Lade Login-Box.
Topthemen: Landtagswahl 2019Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

 

Fisch als Nutztier: Zander-Genom vollständig entschlüsselt

Zander gilt als einer der leckersten heimischen Süßwasserfische. Doch der Bedarf lässt sich nicht alleine aus Wildfängen decken. Künftig könnten viele Speisefische aus Aquakulturen stammen.



Genom des Zanders ist entschlüsselt
Ronald Brunner vom Institut für Genombiologie am Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN) zeigt in der Aquaanlage des Instituts einen Zander.   Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

Bei der künftigen Haltung des Zanders in Aquakulturen sind Forscher des Leibniz-Instituts für Nutztierbiologie in Dummerstorf bei Rostock einen großen Schritt weitergekommen.

Wie das Institut berichtete, wurde das Genom des beliebten und heimischen Speisefisches vollständig entschlüsselt. Dies sei eine der Grundlagen für züchterische Forschungsansätze.

Es werde damit künftig möglich sein, die Tiere besser in Aquakultur zu halten und bestimmte Eigenschaften zu verstärken, sagte der Leiter der Abteilung Fischgenetik, Tom Goldammer. Dies bedeute, dass während der Züchtung bestimmte Genvarianten angereichert und bevorzugt werden können. Diese Züchtung habe mit Gentechnik nichts zu tun.

Die Sequenzierung des Genoms sei im Vergleich zu der bei Bakterien oder Hefen sehr aufwendig sagte Goldammer. Das Zandergenom habe mit ungefähr einer Milliarde Basenpaare etwa ein Drittel der Größe eines menschlichen Genoms. «Wir kennen nun die Anordnung der Gene.»

Züchtung jetzt effektiver

Züchtung sei zwar auch ohne dieses Wissen möglich, doch nun könnten die Fischexperten effektiver vorgehen. Es gehe beispielsweise darum, das Wachstum der Tiere oder die Reproduktion zu beschleunigen, die Fleischqualität zu verbessern oder bestimmte Verhaltensarten in der Aquakultur zu verändern, sagte der Experte.

Die Dummerstorfer Anlage besteht aus drei separaten Aquarienstränge mit jeweils 1700 Litern Fassungsvermögen. Rund um die Uhr wird das Wasser mit Sauerstoff angereichert und gereinigt. Die Süßwasserfische werden bei 17 bis 20 Grad Celsius Wassertemperatur gehalten.

Für Goldammer und sein Team ist es mit Blick auf die wachsende Weltbevölkerung wichtig, dass die Aquakulturen verbessert werden. Es gelte das Motto: «Klasse statt Masse». Dann könnten die Kulturtiere Wildfänge ersetzen und dazu beitragen, die Wildpopulationen zu erhalten.

Noch aber sind die Zandermengen aus der Aquakultur extrem klein gegenüber der aus Wildfängen. Allerdings hätten sich die weltweiten Wildfänge von Zander seit 2010 halbiert. Gleichzeitig hat sich die Produktion in Aquakultur im gleichen Zeitraum verdoppelt und übersteigt mittlerweile 900 Tonnen pro Jahr.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
01. 11. 2019
11:49 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bakterien Erbinformationen Genom-Technik Institute Internationalität und Globalität Menschliches Genom Nutztiere Tiere und Tierwelt Weltbevölkerung Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Tiefkühlkost

20.05.2019

Warum Fertiggerichte dick machen

Fertiggerichte schmecken vielen Menschen. Und ein Experiment zeigt: Man isst einfach mehr davon als von unverarbeiteter Nahrung. Die Forscher geben auch mögliche Erklärungen, warum das so ist. » mehr

Ein Kind mit Essen

08.05.2019

So bringt man Kinder dazu, gesünder zu essen

Doppelt hält besser: Forscher haben untersucht, wie Eltern ihren Kindern gesundes Essen schmackhaft machen können. Dafür sind mindestens zwei Faktoren wichtig. » mehr

Warenrückruf

11.10.2019

Molkerei-Großunternehmen nimmt Milch vom Markt

Mehrere große Einzelhandelsketten haben Milch aus ihrem Sortiment genommen, die möglicherweise mit schädlichen Bakterien belastet ist. Sie folgen damit einem Rückruf - wegen der Gefahr von Durchfallerkrankungen. » mehr

Tierwohllabel

05.09.2019

Tierwohl-Label soll beim Fleischkauf helfen

Verbraucher sollen im Supermarkt leichter erkennen, wie es einem Schwein zu Lebzeiten ging: Das Bundeskabinett hat nun die Einführung des Tierwohl-Labels beschlossen. » mehr

Äpfel

29.07.2019

Studie: Über 100 Millionen Bakterien pro Apfel

Mikroorganismen sind wichtig für eine gesunde Darmflora. Rohes Obst und Gemüse sind dafür besonders effektive Lieferanten. Aber was ist besser Bio oder reicht auch Obst aus konventionellem Anbau? » mehr

Grillen

17.05.2019

So gibt es beim Grillen keine Probleme mit Salmonellen

Erst kühl halten, dann gut durchgrillen: Um Krankheiten durch Salmonellen zu vermeiden, gelten beim Grillen einige Regeln - denn auch die Erreger freuen sich über sommerliche Temperaturen. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
01. 11. 2019
11:49 Uhr



^