Lade Login-Box.
Fotowettbewerb 2020 zum Digital-Abo
Topthemen: Freies Wort hilftCoronavirus in ThüringenFolgen Sie uns auf Instagram

 

Wenn Kinder Lebensmittel nicht vertragen

Laktose, Fruktose oder Gluten: Auch bei den ganz Kleinen kann es passieren, dass sie bestimmte Nahrungsmittel nicht vertragen. Die Diagnose ist dann oft knifflig - und immer ein Fall für den Arzt. Eigenmächtig sollten Eltern ihre Kinder nicht auf Diät setzen.



Kleines Kind
Schmeckt - aber bekommt es auch? Selbst kleine Kinder können schon Unverträglichkeiten gegenüber bestimmten Nahrungsmitteln haben.   Foto: Mascha Brichta

Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall: Wenn Erwachsene bestimmte Lebensmittel nicht vertragen, lassen sich Beschwerden leicht in Worte fassen. Kindern - und erst recht Babys - fehlen dafür noch die Möglichkeiten.

Doch Allergien auf Grundnahrungsmittel oder gar Zöliakie können schon Kleinkinder treffen, sagt die Ernährungsberaterin Imke Reese aus München. Treten Beschwerden häufiger auf, sollten Eltern deshalb so gut es geht protokollieren, was gegessen wird und welche Symptome danach auftreten. So können Experten möglicherweise Rückschlüsse auf Unverträglichkeiten ziehen, ohne dass aufwendigere Untersuchungen nötig sind - eine Darmspiegelung etwa.

Unverträglichkeiten schon bei Säuglingen

Unverträglichkeiten müssen sich nicht erst entwickeln. Auftreten können sie schon mit dem ersten Schluck Muttermilch, sagt Klaus-Peter Zimmer, Leiter der Allgemeinen Pädiatrie und Neonatologie am Universitätsklinikum Gießen. Manche Säuglinge haben zum Beispiel angeborene Enzymdefekte und vertragen deswegen keine Laktose. Einmal diagnostiziert, lässt sich jedoch Abhilfe schaffen, so Zimmer: «Es gibt für Kinder Milchnahrung mit bereits gespaltenem Milchzucker.»

Bei einer angeborenen Fruktose-Unverträglichkeit ist der Fruchtzucker das Problem und strikt zu meiden, erklärt Zimmer. Und auch eine Kuhmilchallergie könne schon bei Säuglingen auftreten, obwohl noch voll gestillt wird.

Bei aller Vorsicht rät der Experte dazu, Ruhe zu bewahren: Nicht alle Probleme sind gleich eine Unverträglichkeit. Jedes Kind habe, so wie Erwachsene, nach Mahlzeiten ab und an Verdauungsstörungen. Oft verbessern sich diese Beschwerden im Laufe der Zeit von ganz alleine.

Ein Prozent der Deutschen von Zöliakie betroffen

Andere Unverträglichkeiten machen sich erst nach dem Säuglingsalter bemerkbar - die Zöliakie zum Beispiel beim ersten Kontakt mit dem Getreideklebstoff Gluten. Sie kann aber grundsätzlich schon im Baby- oder Kleinkindalter auftreten, sagt eine Sprecherin der Deutschen Zöliakiegesellschaft (DZG).

Etwa ein Prozent der Deutschen ist von Zöliakie betroffen und muss deshalb auf Getreidesorten wie Weizen, Dinkel, Roggen oder Gerste verzichten. Tritt die Krankheit bei Familienmitgliedern auf, ist laut DZG eventuell auch der Nachwuchs betroffen. Denn die Krankheit wird vererbt: Rund 30 bis 40 Prozent aller Menschen tragen das entsprechende Gen in sich.

Ständige Schmerzen oder Durchfall

Leidet ein Kind unter Beschwerden, zum Beispiel ständigen Bauchschmerzen und Durchfall, sollten Eltern ihren Nachwuchs von Fachärzten untersuchen lassen. Werden die Symptome nicht erkannt, drohen bei anhaltenden Beschwerden sonst Nährstoffdefizite.

Eltern sollten die Ernährung ihrer Kinder aber nicht einfach so umstellen, weil sie eine Unverträglichkeit vermuten. Jede Form von Diät sollte von einer Ernährungsfachkraft betreut werden, sagt Imke Reese. «Leiden Kinder an einer Unverträglichkeit, ist noch wichtiger, für einen reichhaltigen Speiseplan zu sorgen und die Freude am Essen beizubehalten», sagt Klaus-Peter Zimmer. Bei einseitiger Ernährung können Mangelerscheinungen auftreten - Eisenmangel etwa bei langem Verzicht auf Fleisch.

Veröffentlicht am:
01. 05. 2019
04:58 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Allergien Bauchweh Diarrhö Eisenmangel Gluten-Unverträglichkeit Kinder und Jugendliche Kinderheilkunde Neonatologie Säuglinge und Kleinkinder Ärzte
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Bier

02.03.2020

Brauer setzen auf glutenfreies Bier

Gesundheitlich notwendig oder einfach nur trendy: Der Markt für glutenfreie Produkte wächst. Auch Biere «frei von» Gluten gibt es vereinzelt schon. Jetzt kommt ein großer Brauer dazu, der sein glutenfreies Bier bundeswei... » mehr

Angela Clausen

25.12.2019

Wann Eisenpräparate sinnvoll sind

Blass, müde, unkonzentriert? Das sind die Symptome, die viele zu Eisenpräparaten greifen lassen. Doch wann macht das Sinn und wann geht man lieber zum Arzt? Klar ist: Symptome gehören abgeklärt. » mehr

Vegetarischer Ernährungsstil

23.06.2020

Wie gesund leben Vegetarier und Veganer?

Vegetarier oder Veganer gelten schon lange nicht mehr als außergewöhnlich. Doch kann es gesund sein, auf Fleisch und andere tierische Produkte zu verzichten? Die Antwort: Ja, aber... » mehr

Aus Weißkohl wird Sauerkraut

15.04.2020

Sauerkraut am besten selber machen

Sauerkraut ist richtig gesund. Das Gemüse punktet in vielerlei Hinsicht - und nicht nur, weil es bei Übergewicht die Kilos zum Purzeln bringen kann. » mehr

Prof. Andreas Michalsen

08.07.2020

Was bringt das Essen nach der Uhr?

Hier ein Snack, da ein Softdrink: Viele Menschen füttern ihren Körper nahezu ständig mit Kalorien. Das muss nicht sein - im Gegenteil: Auch regelmäßige Essenspausen können der Gesundheit guttun. » mehr

Im Supermarkt

11.12.2019

Womit Sie Ihrem Baby eine gesunde Beikost geben

Snacks und Süßigkeiten, Brei aus dem Glas, bunter Saft: Ist das Baby einmal dem Stillalter entwachsen, ist das Essensangebot groß. Doch was davon ist nötig - und was ist gesund? » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
01. 05. 2019
04:58 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.