Zwei Rudel im Ehrental Rotwild kriegt Mitbewohner

Thomas Heigl
Damhirsch in Strohbett, beim Transport. Foto: Privat/Privat

Das Wildgehege im Ehrental hat einen neuen Eigentümer. Steffen Eck aus hat von Uwe Pfannstiel übernommen und neue Tiere mitgebracht.

Im Sommer dieses Jahres sind Spaziergänger im Schmalkalder Ehrental bisweilen Hirschen und weiblichen Tieren im Freien begegnet, die keineswegs vor Schreck so schnell Reißaus nahmen. Die Tiere waren im Gatter gehalten worden, Unbekannte hatten die Umzäunung zerstört. Vermutlich wollten sie, dass das halbzahme Wild in die freie Wildbahn entweicht.

„Ganz so einfach ist das aber nicht. Die halten sich schon eine Weile in der Umgebung auf. Da kann es zu gefährlichen Situationen im Straßenverkehr kommen“, sagt Steffen Eck. Der Floher hat seit Jahren selbst ein Gehege in Struth-Helmershof, in dem Damwild und inzwischen auch fast heimische Sikawald lebt. Zum 1. November hat er auch den Wildpark im Ehrental in seinem Besitz. Von den Altbewohnern sind nicht wieder alle Tiere in das Gehege zurückgekehrt. „Aktuell haben wir dort fünf weibliche Tiere und drei Kälber“, sagt er. Hinzu kommt der Hirsch, der aus einer Haltung in Tambach-Dietharz stammt. Ein noch junges Tier, das schon eine Krone mit vielen Zacken trägt. „Ein Sechzehnender mit viel Potenzial“, sagt der Halter. Bei einer Trophäenschau wären die Kopfwaffen des starken Bursche bereits jetzt herzeigbar.

Doch das Rotwild hat jetzt eine ganze Menge Mitbewohner bekommen, das aus der eigenen Familie stammt: Damwild, eine Nummer kleiner gebaut, vor allem in Norddeutschland zu Hause. Die Tiere wurden gerne als Parkwild gehalten. Die Hirsch tragen einen Kopfschmuck, der ein bisschen an die großen Schaufeln der Elche erinnert. „Damwild ist sehr umgänglich“, erklärt der Floher Halter. „Die beiden Arten passen gut zusammen.“ Streitigkeiten zwischen den Lebensgemeinschaften dürfte es normalerweise nicht geben. Die mittelgroßen Tiere haben bislang in einem Gehege im Wartburgkreis gelebt, der Eigentümer war verstorben. Die Erben wollten die 22 Tiere abgeben. Abschießen kam nicht in Frage, es sollte kein Schuss fallen. Nun hat das Rudel eine neue Heimat im Ehrental gefunden. Mitte November hat der Transporter dort angehalten: Ein Video zeigt, wie die Tiere zunächst abwartend verharren, dann wie Irrwische aus dem Hänger fegen und schließlich auf der Wiese Halt machen.

Den beiden Großfamilien stehen acht Hektar zur Verfügung. Relativ viel Platz, Eck geht nicht an die Grenzen. „Wir könnten dort noch deutlich mehr Wild halten, aber das wollen wir nicht.“ Unterdessen haben schon viele Ausflügler zur Tierschau Station gemacht.

 

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