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Welchen Einfluss haben Lebensmittel auf das Liebesleben?

Ananas, Chili oder Muskatnuss: Es gibt Nahrungsmittel, die den Ruf haben, besonders luststeigernd zu wirken. Klingt verlockend und der Glaube daran schadet nicht. Die erotisierende Wirkung kann aber auch am Partner liegen.



Kochen fürs Liebesleben?
Aphrodisierende Lebensmittel sollen eine luststeigernde Wirkung haben. Wenn es auch schon beim Kochen funkt, könnte es auch am Partner liegen.   Foto: Zerocreatives/Westend61 » zu den Bildern

Verführung durch Obst und Gemüse? Kurbelt Naschen im Kräutergarten wirklich die körperliche Voraussetzung für den Akt der Liebe an? Ja, sagt Elvira Grudzielski. Sie ist kräuterkundig und hat das Buch «Sinnliche Rezepte für schöne Stunden» zusammengestellt.

Ihr zufolge ist Ananas die Spitzenreiterin in der Liebesküche. Sie sorge für gute Laune und rege an zu lustvollen Aktionen. Das gilt auch für lieblich süße Weintrauben, deren Zucker direkt ins Blut geht und Energie verleiht.

«Natürliche Potenzmittel»

Von Aphrodite - in der griechischen Mythologie die Göttin und Expertin für Liebe, Schönheit und sinnliche Begierde - ist das Wort «Aphrodisiakum» abgeleitet. Kräutern, Gewürzen oder Speisen wird erotisierende Wirkung zugeschrieben. «Es sind natürliche Potenzmittel», sagt Elvira Grudzielski aus Thüringen. Schon ihr Urgroßvater war Kräuterexperte und sie führt die Tradition fort.

«Der Griff ins Kräuterregal kann genauso viel bewirken wie die kleinen blauen Pillen», behauptet Grudzielski. Sie hat sich mit antiken Vorbildern und Bräuchen beschäftigt und erinnert an den Volksmund, der meint: «Muskatnuss im Wein und du bist mein.» Auch überliefert sei, dass Liebesgöttin Aphrodite vor einem Gastmahl die Tische mit frischer Minze habe einreiben lassen, um ein entspanntes, beschwingtes Miteinander zu fördern.

Spekulation und überliefertes Volkswissen

Danach dürfen wir uns Aphrodisiaka als wahre Alleskönner vorstellen, die schlaffe Glieder aufrichten, ermüdete Männlichkeit aus dem Schlaf wecken und sinnliches Vergnügen fördern. «Weltweit gibt es sicher mehrere Hundert Gewächse, denen eine aphrodisierende Wirkung nachgesagt wird», bestätigt Johannes G. Mayer, Leiter der Forschungsgruppe Klostermedizin an der Uni Würzburg.

Ginseng und Chili, so vermutet Mayer, dürften die Hitliste anführen. Wir befinden uns hier im Bereich der Spekulation, des Glaubens und überlieferten Volkswissens. Der wissenschaftliche Beweis sei bislang nicht erbracht, erläutert der Experte.

Der Glaube daran hilft

Auch Ernährungswissenschaftler Uwe Knop, der sich als Buchautor gerne Mythen rund um die Ernährung vorknöpft, verweist darauf, dass der Teller ein Schmelztiegel der Emotionen sei. «Ohne Essen können wir nicht existieren. Ohne Sex können wir vielleicht existieren, aber dann ist das Leben sicher weniger schön», meint der Forscher.

Essen und Sex seien wunderbar und sollten genossen werden. Allerdings gibt es für Knop keine Gewissheit, dass Essen den Menschen gesund, energetisch oder sexuell attraktiv macht. Knop schließt nicht aus: Manchmal ist der Partner das eigentliche Aphrodisiakum.

Allein der Glaube an die Kraft des Krautes vermag Wirkung zeigen, vor allem wenn seelische Blockaden den Liebesgenuss hemmen. Medizinhistoriker Mayer berichtet, dass Männlein wie Weiblein schon im Mittelalter an die Klosterpforte klopften, um nach Stärkung aus dem Garten zu fragen.

Die Brennnessel galt als luststeigernd

Das «Macer floridus», ein Lehrgedicht aus dem 11. Jahrhundert, galt in Mitteleuropa als Standardwerk der Kräuterheilkunde. Bereits dort wird die Brennnessel als luststeigernd beschrieben. «Der Samen mit Wein genossen erregt die Liebeskraft, noch mehr sogar, wenn du die Pflanze reibst, mit Honig und Pfeffer vermischst und dann mit Wein trinkst», heißt es dort. Unter den Autoren der Klostermedizin warnt nur Hildegard von Bingen vor dem «Liebeszauber, den einige Pflanzen bewirken können, etwa bei Arnika und Benediktenkraut».

Bei manchen Gewächsen glaubten Kräuterkundige, aus der Gestalt der Pflanze oder Blüte auf eine luststeigernde Wirkung schließen zu können. «Spargel, Karotte und Meerrettich schienen daher allein durch ihre Wurzelform für den erotischen Bereich geschaffen», so Mayer. Aber wie gesagt, der Effekt lässt sich nicht belegen.

Veröffentlicht am:
13. 03. 2019
05:07 Uhr

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dpa

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Veröffentlicht am:
13. 03. 2019
05:07 Uhr



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