Den Bombenangriff auf Sonneberg konnte man bis Mönchröden hören. Das hat der Großvater von Stefan Lutz (Jahrgang 1888) dem Enkel erzählt. Später berichtete seine Schwiegermutter vom großen Angriff auf Hamburg, den sie als junge Luftwaffenhelferin erlebte. Und als Stefan Lutz vor mehr als zehn Jahren auf einer Radtour die Reste des Zahnradwerkes, einem ehemaligen Rüstungsbetrieb, in Sonneberg-West entdeckte, war es für den Rödentaler eine Initialzündung. Seitdem erforscht er Ablauf und Hintergründe des Bombenabwurfs und die Ursachen, die vor allem im Rüstungsbetrieb Zahnradwerk liegen. Konferenzakten der Alliierten über geplante Bombardements in Deutschland, unzählige Bücher amerikanischer Kriegsteilnehmer, Auszüge aus zahlreichen amerikanischen und deutschen Militärarchiven, 600 Seiten Einsatzberichte von Bomberpiloten, Augenzeugenberichte aus Sonneberg … Stefan Lutz hat umfassend und akribisch recherchiert wie keiner vor ihm, wobei das Buch von Gerhard Stier über die letzten Tage des 2. Weltkrieges in Sonneberg und das Zahnradwerk eine wichtige Grundlage waren. Der ehemalige Sonneberger Bürgermeister Gerhard Stier hatte als erster Heimatforscher Mitte der 1990er Jahre die Geschehnisse im 2. Weltkrieg, damals auch noch mit Hilfe zahlreicher Zeitzeugen, dokumentiert.