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Soja ist in Maßen sehr gesund

Öl, Joghurt, Fleischersatz - die Sojabohne ist in der Küche vielseitig einsetzbar. Für Vegetarier ist sie eine sehr gute pflanzliche Eiweißquelle. Doch ihr Ruf ist umstritten. Zu viel Soja sollte man nicht zu sich nehmen.



Edamame
Edamame nennt sich dieser Snack aus Sojabohnen in asiatischen Restaurants. Die Bohnen werden in Salzwasser gekocht und mit Meersalz serviert.   Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn » zu den Bildern

Mit der Sojabohne ist es so eine Sache: Für Ernährungswissenschaftler ist sie ein Alleskönner, für Umweltschützer hingegen eine echte Bedrohung. Schließlich werden für den Soja-Anbau in Südamerika große Flächen Regenwald abgeholzt. Auf die Bohne verzichten muss man trotzdem nicht.

Zum einen wird das meiste südamerikanische Soja ohnehin zu Tierfutter verarbeitet. Zum anderen bauen auch europäische Bauern die weiß-grünen Hülsenfrüchte an. Wer viel Soja isst, muss allerdings einiges beachten.

Vegetarier und Veganer verwenden Soja gern als Fleischersatz. Das bietet sich vor allem deshalb an, weil es so viel Eiweiß enthält. 40 Gramm stecken in 100 Gramm Soja, außerdem etwa 20 Gramm Fett und 7 Gramm leichtverwertbare Kohlenhydrate. Ansonsten besteht die Bohne aus Wasser.

Cholesterin enthält Soja nicht. Daher kann es langfristig den Cholesterinspiegel senken und eignet sich, um gesund Gewicht zu reduzieren, erklärt Wiebke Unger vom Vegetarierbund Deutschland.

Allerdings hat Soja nicht nur Vorteile. Es enthält sogenannte antinutritive Stoffe, unter anderem Phytinsäure. «Sie bindet Mineralstoffe im Körper und vermindert so deren Aufnahme», sagt Brigitte Ahrens, Ernährungsexpertin von der Verbraucherzentrale Niedersachsen.

Außerdem stecken in Soja bestimmte sekundäre Pflanzenstoffe, die eventuell Schäden im Darm anrichten können. Experten empfehlen daher, Säuglingen und Kleinkindern keine Ersatzprodukte aus Soja zu geben, erklärt Ahrens.

Soja gehört zudem wie andere Hülsenfrüchte auch zu den purinhaltigen Lebensmitteln. Beim Abbau von Purin entsteht im Körper Harnsäure, die normalerweise ausgeschieden wird. Menschen mit Gicht scheiden nicht ausreichend Harnsäure aus, so dass der Harnsäurespiegel in ihrem Blut steigt.

«So kann sich die Harnsäure in den Gelenken in Form von Kristallen ablagern und bei Gichtpatienten Beschwerden oder einen akuten Gichtanfall auslösen», sagt Astrid Konrad, Gastroenterologin und Ernährungsmedizinerin am Klinikum der Universität München. Gichtpatienten verzichten deshalb am besten ganz auf Sojaprodukte.

Für gesunde Menschen gilt ein Richtwert von rund 25 Gramm Sojaprotein täglich, das entspricht 75 Gramm getrockneten Bohnen. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, das Gemüse fermentiert oder gegart zu essen. Aus fermentierten Bohnen entstehen zum Beispiel Sojasoße und Tempeh, ein traditionelles Fermentierungsprodukt aus Indonesien.

«Miso ist eine würzige Sojabohnenpaste», sagt Britta Klein vom Bundeszentrum für Ernährung (BZfE). Sie wird in Suppen und Soßen als Basis verwendet - etwa bei der japanischen Miso-Suppe.

Doch auch Hobbyköche können die Bohne leicht zubereiten - zum Beispiel zu einem proteinreichen Burger-Patty oder vegetarischen Aufstrich. Die Bohnen müssen über Nacht einweichen, ehe man sie verarbeiten kann. Sie schmecken auch gut in Suppen oder Eintöpfen.

Sorge um die Herkunft der Sojaprodukte im Super- oder Biomarkt müssen sich Verbraucher hierzulande in der Regel nicht machen. Das meiste Soja, das in Deutschland verkauft wird, stammt aus Europa und ist gentechnikfrei. Wer auf Nummer sicher gehen will, kauft Bio-Produkte. «Dort ist die Angabe nach der Herkunft verpflichtend», sagt Ahrens.

Veröffentlicht am:
16. 08. 2017
04:40 Uhr

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dpa

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16. 08. 2017
04:40 Uhr



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