So mancher Maler ist in seiner Heimatstadt nicht immer so bekannt, wenn ihn sein Lebensweg in die Fremde führte. Ein solches Schicksal steht auch für Otto Schön, der am 26. März 1893 in Suhl geboren wurde und schon mit 17 Jahren seine Geburtsstadt verließ. Deshalb möchten wir Otto Schön zu seinem 130. Geburtstag besonders ehren. Der Sohn des Stadtkassen-Rendanten Eduard Schön und seiner Ehefrau Mathilde – geborene Freund – erblickte das Licht der Welt in der Rimbachstraße 29. Sein Geburtshaus sucht man heute vergebens. Das große Schieferhaus gegenüber dem Rimbachhügel stand etwa dort, wo heute der große Neubau zum Marienstieg entstand. Es war ihm möglich , die Oberrealschule zu besuchen. Schon als Schüler wurde er im Fach Kunsterziehung neben anderen Schülern, unter der Anleitung von Oskar Bohn, mit seinen besonderen Fähigkeiten erwähnt. In der Chronik der Oberrealschule ist folgendes zu lesen: „Bei einigen Schülern entdeckte die Schule erstaunliches zeichnerisches und malerisches Können, auf jeden Fall ein beachtliches Kunstverständnis.“ Mit dem Abschluss der Mittleren Reife verließ er 1910 seine Heimatstadt, um ein Kunststudium in München aufzunehmen. In der Festschrift anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Kaiser-Wilhelm-Oberrealschule finden sich von dem damaligen Oberrealschüler Otto Schön drei Holzschnitte, unter anderem von den ehemaligen Schmidts-Teichen in der Pfarrstraße, als Anerkennung seiner künstlerischen Arbeiten.