Lade Login-Box.
Fotowettbewerb 2020 zum Digital-Abo
Topthemen: Freies Wort hilftCoronavirus in ThüringenFolgen Sie uns auf Instagram

 

Nachfrage nach frischen Gänsen hoch

Im November beginnt die Gänsesaison in Deutschland. Aber die Branche ist verunsichert: Werden größere Familienfeiern im Dezember möglich sein? Viele Restaurants zumindest haben sich auf die Situation eingestellt und bieten «Gänse to go».



Festessen Weihnachtsgans
Auch wenn große Weihnachtsfeiern in diesem Jahr ausfallen dürften: Auf die tradionelle Weihnachtsgans müssen Verbrucher nicht verzichten. Viele Restaurants verkaufen das Gericht zum Mitnehmen.   Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Verbraucher können in diesem Jahr mit leicht sinkenden Preisen für tiefgekühlte Gänse rechnen, müssen aber für frische Freilandware aus Deutschland etwas tiefer in die Tasche greifen.

Als Durchschnittspreis für ein Kilo frischer deutscher Freilandgans erwarte sie in diesem Jahr 14,60 Euro, sagte Margit Beck von der Marktinformationsstelle Eier & Geflügel in Bonn. Im vergangenen Jahr lag der Preis bei 14,14 Euro. Für ein Kilo tiefgefrorener Gans aus Polen oder Ungarn wurde im vergangenen Jahr ein Durchschnittspreis von 3,50 Euro aufgerufen. In diesem Jahr dürfte er unter diese Marke sinken, sagte Beck. Die Ganssaison begann mit dem Martinstag.

Auch der Experte der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Oldenburg, Albert Hortmann-Scholten, sieht eine zunehmende Spreizung des Marktes. «Die deutsche Frischware ist noch eher im Steigen.» Vor allem kleinere Gänsehalter böten ihre Ware auf Vorbestellung an. Das laufe nach wie vor sehr gut. Zum Teil zahlten Kunden bis zu 20 Euro pro Kilo für eine küchenfertige Gans. Gerade kleinere Betriebe in der Direktvermarktung schlachteten die Tiere häufig noch selbst.

Die inländische Produktion sei in diesem Jahr leicht gesunken, von 4700 Tonnen auf schätzungsweise 4500 Tonnen, sagte Beck. «Wir haben keinen Einbruch in der Produktion, es gibt aber regionale Unterschiede.» Im Südwesten Deutschlands sank demnach die Produktion etwas, blieb im Nordwesten und im Nordosten aber gleich.

Der deutsche Marktanteil bei Gänsefleisch liegt bei rund 15 Prozent, der Rest wird importiert, und der allergrößte Teil der Importware kommt aus Polen und Ungarn. Die Produktion in Polen sei in diesem Jahr etwas geringer ausgefallen, aber die Lager seien noch voll vom vergangenen Jahr. Wegen der Vogelgrippe sei die Gänsemast in Ungarn in diesem spürbar zurückgegangen, sagte Beck. Somit nehme das Gesamtangebot zwar ab, der Markt sei aber dennoch gut versorgt. «Viel Ware geht in die Gastronomie, und da haben wir momentan Probleme.»

Dabei seien viele Restaurants erfindungsreich, um die Folgen des Öffnungsverbots im November abzumildern. Beliebt seien «Gänse to go»-Angebote, bei denen die Gastwirte Gänse-Menüs für den Außer-Haus-Verkauf anbieten. Für die frische deutsche Ware gebe es schon viele Bestellungen, sagte Beck. «Es gibt aber auch die Ängste der Anbieter, dass die Kunden ihre Aufträge vor Weihnachten wieder stornieren.» Denn im Moment wisse niemand, ob es im Dezember große Familienfeiern gebe werde. Der verkaufsstärkste Monat für Gänsefleisch sei nun mal der Dezember.

© dpa-infocom, dpa:201111-99-294003/3

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
11. 11. 2020
16:44 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Durchschnittspreise Gaststätten und Restaurants Gastwirte Hotel- und Gastronomiegewerbe Kunden Marktanteile Verbraucherinnen und Verbraucher
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Aufgeschnittenes Brot

14.10.2020

Qual der Wahl bei über 3200 Brotsorten

Den Brotvarianten in Deutschland sind wohl keine Grenzen gesetzt. Immer origineller werden die Zutaten - und die Verbraucher lassen es sich schmecken. » mehr

Take-Away-Essen im eigenen Behälter holen

30.10.2020

Take-Away-Essen im eigenen Behälter holen

Essen zum Mitnehmen ist praktisch, verursacht aber auch Verpackungsmüll. Wem Nachhaltigkeit wichtig ist, der kann die Speisen im eigenen Behälter abholen - dabei gibt es einige Regeln zu beachten. » mehr

Tierwohllabel

16.01.2020

Mehr «Tierwohl»-Fleisch geplant

Viele Verbraucher wünschen Fleisch aus tiergerechter Haltung. Das Tierwohl-Label soll hier eine Orientierung bieten. In Zukunft könnte vor allem Schweinefleisch häufiger mit dem Siegel gekennzeichnet sein. » mehr

Ostereier

06.04.2020

Keine Sorge ums Osterei

Eier stehen auch deshalb im Mittelpunkt des Osterfestes, weil früher die Hühner über den Winter keine gelegt haben. Heutzutage ist die Versorgung mit den Frühlingsboten auch in Zeiten der Pandemie sicher. » mehr

Restaurantbesuch

08.05.2020

Warum wir gerne in Restaurants gehen

Wegen der Corona-Krise ist Essen im Restaurant seit langem nicht möglich - doch das ändert sich bald wieder. Wissenschaftler erklären: Dass wir so gerne auswärts essen, hat nicht nur etwas mit den leckeren Speisen zu tun... » mehr

Viel oder wenig Fruchtmark

05.11.2020

Darauf kommt es bei Smoothies an

Fruchtig oder herb, in jedem Fall cremig. Das erwarten wohl die meisten von ihrem Smoothie. Nicht alle Produkte halten aber ihre Versprechen ein, wie eine Stichprobe zeigt. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
11. 11. 2020
16:44 Uhr



^