Lade Login-Box.
Fotowettbewerb 2020 zum Digital-Abo
Topthemen: Freies Wort hilftCoronavirus in ThüringenFolgen Sie uns auf Instagram

 

Sauerkraut am besten selber machen

Sauerkraut ist richtig gesund. Das Gemüse punktet in vielerlei Hinsicht - und nicht nur, weil es bei Übergewicht die Kilos zum Purzeln bringen kann.



Sauerkraut
Sauerkraut ist eine Vitaminbombe, liefert wertvolle Mineralstoffe, ist kalorienarm und macht satt.   Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn » zu den Bildern

Sauerkraut ist eine Vitaminbombe. Zudem liefert es wertvolle Mineralstoffe, ist kalorienarm und macht obendrein satt.

Viele kennen das Gemüse als Beilage zu einem üppigen Essen mit Kasseler, Eisbein oder Bratwurst. Hier landet das Sauerkraut gekocht auf dem Teller. Doch weitaus gesünder ist es das Gemüse roh.

«Beim Kochen geht ein Großteil der thermoinstabilen Vitamine verloren», sagt der Hamburger Ernährungsmediziner Matthias Riedl. Das betrifft vor allem das in Sauerkraut reichlich vorhandene Vitamin C. Aber auch das Provitamin A, die B-Vitamine sowie das Vitamin K gehen beim Kochen größtenteils verloren.

Um solche Verluste zu vermeiden, heißt es also: Her mit dem rohen Sauerkraut. Das stammt idealerweise nicht aus der Büchse, sondern wird selbst hergestellt. «Durch das Konservieren in der Dose gehen ebenfalls nicht nur Vitamine, sondern auch ein Teil der Milchsäurebakterien, die gut für die Darmflora und die Verdauung sind, verloren», weiß Riedl.

So geht's: Aus Weißkohl wird Sauerkraut

«Sauerkraut zu Hause selbst herzustellen, ist keine Kunst», sagt Margret Morlo vom Verband für Ernährung und Diätetik (VFED). Vom Weißkohl die äußeren Blätter entfernen, den Kopf in Viertel schneiden und den Strunk entfernen. Danach mit Messer oder Hobel den Kohl in feine Streifen schneiden und mit Salz mischen, je Kilogramm Kohl 10 bis 30 Gramm Kochsalz.

Die Kohlstreifen mit dem Salz kräftig kneten. Dann alles in Gläser füllen und mit einem Teller beschweren. «Alles muss mit der ausgetretenen Salzlake bedeckt sein», erklärt Morlo. Reicht die ausgetretene Lake nicht, kann man mit Salzwasser - 10 bis 30 Gramm Salz auf einen Liter Wasser - nachhelfen. Die Gläser gut verschließen und bei Zimmertemperatur stehen lassen.

Beim Gärvorgang steigen kleine Bläschen auf und es kann Flüssigkeit aus dem Glas austreten. Nach zwei Tagen kommen die Gläser in einen kühlen Raum, wo sie zwei bis vier Wochen «reifen». Weil beim Gärprozess viel Histamin entsteht, sollten Menschen mit Histaminintoleranz kein Sauerkraut zu sich nehmen.

Täglich ein kleines Glas Sauerkrautsaft

Nicht nur Sauerkraut an sich ist gesund, sondern auch sein Saft. «Sauerkrautsaft ist ein natürliches Mittel gegen Verstopfung», sagt Riedl. «Mehr als ein kleines Glas täglich sollte es aber nicht sein», rät er. Sonst drohen Durchfall oder Blähungen. Der Saft kann auch nach einer Antibiotika-Therapie dabei helfen, die durch das Medikament gestörte Darmflora wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Ein Rezept für einen Liter Sauerkrautsaft hat der Solinger Küchenmeister Benno Sasse: 250 Gramm Weißkohl in feine Streifen schneiden und kneten, bis sich Saft bildet. Den Kohl in ein Gefäß - am besten beschichtetes Steingut - füllen und kräftig andrücken. Mit 750 Milliliter stillem Wasser auffüllen und mit einem speziellen Deckel, Stein oder Gewicht beschweren.

«Es sollte allerdings nicht dicht verschlossen sein, damit die Luft noch zirkulieren kann und die Gase entweichen können», so Sasse. Das Gemisch gärt an einem warmen Ort, der abgesiebte Saft ist im Kühlschrank ein bis zwei Tage haltbar.

Veröffentlicht am:
15. 04. 2020
04:48 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Diarrhö Diätetik Histamin Kochen und Kochrezepte Mineralstoffe Sauerkraut Speisesalz Vitamine Vitaminreichtum Weißkohl
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Schonkost

14.10.2020

Warum niemand mehr von Schonkost spricht

Nicht angebraten, unbedingt fettarm, kaum gewürzt: Was als Schonkost auf den Tisch kommt, scheint kaum schmackhaft. Gourmets können jedoch aufatmen - das Konzept ist überholt. Aus gutem Grund. » mehr

Laborprobe

25.11.2020

Gute Hygiene schützt uns vor Salmonellen

Mettbrötchen, Tiramisu oder Sushi enthalten allesamt rohe Lebensmittel - und darin verstecken sich mitunter unerwünschte Passagiere. Wie hält man sich krankmachende Bakterien vom Leib? » mehr

Insekten-Kochstudio

17.01.2020

Heuschrecken und Mehlwürmer im Insekten-Kochstudio

Insekten sollen als Nahrungsquelle immer wichtiger werden, sind für viele aber zunächst mal ekelig. Und wie soll man die Tierchen zubereiten? Das lässt sich in speziellen Kochkursen lernen. Übrigens: Insekten werden nich... » mehr

Ernte der Goji-Beeren

24.09.2019

Am Steinhuder Meer ist Gojibeeren-Erntezeit

Die Gojibeere enthält viele Vitamine und Mineralstoffe. Nicht umsonst zählt die Frucht zum sogenannten Superfood. Der Hof Hagenburg am Steinhuder Meer ist einer der wenigen Betriebe in Deutschland, der die Beere anbaut. ... » mehr

Fisch in der Bratpfanne

27.11.2019

So bleiben Vitamine und Nährstoffe erhalten

Gemüse und Obst sind gesund, logo. Das liegt vor allem an den Vitaminen und anderen Nährstoffen, die darin stecken. Doch wie bereitet man Essen so zu, dass das Gute auch darin bleibt? » mehr

Carl Undéhn

05.08.2020

Wie knackt man Krebse richtig?

Dieses leise «knacks-knacks» der Schwanzglieder kann schon euphorisch machen. Doch um ein Krebsessen zu genießen, braucht es Kraft - oder eine Nussknackerzange. Und zu hungrig sollte man nicht sein. » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
15. 04. 2020
04:48 Uhr



^