnell gehen muss, greifen viele zu Fertigprodukten. Doch in stark verarbeiteten Lebensmitteln stecken oft Geschmacksverstärker. Wie erkennt man Glutamat und Co? Und gibt es Alternativen? » mehr

«umami»-Geschmack ohne tierische Produkte

02.09.2020

Was macht umami so verdammt lecker?

Beim Wort umami denken viele sofort an asiatische Küche - und wohl weniger an Erbsensuppe. Dabei lässt sich beim Kochen mit einfachen Mitteln experimentieren, damit der fünfte Geschmack herauskommt. » mehr

Apfelspaten

27.11.2019

Wo ist der gute Sonntagsbraten geblieben?

Ältere Generationen kennen ihn aus Kindertagen, jüngere meist aus Erzählungen: Der traditionelle Sonntagsbraten ist vielen heute zu zeitaufwendig, zu anspruchsvoll. Steht der Klassiker vor dem Aus? » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
11. 11. 2020
04:53 Uhr



^