Zugausfälle Trotz Streikabsage Probleme im Bahnverkehr

und Katrin Zeiß
Bei der Deutschen Bahn wird zwar nicht gestreikt, doch alles rund läuft deshalb noch lange nicht. Foto: dpa/Martin Schutt

In letzter Minute haben sich die Deutsche Bahn und die EVG auf einen Vergleich geeinigt. Doch bei anderen Anbietern bleibt der Streikaufruf bestehen. Und trotzdem soll am Montag ein Drittel der Fernverkehrszüge ausfallen.

 
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Nach der kurzfristigen Absage des geplanten 50-Stunden-Warnstreiks bei der Deutschen Bahn soll der Regionalverkehr des privaten Unternehmens Erfurter Bahn und des Tochterunternehmens Südthüringen-Bahn in der Region zu Wochenbeginn wieder fahrplanmäßiglaufen, das teilte eine Sprecherin des Unternehmens am späten Sonntagabend mit. Der wegen der Streikankündigung eingerichtete Schienenersatzverkehr mit Bussen wurde abgesagt. Noch Sonntagmittag hieß es von der Südthüringen-Bahn, dass am Montag noch mit Unregelmäßigkeiten zu rechnen sein könne. .

„Nach aktuellem Stand verkehren ab Sonntag, 22 Uhr bis Dienstag, alle Züge bei der Südthüringen-Bahn nach Fahrplan“, erklärte die Sprecherin. Den ganzen Sonntag sei mit Hochdruck daran gearbeitet, dass alle Züge wieder normal fahren. Die Reisenden würden gebeten, sich aktuell im Internet zu informieren. Zunächst hatte das Unternehmen noch mit Probleme unter anderem auf den Regionalstrecken Gera-Leipzig, Saalfeld-Gera, Gera-Weimar-Erfurt, Schweinfurt-Meiningen/Bad Kissingen- Gemünden gerechnet. Wegen der Streikankündigung bei der Deutschen Bahn hatte das Unternehmen erwartet, dass wie bei den vorherigen Arbeitskämpfen keine Schieneninfrastruktur zur Verfügung stehen werde und somit auch für andere Bahnunternehmen kein Zugverkehr möglich sei.

Ungewissheit bei anderen Bahnen

Der geplante Warnstreik bei der Bahn war am Samstag überraschend abgesagt worden. Die Deutsche Bahn und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hatten vor dem Arbeitsgericht in Frankfurt am Main einem Vergleich zugestimmt. Der Warnstreik hätte zu einem zwei Tage langen Stillstand des Fernverkehrs am Montag und Dienstag geführt, auch im Regional- und Güterverkehr hätte wohl kaum ein Zug fahren können.

Die EVG hatte betont, dass der Streikaufruf für einige Bahn-Unternehmen weiterhin gelte. Lediglich der Arbeitskampf bei der Deutschen Bahn wurde demnach abgesagt.

Trotzdem geht auch das Bahn-Unternehmen Abellio nach der kurzfristigen Absage des Warnstreiks von einem weitgehend regulären Regionalverkehr auf den von dem Unternehmen bedienten Strecken in Thüringen und Sachsen-Anhalt aus. „Wir rechnen damit, dass wir normal fahren“, sagte ein Sprecher des Bahn-Konkurrenten am Sonntag auf Anfrage. Bislang herrsche allerdings noch Ungewissheit, ob die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) an ihrem Streikaufruf für Abellio festhalte.

Die EVG verhandelt seit Ende Februar auch mit rund 50 Konkurrenten der Deutschen Bahn über neue Tarifverträge. Darunter ist auch Abellio, wie der Unternehmenssprecher sagte. Sollte der Streikaufruf hier weiter gelten, könne es zu Einschränkungen im Regionalverkehr kommen. „Allerdings nicht zu so weitreichenden wie bei einem Streik bei der DB Netz AG, der die Bahn-Infrastruktur trifft“, sagte er. Reisende sollten sich vor der geplanten Bahnfahrt über den Stand der Dinge informieren. Abellio ist für einen Großteil des Regionalverkehrs in Thüringen und Sachsen-Anhalt zuständig und nutzt dafür das Schienennetz der DB Netz AG.

Kurze Vorbereitungszeit

Im Fernverkehr müssen sich Reisende trotz des abgesagten Streiks auf Behinderungen einstellen, denn die Zeit zur Rückkehr zur Normalität war einfach zu kurz. Bereits am Samstag hatte die Deutsche Bahn angedeutet, dass in den kommenden Tagen nicht alle Züge werden fahren können. „Die DB steht vor der großen Herausforderung, rund 50 000 Zugfahrten sowie die dazugehörigen Schicht- und Einsatzpläne wieder neu zu planen“, hieß es. Die Bahn geht davon aus, dass etwa ein Drittel der geplanten Fernverkehrszüge am Montag nicht planmäßig fahren können oder gar ausfallen.

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